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Rückblick – Erste Eindrücke Ford E-Transit (2022)

Oktober 29, 2022

Auch Ford arbeitet intensiv an der Elektrifizierung seiner Modellpalette. Das gilt auch, oder gerade, für die Transit-Nutzfahrzeugfamilie. Anfang dieses Jahres stellte Ford den E-Transit Custom vor, aber schon 2020 präsentiert die Marke den größten vollelektrischen Transporter: den Ford E-Transit. In der Zwischenzeit ist die Entwicklung des Ford E-Transit abgeschlossen und das elektrische Lieferfahrzeug ist bereit für die Einführung.

Ford E-Transit: bis zu 317 km Reichweite

Wir listen die wichtigsten Spezifikationen auf. Am wichtigsten ist vielleicht, dass die Reichweite kein Thema ist. Die 67-kWh-Batterie ist für eine Reichweite von 317 km (WLTP) gut. Mehr als genug für die Paketzustellung und auch mehr als genug für die große Mehrheit der Unternehmer. Darüber hinaus kann der Ford E-Transit auch als Stromversorgung für Werkzeuge und andere Geräte vor Ort genutzt werden.

Ford E-Transit mit bis zu 1.967 kg Nutzlast

Optional verfügt der Ford E-Transit über eine Systemleistung von 135 kW (184 PS) oder 198 kW (269 PS) und ein Drehmoment von stets 430 Nm. In puncto Nutzlast und Konfigurationsmöglichkeiten steht der E-Transit seinen Kraftstoffbrüdern in nichts nach. Es gibt zahlreiche Karosserievarianten und je nach gewählter Version reicht das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 bis 4,25 Tonnen und die Nutzlast beträgt bis zu 1.616 Kilogramm (Van) oder 1.967 Kilogramm (Chassis Cab).

Zusätzliche Kosten werden schnell amortisiert

Die Preise in den Niederlanden beginnen bei etwa 50.000 €. Das ist mehr als bei der Dieselversion, aber laut Ford haben Sie diese Preisdifferenz innerhalb von drei Jahren durch die viel niedrigeren Leistungs- und Wartungskosten wieder hereingeholt.

Fahren mit dem Ford E-Transit

Die Spezifikationen hatten wir also bereits erfüllt. Jetzt ist es Zeit für eine erste Begegnung auf der Straße. Wir fahren den Ford E-Transit auf der Ford-Teststrecke in Lommel, wo Ford alle seine Modelle für die Produktion vorbereitet. Dort besticht der Transit durch sein Handling.

Ford E-Transit fährt wie ein Personenwagen

Da es sich um eine Teststrecke handelt, ist die Route sehr anspruchsvoll. Für diejenigen, die das Testgelände in Lommel ein wenig kennen: Wir sind auf der Startbahn 7 unterwegs. Das bedeutet eine Kombination aus schnellen und/oder engen Kurven, Hügeln mit erheblichen Höhenunterschieden in kurzen Abständen, eine Straße mit Kopfsteinpflaster, was immer Sie wollen. Ergänzend dazu wird ein Ausweichtest auf der Startbahn 16 durchgeführt. Der Ford E-Transit erträgt alles mit Leichtigkeit.










Selbst die Variante mit maximalem Hochdach neigt sich kaum. Selbst bei Ausweichmanövern sind die Körperbewegungen minimal. Man vergisst gewissermaßen, dass man mit einem großen Würfel unterwegs ist. Die hohe Sitzposition verrät, dass man sich in einem großen Van befindet, aber ansonsten fährt er sich wie ein Pkw.

Für einen Van ist die Beschleunigung auch nicht schlecht. Wir sind zwar leer gefahren, aber dank der gut verfügbaren Leistung der Elektromotoren sollte die Beschleunigung auch unter Last kein Problem sein. Mit Ladung fährt er sogar noch besser, versichert uns einer der Ford-Testfahrer. Durch die Ladung lastet dann sogar etwas mehr Gewicht auf der Hinterachse, was das Fahrverhalten weiter verbessert.










Überlegen: der Ford Pro Electric SuperVan

Ergänzend zur Vorstellung des E-Transit lernen wir auch den Ford Pro Electric SuperVan kennen. Seit 1971 hat Ford bereits dreimal einen SuperVan auf den Markt gebracht. Die neueste Version ist – natürlich – vollelektrisch und zeigt im Grunde, was Ford in Sachen vollelektrischer Antrieb zu bieten hat.

Rennfahrwerk und FIA-Zulassung

Äußerlich basiert der Ford Pro Electric Supervan auf dem kommenden Ford E-Transit Custom, aber unter der Haube ist er natürlich völlig anders. So ist der Transporter auf einem für den Motorsport entwickelten Fahrgestell aufgebaut. Natürlich sind auch ein Überrollkäfig und Rennsitze eingebaut, die beide nach FIA-Reglement zugelassen sind. Der neue SuperVan hat aber auch einen „Street-Touch“: Er verfügt über verschiedene Fahrmodi und einstellbare Stufen der regenerativen Bremsung.










Der neue SuperVan in Zahlen…

Der Ford Pro Electric Supervan in Zahlen: Die wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 50 kWh. Vier Elektromotoren sorgen für eine Systemleistung von nicht weniger als 2.000 PS und ein überwältigendes Drehmoment von 1.800 Nm. Das Ergebnis ist ein Sprint von 0 auf 100 in weniger als zwei Sekunden.










…und so fühlt es sich an

Wir haben die Gelegenheit, diese Zahlen vom Beifahrersitz aus zu erleben, wieder auf der Startbahn 7. Das beginnt mit einem Sprint auf der Geraden. Uff. Ich hatte noch nicht einmal die Gelegenheit, auf dem Bildschirm des Fahrers zu sehen, ob die angegebene Sprintzeit korrekt war und welche Geschwindigkeit wir erreicht haben. Insbesondere kann ich sehen, wie das Ende der Geraden unrealistisch schnell auf uns zukommt.










Der Testfahrer bremst dann stark, aber selbst dann wird die erste Kurve mit einem fast unwirklichen Tempo genommen. Auch in den Kurven danach liegt der SuperVan gut auf der Straße. Selbst auf den Hügeln, die eine Landstraße mit schnellen Höhenunterschieden simulieren, oder in der Kurve mit Kopfsteinpflaster. Dass ein so großes quadratisches Ding so viel Grip haben kann, ist fast unwirklich.

Im folgenden Video können Sie den Ford Pro Electric SuperVan in Aktion sehen. Das Filmmaterial wurde nicht in beschleunigter Form abgespielt…

Dieser Ford Transit hat 2.000 PS! – AutoRAI TV