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Ist ein Roadtrip mit einem Elektroauto eine schwierige Aufgabe?

November 24, 2025

Reichweite in der Praxis oft mehr als ausreichend

Die Angst vor einer zu geringen Reichweite hält sich hartnäckig, denn die meisten neuen Elektroautos erreichen heute zwischen 350 und 600 Kilometer – aber auch mehr – mit einer vollen Batterie, wenn auch im Winter oft weniger. Eine solche Reichweite ist bereits mehr als genug für das Pendeln – und wenn Sie eine lange Fahrt unternehmen, müssen Sie trotzdem alle zwei Stunden eine Pause einlegen. Entlang fast jeder europäischen Autobahn finden Sie öffentliche Ladepunkte und Schnellladestationen, oft an Orten, an denen Sie ohnehin anhalten würden: an Tankstellen, Raststätten und regulären Rastplätzen.

Laden unterwegs: der Mythos des Zeitverlusts

Viele Autofahrer denken, dass das Laden auf der Straße viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber das ist gar nicht so schlimm, wenn Sie klug planen. Es macht nämlich keinen Sinn, Ihren Akku komplett leer zu fahren und ihn dann wieder voll aufzuladen. Das kostet unnötig Zeit und ist auch weniger gut für die Batterie.

Das Schnellladen funktioniert am besten, wenn Sie den Akku nicht vollständig aufladen. Je voller der Akku wird, desto geringer ist die Ladegeschwindigkeit. Daher ist es klüger, öfters kurz zu laden als einmal sehr lange. Halten Sie zum Beispiel nach 200-250 Kilometern an einem Schnellladegerät an und laden Sie die Batterie von 20 auf 80 Prozent auf. Das ist besser für die Lebensdauer Ihrer Batterie und dauert bei modernen E-Fahrzeugen oft nicht länger als 20-30 Minuten – gerade genug Zeit für einen Toilettengang und eine Tasse Kaffee oder einen Snack.

Reguläres Laden oder Schnellladen?

Für lange Fahrten auf der Straße ist das Schnellladen in der Regel die beste Wahl. Schnellladegeräte arbeiten mit Gleichstrom (DC) und liefern eine Leistung von 50 bis manchmal 350 kW, je nach Auto und Ladestation. So können Sie in kurzer Zeit viel Energie auftanken. Bei einem Elektroauto, das mit bis zu 150 kW geladen werden kann, dauert es zum Beispiel etwa 25 Minuten, um von 20 auf 80 Prozent aufzuladen. In dieser Zeit machen Sie eine Pause und fahren dann noch ein paar hundert Kilometer weiter.

Regelmäßiges Aufladen – mit Wechselstrom (AC) – ist besonders bequem an Ihrem Reiseziel oder während einer Übernachtung. Dann laden Sie die Batterie in einem gemächlichen Tempo – oft mit 11 oder 22 kW – voll auf. Auf diese Weise fahren Sie am nächsten Morgen mit einer vollen Batterie weiter.

Wo finden Sie Ladestationen auf der Straße?

Wer immer noch glaubt, dass Ladestationen Mangelware sind, wird überrascht sein, wie umfangreich das Netz inzwischen ist. Tatsächlich haben die Niederlande weltweit die meisten Ladepunkte pro Einwohner, aber auch in Belgien, Deutschland, Frankreich und Norwegen ist das Netz zum Beispiel hervorragend ausgebaut.

Moderne Elektroautos sind heutzutage mit einer integrierten Navigation mit Ladestationen ausgestattet, die es Ihnen leicht macht, Ladestationen entlang Ihrer Route zu finden. Das Navigationssystem berechnet außerdem auf der Grundlage Ihres Fahrstils und der Bedingungen, wo Sie den nächsten Ladestopp einlegen sollten.

Es gibt auch viele Apps und Websites, mit denen Sie Ladestationen entlang Ihrer Route finden können. Die bekanntesten sind A Better Route Planner (ABRP), Chargemap, PlugShare und Shell Recharge. Diese Routenplaner berücksichtigen Ihr spezifisches Auto, den aktuellen Ladestatus, das geplante Ziel und die Art der Ladestation, die Sie nutzen möchten.

Ladekarte(n) und Ladekabel(n)

Jeder, der elektrisch fährt, sollte eigentlich mindestens eine Universal-Ladekarte besitzen. Mit dieser haben Sie Zugang zu den meisten öffentlichen Ladestationen in Europa. Einige Netze erfordern eine separate Registrierung oder ein Abonnement, aber mit einer universellen Ladekarte – zum Beispiel von Shell Recharge, ANWB oder Plugsurfing – haben Sie Zugang zu Zehntausenden von Ladestationen. Außerdem ist es immer ratsam, einen Adapter für Notfälle dabei zu haben, zum Beispiel wenn Sie bei jemandem zu Hause oder auf einem Campingplatz laden wollen.

Taktiken, wenn die Reichweite reduziert wird

Nicht jedes Elektroauto hat eine große Batterie. Einige kompakte Elektroautos mit einer kleineren Batterie kommen mit einer vollen Batterie nicht weiter als 200 bis 250 Kilometer. Aber auch mit einem solchen Auto können Sie eine lange Fahrt machen, wenn Sie die Route gut planen.

Eine nützliche Taktik ist es, Ihre Fahrt – wie bei einer langen Reise – in Etappen von 150 bis 200 Kilometern zu unterteilen. Planen Sie im Voraus die Ladepunkte, an denen Sie anhalten möchten, vorzugsweise an Orten mit Annehmlichkeiten wie einem Restaurant oder einem Supermarkt. Auf diese Weise kombinieren Sie das Aufladen mit nützlichen Pausen.

Verwenden Sie einen Routenplaner, der Ihre Reichweite, Ihren Verbrauch und die Ladegeschwindigkeit Ihres Autos berücksichtigt. Die Routenplaner in vielen modernen E-Fahrzeugen tun dies automatisch: Sie stellen eine optimale Route zusammen, einschließlich der Ladestopps, und geben an, wie lange Sie an jedem Stopp anhalten.

Vorteile des elektrischen Fahrens auf langen Strecken

Wer sich einmal an das elektrische Fahren gewöhnt hat, möchte oft nicht mehr zurück. Denn ein Elektroauto fährt leise und gleichmäßig und beschleunigt dank des leicht verfügbaren Drehmoments schnell – so können Sie sanft beschleunigen und überholen. Sie sparen auch bei den Kraftstoffkosten. Außerdem ist elektrisches Fahren emissionsfrei, d.h. sauberer und besser für die Umwelt.

Nachteil: Was ist zu beachten?

Obwohl das elektrische Fahren viele Vorteile bietet, gibt es einige praktische Bedenken. Schnelles Laden kann die Temperatur der Batterie erheblich erhöhen. Daher ist es besser, nicht ständig ein Schnellladegerät zu verwenden, insbesondere wenn es draußen bereits heiß ist.

Außerdem ist es, wie bereits erwähnt, weniger effizient, den Akku zu 100 Prozent aufzuladen. Der letzte Teil des Ladevorgangs ist langsam und verursacht zusätzlichen Verschleiß. Versuchen Sie daher, den Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent zu halten, um ein optimales Gleichgewicht zwischen Ladezeit und Lebensdauer zu erreichen.

Schließlich ist es wichtig, nicht zu lange zu fahren, bis der Akku fast leer ist. Wenn Sie den Akku oft fast leer fahren, nimmt die Kapazität des Akkus mit der Zeit ab.

Kluge Planung und Vorbereitung

Ein entspannter Roadtrip mit einem Elektroauto beginnt mit einer guten Vorbereitung. Vergewissern Sie sich vor der Abfahrt, dass Sie alle notwendigen Ladekarten dabei haben und dass diese aktiviert sind. Installieren Sie eine oder zwei Lade-Apps auf Ihrem Telefon und testen Sie vorher, ob Ihr Konto funktioniert.

Planen Sie Ihre Route mit einem Navigationssystem mit Ladestationen oder verwenden Sie einen zuverlässigen Routenplaner. Auf diese Weise wissen Sie nicht nur, wo Sie laden können, sondern auch, wie viel Zeit Sie ungefähr brauchen werden.

Achten Sie auch auf das Wetter und das Terrain. Das Fahren durch hügelige Gebiete oder bei kaltem Wetter verbraucht mehr Energie, so dass Sie schneller aufladen müssen. Eine etwas niedrigere Reisegeschwindigkeit (z.B. 100 statt 120 km/h) macht oft einen großen Unterschied im Verbrauch.

Fazit: Elektrisches Fahren auf langen Strecken ist einfach

Eine lange Reise mit einem Elektroauto ist also durchaus machbar. Die Reichweite moderner Elektroautos ist mehr als ausreichend, Schnellladestationen befinden sich strategisch günstig entlang der Autobahn, und mit einem intelligenten Routenplaner und der richtigen Ladekarte kommen Sie überall hin.

Mit ein wenig Vorbereitung, einem gut ausgestatteten Auto und einer entspannten Einstellung wird das elektrische Fahren über lange Strecken so selbstverständlich wie das Fahren eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs.