Finnisches Startup Donut Lab beweist: Festkörperbatterie verliert in 10 Tagen kaum 2,3% Ladung
Was wurde getestet?
Donut Lab, ein Startup-Unternehmen aus Finnland, hat eine Zelle seiner Festkörperbatterie vom renommierten Finnischen Technischen Forschungszentrum (VTT) testen lassen. In einem so genannten Selbstentladungstest wurde die Batteriezelle auf etwa 50 Prozent aufgeladen und dann 240 Stunden lang – zehn volle Tage – allein gelassen. Während dieser Zeit wurde die Spannung alle 10 Sekunden gemessen, bei Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad Celsius.
Das Ergebnis: Nach zehn Tagen Ausfallzeit hatte die Zelle nur 2,3 Prozent ihrer Ladung verloren. In der ersten Stunde fiel die Spannung um 103 Millivolt, was laut Donut Lab größtenteils durch die so genannte Spannungsrelaxation erklärt werden kann – ein normaler physikalischer Prozess, der auftritt, nachdem eine Batterie geladen wurde. In den verbleibenden 239 Stunden verlor die Zelle dann nur noch 12 Millivolt.
Warum ist das wichtig?
Festkörperbatterien werden als der heilige Gral für Elektroautos angesehen. Anstelle eines flüssigen Elektrolyten – der leitenden Flüssigkeit in einer herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterie – verwenden sie einen Festkörper. Theoretisch bietet dies große Vorteile: schnelleres Aufladen, höhere Energiedichte, geringeres Brandrisiko und längere Lebensdauer. Das Problem dabei? Kaum jemand hat es bisher geschafft, sie in großem Maßstab zu produzieren.

Starke Skepsis
Donut Lab behauptet, dass es den großen Autoherstellern und Batterieherstellern voraus ist. Aber diese Behauptung wurde mit erheblicher Skepsis aufgenommen. Kritiker meinten, das finnische Unternehmen habe gar keine echte Batterie gebaut, sondern einen Superkondensator – ein Bauteil, das Energie schnell speichern und wieder abgeben kann, diese Ladung aber auch viel schneller verliert. Der neue Test sollte das widerlegen: Ein Superkondensator würde in 10 Tagen deutlich mehr Ladung verlieren.
Wie sieht es im Vergleich zu normalen EV-Batterien aus?
Fair ist fair: Das Ergebnis ist solide, aber nicht bahnbrechend. Herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus verlieren in den ersten 24 Stunden etwa 5 Prozent ihrer Ladung, danach sinkt die Selbstentladung auf 1 bis 2 Prozent pro Monat. Die Zelle von Donut Lab schneidet in dieser Hinsicht also ähnlich ab. Die eigentliche Bedeutung dieses Tests liegt also nicht in den Rekordzahlen, sondern im Nachweis, dass die Technologie tatsächlich wie eine Batterie und nicht wie ein Superkondensator funktioniert.
Was bedeutet das für den niederländischen EV-Fahrer?
Wenn Festkörperbatterien wirklich serienreif werden, könnte dies enorme Auswirkungen auf den niederländischen Markt haben. Stellen Sie sich Elektroautos vor, die in Minutenschnelle vollgetankt sind – Donut Lab behauptete zuvor eine Ladezeit von nur sieben Minuten – mit größerer Reichweite und längerer Lebensdauer. Für ein Land, in dem die Zahl der Elektroautos rapide zunimmt und die Ladeinfrastruktur von entscheidender Bedeutung ist, wäre dies ein entscheidender Fortschritt.
Doch Vorsicht ist geboten. Donut Lab ist ein kleines Start-up und der Schritt von der Laborzelle zur Massenproduktion ist bekanntermaßen schwierig. Große Unternehmen wie Toyota streben für ihre ersten Festkörpermodelle den Zeitraum 2027-2028 an und selbst sie werden ständig durch den Zerfall des festen Elektrolyten verzögert, der zu Rissen führen könnte.
