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Europäische Wasserstoff-Allianz fordert Autohersteller zur Beschleunigung der Wasserstoffmobilität auf

Januar 14, 2026

Zusammenarbeit zwischen europäischen Betreibern

Die H2 Infrastructure Alliance besteht aus Parteien aus mehreren europäischen Ländern: Hydri aus Schweden, TEAL Mobility und HYmpulsion aus Frankreich, Fountain Fuel aus den Niederlanden, H2 Mobility aus Deutschland und Virya Energy aus Belgien. Zusammen betreiben diese Unternehmen derzeit 92 Wasserstofftankstellen für den Personen- und Schwerlastverkehr. Außerdem ist geplant, dass bis spätestens 2028 39 weitere große Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen werden. Nach Angaben der Allianz reicht dieser Ausbau aus, um täglich mehr als 1.800 Lkw mit Wasserstoff zu versorgen.

Die Mitgliedsunternehmen sind in Gesprächen mit Fahrzeugherstellern, um die Einführung von Wasserstofffahrzeugen zu beschleunigen. Der Schwerpunkt liegt dabei sowohl auf leichten Nutzfahrzeugen als auch auf schweren Anwendungen wie Lastwagen und Bussen.

Das Huhn-oder-Ei-Problem überwinden

Ein immer wiederkehrender Engpass bei neuen Mobilitätstechnologien ist das so genannte Huhn-oder-Ei-Problem: Ohne Fahrzeuge ist die Infrastruktur nicht rentabel, und ohne Infrastruktur wird der Fahrzeugverkauf nicht anspringen. Nach Ansicht der H2 Infrastructure Alliance kann dieses Muster durchbrochen werden, indem zunächst in ein zusammenhängendes Netz von Wasserstofftankstellen investiert wird. Die Allianz nennt diesen Ansatz ‚Connecting the Dots‘: die schrittweise Verbindung strategischer Standorte zu einem europaweiten Netz.

Eine robuste Infrastruktur, so die Allianz, bietet den Fahrzeugherstellern genügend Sicherheit, um die Entwicklung und Produktion von Wasserstofffahrzeugen zu steigern. Ein größeres und vielfältigeres Angebot an Fahrzeugen führt wiederum zu einer stärkeren Nutzung der Infrastruktur. Dieser Prozess kann letztlich zu niedrigeren Kosten sowohl für Fahrzeuge als auch für Wasserstoffkraftstoff beitragen.

Vergleich mit mobilen Netzwerken

Die Allianz vergleicht die Entwicklung der Wasserstoffmobilität mit dem Aufstieg der Mobiltelefonie in den frühen 2000er Jahren. Damals sorgten eine wachsende Zahl von Sendemasten und eine bessere Netzabdeckung für einen rasanten Anstieg der Handynutzung. Das wiederum führte zu weiteren Investitionen in die Netze und zu technologischen Fortschritten. Bei ausreichendem Umfang sanken die Gesamtkosten für die Nutzer. Nach Ansicht der H2 Infrastructure Alliance könnte die Wasserstoffmobilität einen ähnlichen Wachstumspfad einschlagen.

Wasserstoff im Schwerlastverkehr

Wasserstoff spielt im schweren Straßenverkehr eine besonders wichtige Rolle, so die Allianz. In Deutschland ist dies bereits in der Praxis sichtbar. Dort entfallen mehr als 70 Prozent der Nachfrage an den bestehenden Wasserstofftankstellen auf Busse und Lkw. Martin Jüngel, Geschäftsführer und CFO von H2 Mobility, argumentiert, dass der Schwerverkehr ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung der Wasserstoffmobilität in Europa ist. Er sagt, dass die derzeitige Infrastruktur zeigt, dass ein europäisches Netzwerk machbar ist, aber dass ein klares Bekenntnis der Fahrzeughersteller notwendig ist, um die Anzahl der Fahrzeuge zu erhöhen.

Ergänzung zum batterieelektrischen Fahren

Die Mitglieder der H2 Infrastructure Alliance betonen, dass Wasserstoff und batterieelektrischer Antrieb sich gegenseitig ergänzen. Beide Technologien werden benötigt, um unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen. Wasserstoff kann bei langen Strecken, intensiver Nutzung und speziellen Anwendungen wie dem Sondertransport eine Rolle spielen. Wasserstoff kann auch eine Alternative in Regionen sein, in denen das Stromnetz nicht über ausreichende Kapazitäten für eine groß angelegte Schnellladung verfügt.

Wasserstoff tanken in den Niederlanden

In den Niederlanden wächst das Netz der Wasserstofftankstellen allmählich. Derzeit gibt es öffentliche Wasserstofftankstellen unter anderem in Rhoon, Den Haag, Arnheim, Helmond, Groningen, Roosendaal, Amsterdam und Hoogeveen. Als niederländischer Teilnehmer an der H2 Infrastructure Alliance spielt Fountain Fuel eine wichtige Rolle beim weiteren Ausbau dieses Netzes. Die Tankstellen sind vor allem auf die geschäftliche Nutzung, den öffentlichen Verkehr und die Logistik ausgerichtet, aber in vielen Fällen auch für wasserstoffbetriebene Pkw zugänglich.

Über die H2 Infrastructure Alliance

Die H2 Infrastructure Alliance wurde von Hydri, H2 Mobility, Fountain Fuel, TEAL Mobility, HYmpulsion und Virya Energy gegründet. Ziel der Allianz ist es, die Entwicklung von Wasserstoffinfrastruktur und -fahrzeugen in Europa bis 2028 besser zu koordinieren und zu beschleunigen. Das Ziel ist ein kohärentes europäisches Netzwerk von Wasserstofftankstellen, das als ‚Connecting the Dots‘ bezeichnet wird.

Über H2 Mobility

H2 Mobility ist einer der größten Betreiber von öffentlichen Wasserstofftankstellen in Europa. Das Unternehmen befasst sich mit der Entwicklung, der Finanzierung, dem Bau und dem Betrieb von Wasserstofftankstellen. Außerdem bietet es Beratungs-, Wartungs-, Kalibrierungs- und Qualitätssicherungsdienstleistungen an. H2 Mobility wurde im Jahr 2015 gegründet und ist seit 2022 als kommerzielles Unternehmen mit langfristiger Ausrichtung tätig. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2028 ausschließlich erneuerbaren Wasserstoff anzubieten.