Einige chinesische Autos können blitzschnell ’12C-Ladungen‘ durchführen, aber was ist das eigentlich?
Aufladen so schnell wie Tanken
Elektroautos werden immer besser. Vor ein paar Jahren hielten wir eine Reichweite von 400 Kilometern noch für beeindruckend, aber heute erreichen viele elektrische Stadtautos dies bereits mühelos. Dennoch gibt es nach wie vor einen großen Unterschied zwischen Elektroautos und Autos mit Benzinmotor: Ein Benzinauto ist in drei Minuten voll, während das Aufladen in der Regel weitere zwanzig bis dreißig Minuten dauert. Aber das wird sich bald ändern. In China experimentieren die Hersteller mit Ladegeschwindigkeiten, die bis vor kurzem noch reine Science-Fiction waren. Stellen Sie sich vor: Ihr Akku ist in fünf Minuten voll.
China ist meilenweit voraus
In China dreht sich der Kampf um die Batterie-Innovation hauptsächlich um zwei Giganten: CATL und BYD. Sie sind nicht nur irgendwelche Batteriehersteller, sondern die weltweiten Marktführer in der Batterietechnologie. Sie präsentieren ständig neue Durchbrüche – Batterien mit mehr Kapazität, weniger Verschleiß und viel höheren Ladegeschwindigkeiten.
Der Kampf zwischen den beiden ist erbittert. BYD hat Anfang 2025 eine Batterie auf den Markt gebracht, die 10C aufladen kann. In der Praxis bedeutet das, dass ihr neuer Han L in fünf Minuten 470 Kilometer Reichweite aufladen kann. Aber der Konkurrent CATL ging noch einen Schritt weiter. Auf ihrem Tech Day 2025 zeigten sie die zweite Generation der Shenxing LFP-Batterie. Diese Batterie kann 12C aufladen, mit einer Spitzenleistung von 1,3 Megawatt – gut für 520 Kilometer zusätzliche Reichweite in fünf Minuten. Das sind 2,5 Kilometer pro Sekunde an zusätzlicher Reichweite.
Was genau bedeutet 10C oder 12C Laden?
10C und 12C scheinen die neuen magischen Zahlen in der Welt der Elektroautos zu sein. Aber was genau bedeuten sie? In einfachen Worten: Sie besagen, wie oft eine Batterie theoretisch in einer Stunde ihre volle Kapazität aufladen kann. 1C bedeutet, dass die Batterie in einer Stunde vollständig aufgeladen ist. Bei 10C ist sie 10 Mal schneller, bei 12C 12 Mal.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Eine 50 kWh-Batterie wird mit 50 kW bei 1C geladen. Nach einer Stunde des Ladens mit 50 kW ist sie vollständig geladen. Bei 10C kann eine 50 kWh-Batterie mit 500 kW geladen werden und bei 12C sogar mit 600 kW (12 x 50). In diesem Beispiel verwenden wir eine relativ kleine 50 kWh-Batterie, aber die neuen Batterien von BYD und CATL sind viel größer. Eine 100-kWh-Batterie, die 12C laden kann, kann also auf dem Papier 1.200 kW (1,2 Megawatt) an einem Schnellladegerät haben.
Wie ist das technisch möglich?
Um solche Geschwindigkeiten zu erreichen, verwenden die Hersteller häufig die LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat). Diese ist widerstandsfähiger gegen Hitze und Verschleiß. Außerdem verfügen die Batterien über ein fortschrittliches Kühlsystem, das die Wärme kontinuierlich ableitet. Während eines solchen Ladevorgangs fließen nämlich bis zu 1.400 Ampere durch sie hindurch, und dann wird es richtig heiß.
Warum ist dies ein Wendepunkt?
Der Vorteil ist einfach: Das Aufladen wird bald so schnell sein wie das Tanken. Fünf Minuten Aufladen und Sie fahren weitere 500 Kilometer. Aber es gibt noch einige Hindernisse. Erstens: Die Infrastruktur ist noch nicht vorhanden. In Europa erreichen die meisten Schnellladegeräte heute zwischen 150 und 400 kW, während 12C-Batterien bis zu 1.300 kW leisten können. Auch die Technologie selbst ist noch teuer – wie immer, wenn es sich um etwas Neues handelt. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis diese Technologie alltäglich wird und die Preise fallen. Aber eines scheint sicher: Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, dass Sie früher oder später in der Lage sein werden, Ihr Elektrofahrzeug in fünf Minuten aufzuladen.
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