Dieses Sicherheitsmerkmal in Autos gibt es schon seit 70 Jahren
Der erste Schritt: 1956
Die Geschichte des modernen Sicherheitsgurtes beginnt im Jahr 1956. In jenem Jahr experimentierte Volvo mit einem neuen Sicherheitsmerkmal in einem Prototyp des Volvo Amazon. Das Auto erhielt einen diagonalen Zweipunktgurt, der quer über die Brust verlief. Das mag heute primitiv erscheinen, aber damals war es eine fortschrittliche Idee.
Sicherheitsgurte gab es zwar schon vorher, aber sie wurden kaum in Personenkraftwagen verwendet. Außerdem waren die Systeme oft klobig oder unwirksam. Der Diagonalgurt von Volvo war ein erster Versuch, die Insassen bei einem Unfall besser zu schützen. Kurze Zeit später wurde dieser Gurt als Option für die Serienmodelle angeboten. Damit war Volvo einer der ersten Automobilhersteller, der Sicherheitsgurte auf dem europäischen Markt einführte.
Die Revolution von 1959
Der wirkliche Durchbruch kam drei Jahre später. 1959 führte Volvo eine völlig neue Art von Sicherheitsgurt ein: den Dreipunktgurt. Er wurde von dem Volvo Ingenieur Nils Bohlin entwickelt. Sein Entwurf kombinierte einen Beckengurt und einen diagonalen Schultergurt, die an einem einzigen niedrigen Befestigungspunkt neben dem Sitz verankert waren. Diese Konfiguration verteilte die Kräfte eines Aufpralls auf die stärksten Teile des Körpers: Brust, Becken und Schultern. Das Prinzip war einfach, effektiv und leicht zu handhaben. Genau deshalb wurde das Design so erfolgreich. Im Jahr 1959 wurde der Dreipunktgurt serienmäßig in alle Volvo-Fahrzeuge für den schwedischen Markt eingebaut. Damit war Volvo der erste Automobilhersteller der Welt, der diesen Sicherheitsgurt serienmäßig in seinen Fahrzeugen verwendete.

Ein Patent, das die Welt veränderte
Was folgte, war vielleicht eine der bemerkenswertesten Entscheidungen der Automobilgeschichte. Volvo beschloss, das Patent für den Dreipunkt-Sicherheitsgurt anderen Automobilherstellern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Anstatt die Technologie exklusiv zu halten, entschied sich die Marke, die Erfindung zu teilen. Das Ziel war klar: so schnell wie möglich so viele Leben wie möglich zu retten. Dies ermöglichte es anderen Autoherstellern, die Technologie direkt zu übernehmen, ohne Lizenzgebühren zu zahlen. Dies sorgte dafür, dass sich der Dreipunktgurt schnell in der gesamten Autoindustrie verbreitete. Wenig später wurde das Anlegen von Sicherheitsgurten in vielen Ländern auch gesetzlich vorgeschrieben. Die Kombination aus besserer Technologie und Gesetzgebung sorgte dafür, dass Sicherheitsgurte weltweit alltäglich wurden.
Millionen von Leben gerettet
Heute ist der Dreipunktgurt ein selbstverständlicher Bestandteil jedes Autos. Die von Nils Bohlin im Jahr 1959 entwickelte Grundkonstruktion wird auch heute noch verwendet. Nach Angaben von Verkehrssicherheitsorganisationen hat der Sicherheitsgurt weltweit Millionen von Menschenleben gerettet. Bei einem schweren Aufprall hält der Sicherheitsgurt die Insassen an ihrem Platz, verhindert, dass sie gegen den Innenraum oder andere Insassen geschleudert werden und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass sie aus dem Auto geschleudert werden. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine relativ einfache technische Lösung einen enormen Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben kann.
Auf dem Weg zu einem neuen Jahrestag
Der Meilenstein des siebzigjährigen Bestehens des Sicherheitsgurtes kommt für Volvo zu einem besonderen Zeitpunkt. Denn 2027 wird die Marke ihr hundertjähriges Bestehen feiern.
