Brüssel bringt gute Nachrichten für Wohnmobilisten
Mehr Kilos dank der Batterie
Wer ein elektrisches Wohnmobil oder ein großes elektrisches Nutzfahrzeug auf die Straße bringen möchte, muss sich bald weniger Sorgen um das Gewicht machen. Bisher durften Sie mit einem B-Führerschein Fahrzeuge bis zu 3.500 Kilo fahren. Das stellte ein Problem für elektrische Wohnmobile und Nutzfahrzeuge dar: Aufgrund des schweren Akkupakets überschritten sie diese Grenze häufig. Die Hersteller mussten daher Zugeständnisse machen – weniger Wasser an Bord, kleinere Möbel oder eine leichtere Isolierung – um die Gewichtsgrenze einzuhalten.
Mit der neuen EU-Vorschrift wird dieses Problem bald der Vergangenheit angehören. Elektrische Wohnmobile dürfen nämlich bis zu 4.250 Kilo wiegen, solange sie mit Strom betrieben werden und noch unter die Kategorie B fallen. Damit haben elektrische Wohnmobile und Nutzfahrzeuge plötzlich viel mehr Spielraum für Batterien, Komfort und Ausstattung.
Warum diese Ausnahme?
Die Erhöhung der Gewichtsgrenzen hatte sich schon seit einiger Zeit abgezeichnet. Die EU erkennt nun an, dass Elektrofahrzeuge aufgrund ihrer Batterien schwerer sind, aber nicht unbedingt gefährlicher oder schwieriger zu fahren. Die Maßnahme sollte die Elektrifizierung des Wohnmobil- und Nutzfahrzeugmarktes fördern. Vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden – wo Wohnmobile sehr beliebt sind – haben sich Hersteller und Enthusiasten lange über die alten Grenzwerte beschwert.
Noch nicht sofort wirksam
Obwohl das Europäische Parlament der neuen Richtlinie bereits zugestimmt hat, müssen die Mitgliedsstaaten die Regeln noch in nationales Recht umsetzen. Dieser Prozess kann bis zu mehreren Jahren dauern. Die neuen Regeln werden voraussichtlich ab 2028 in ganz Europa gelten.
Was bedeutet das für Sie?
Für Wohnmobilbesitzer und viele Unternehmen bedeutet das vor allem mehr Freiheit. Sie müssen bald nicht mehr den C1-Führerschein machen, um elektrisch zu fahren, und die Hersteller können endlich Wohnmobile und Nutzfahrzeuge ohne Gewichtsstress bauen. Gleichzeitig bleiben die Regeln für reguläre Diesel- und Benzin-Wohnmobile gleich: Für diese bleibt die Grenze bei 3.500 Kilo.
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