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Zagato: plötzlich stehen Sie vor italienischen Kunstwerken

August 5, 2025

Nach einem Besuch des Alfa Romeo Museums in Italien beschlossen wir, ohne Ziel weiterzufahren. Zwei Kilometer weiter tauchte eine Rennstrecke auf. Kein bekannter Name wie Monza oder Imola, keine angekündigte Veranstaltung. Die Neugierde siegte über die Erwartung. Kann ja nicht schaden, oder? Also fuhren wir mit unserem Lancia Ypsilon durch das Tor.

Die Stille vor dem Zagato-Sturm

Zunächst schien es wenig zu tun zu geben. Ein verlassenes Fahrerlager, ein paar Menschen in der Ferne, hauptsächlich Beton und Stille. Wir bogen bereits zur Ausfahrt ab, als ein weißer Schatten an der Leitplanke in unserem Rückspiegel vorbeischoss. Es war nur ein Sekundenbruchteil, kaum zu erkennen. Trotzdem kehrten wir um. Was folgte, war eine zufällige Begegnung mit einigen der seltensten Autos Italiens. Eine exklusive Versammlung von Zagato-Modellen, die die Rennstrecke für einen Nachmittag zu ihrer Domäne gemacht hatten.

Der weiße Geist: Alfa Romeo TZ3 Stradale

In der Ferne hörten wir einen V10 (!), der mit Vollgas die Gerade hinauffuhr. Das Auto, das uns zurück auf das Gelände zog, entpuppte sich als ein Alfa Romeo TZ3 Stradale. Ein seltener Anblick, von dem nur neun Stück gebaut wurden. Zagatos Hommage an die ikonischen TZ1 und TZ2 aus den 1960er Jahren, aber mit einer amerikanischen Seele. Der Wagen basiert auf einer Dodge Viper ACR-X mit einem 8,4-Liter-V10-Motor. Früher am Tag haben wir die schönsten und elegantesten Alfa Romeos im Museum und versteckte Juwelen bei einem exklusiven Blick in den Keller gesehen. Aber diesen TZ3 Stradale haben wir an diesen Orten noch nicht gesehen. In der Tat war es das erste Mal, dass wir dieses Auto in natura gesehen haben.

Mit offenen Mündern standen wir an der Leitplanke und schauten zu, beeindruckt von dieser italienischen Schönheit UND dem Sound. Dann kamen ein paar andere Autos um die Ecke.

Zagato macht die Dinge ein wenig anders als üblich

Die Zagato-Gruppe macht einen Boxenstopp, um die Autos eine Weile abzukühlen. Ein guter Zeitpunkt, um sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Welche Kunstwerke befinden sich hier vor unseren Nasen? Mit dem Wort Kunstwerk wird viel gesagt, denn ein Zagato-Modell ist eine Kreation.

Zagato ist kein Automobilhersteller im herkömmlichen Sinne. Es ist eine Carrozzeria, eine italienische Karosseriefirma, die 1919 in Mailand gegründet wurde. Was Zagato macht, geht über das bloße Verkleiden eines bestehenden Autos hinaus. Zagato entwirft und baut völlig neue Karosserien, oft auf der Grundlage bestehender Chassis von Marken wie Alfa Romeo, Aston Martin, Porsche oder Ferrari. Immer in Handarbeit, immer in kleinen Stückzahlen und immer mit einem scharfen Auge für Eleganz, Form und Leichtbau. Es sind keine Autos mit einem zusätzlichen Spoiler oder einem Satz Felgen, wie es viele Tuner tun. Es sind neu gestaltete Kreationen mit Respekt vor dem Original, aber mit einer eigenen Seele. Schön, was diese Italiener machen.

Quattro stagioni, vier verschiedene Geschmacksrichtungen von Zagato

Zuerst fiel unser Blick auf eine blau-graue GT mit dem Flair der 1960er Jahre, aber mit einem modernen Touch. Es handelte sich um den IsoRivolta GTZ. Wir haben ihn auch noch nie im wirklichen Leben gesehen. Diese Kreation ist eine Ode an die vergessene italienische Marke Iso Rivolta, gebaut von Zagato auf der Basis einer Corvette C7 Z06. Ein Auto mit 660 PS amerikanischer V8-Power, aber in einen italienischen Maßanzug gehüllt.







Die Linienführung ist fast künstlerisch. Die Motorhaube ist endlos lang, das Heck rund wie eine Skulptur. Es wurden nur neunzehn Exemplare gebaut. Dies war einer von ihnen. Neben dieser Schönheit steht der Alfa Romeo TZ3 Stradale, der wie beschrieben ebenfalls amerikanische Technik unter der Haut trägt. Zagato baute neun Exemplare.







Wir sehen auch einige britische Einflüsse. Ein Aston Martin Vanquish Zagato Speedster. Ein Vanquish Volante ist bereits ein schöner GT. Wenn Sie dann noch die Design-Einflüsse von Zagato sowie zwei ‚Speedster-Höcker‘ hinzufügen, haben Sie wirklich etwas Einzigartiges. Dieser Speedster wurde nur achtundzwanzig Mal gebaut. Vor allem das Heck dieser ‚italienischen‘ Schönheit spricht Bände. Die Rückleuchten sind ein Kunstwerk für sich.







Das schwarze Auto hinten ist deutlich älter als seine drei modernen Gefährte. Es ist ein Porsche, wenn man die breiten Umrisse und das Logo betrachtet. Allerdings entspricht die Form nicht dem, was wir von einem 911 oder 356 kennen. Aber dann sehen Sie genauer hin. Es handelt sich um das Porsche 356 B Zagato Coupé, das auf einem verschollenen Entwurf aus dem Jahr 1959 basiert. Von diesem Auto existierte nur eine Skizze, eine elegante Zeichnung eines Coupés auf der Basis des Porsch 356 Carrera. Porsche hat diesen Wagen jedoch nie gebaut. Daraufhin beschloss Zagato, die Idee doch noch zum Leben zu erwecken.







Schauen Sie immer über Ihren Tellerrand hinaus

Der Tag begann mit einem geplanten Tauchgang in die reiche Geschichte von Alfa Romeo. Aber es war die spontane Abzweigung zu einer unbekannten Strecke, die zu einer Begegnung mit diesen außergewöhnlichen Kreationen auf Rädern führte. Die vier Zagato-Modelle, denen wir unerwartet begegneten, gaben dem Tag eine goldene Note.

Und das Beste daran? Wir hätten es fast verpasst. Wie ein Gespenst im Rückspiegel.