Volkswagen ID.3 GTX Performance (2025) Testbericht – Ein echter elektrischer Heißsporn?
Heiße Kiste?
Wir können uns kurz fassen: Nein, der ID.3 GTX ist kein echter Hot Hatch. Aber das haben Sie wahrscheinlich schon geahnt, sonst hätte Volkswagen ihm ein GTI-Logo aufgeklebt. Die Deutschen sind noch nicht bereit, dieses ikonische Etikett auf ein Elektrofahrzeug zu kleben. Und das zu Recht, die Zeit wird kommen. Aber was genau ist der ID.3 GTX Performance?



ID.3 mit einer Extraportion Würze
Betrachten Sie ihn als einen ID.3 auf Sportschuhen. Für diejenigen, denen der normale ID.3 zu brav ist, bietet der GTX Performance mehr Geschwindigkeit und Fahrspaß. Mit 240 kW (326 PS) und 560 Nm ist er der stärkste ID.3 aller Zeiten. Allradantrieb wie beim ID.4 GTX? Nein, er schickt alles auf die Hinterräder. Ein klassisches Rezept für Fahrvergnügen.
Und Sie merken es. Der Sprint auf 100 km/h dauert nur 5,7 Sekunden, womit er in der gleichen Liga spielt wie der Golf GTI. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h – mehr als genug. Außerdem passen Höchstgeschwindigkeit und elektrisches Fahren noch nicht so gut zusammen.



GTX Design: einfach ein bisschen sportlicher
Für das Äußere hat Volkswagen etwas mehr Pfeffer in die Sache gebracht. Die ID.3 Der GTX Performance ist an sportlichen Stoßfängern, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und einer aggressiveren Frontpartie zu erkennen. Die Standardfarbe Mondsteingrau hinterlässt wenig Eindruck, aber wenn Sie wirklich auffallen wollen, sollten Sie sich für Kings Red entscheiden, wie unser Testwagen. Volkswagen verlangt 1.090 € für diese funkelnde Farbe.

Innen erhalten Sie GTX-spezifische Sportsitze und rote Nähte überall. Der GTX ist – wie der reguläre ID.3 – jetzt mit einem neuen Infotainment-System ausgestattet. Der große zentrale Touchscreen funktioniert reibungslos und bietet eine ChatGPT-Integration. Praktisch, wenn Sie während der Fahrt die Sprintzeit eines Golf GTI erfahren möchten.




Fahren: Ein echter Heißsporn?
Bei einem Hot Hatch geht es um mehr als nur Geschwindigkeit – es geht um Erfahrung. Und genau hier wird es interessant. Dank seines niedrigen Schwerpunkts (Batterieboden) und eines modifizierten adaptiven Fahrwerks fühlt sich der ID.3 GTX Performance überraschend spielerisch, lebendig und wach an. Volkswagen hat ihn spürbar straffer abgestimmt als den normalen ID.3.

Die Lenkung ist direkt, die Bodenhaftung ist ausgezeichnet und das Auto bleibt auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil. Aber es ist immer noch ein Elektroauto und damit ein Schwergewicht: Es wiegt fast zwei Tonnen ohne Aufhängung. Und das spüren Sie, wenn Sie anfangen, an die Grenzen zu gehen. Der Bordcomputer drosselt auch die Leistungsabgabe, um Traktionsprobleme zu vermeiden. Sie bekommen also nicht einfach alle 326 PS auf die Hinterräder los, wie es bei einem altmodischen Hooligan-Hot-Hatch oft der Fall ist.
Aber macht uns das etwas aus? Mwah, wir verstehen. Was wiederum bedeutet: Wäre es ein Hot Hatch, hätte Volkswagen ein GTI-Label draufgeklebt. Die ID.3 GTX ist ein Tausendsassa, der seine Mütze immer noch verkehrt herum trägt. Er ist ein sportlicher Alltagsfahrer, mit dem Sie die ganze Familie transportieren können, ohne dass die Kinder an jeder Schwelle abspringen.

Reichweite und Aufladung
Die ID.3 Der GTX Performance verfügt über eine 79-kWh-Batterie, die für eine theoretische Reichweite von bis zu 596 km gut ist. In der Praxis? Denken Sie an 450 bis 500 km – abhängig von Ihrem rechten Fuß. Während unserer Wintertestwoche, bei Temperaturen um UND unter dem Gefrierpunkt, sank die Reichweite auf etwa 400 km. Selbst unter den widrigsten Bedingungen können Sie also mit einer einzigen Akkuladung beachtliche Strecken zurücklegen. Fett fein.
Auch die Schnellladung ist schnell: Dank 185 kW Ladeleistung sind Sie in etwa 30 Minuten wieder bei 80%. Besonders praktisch: Über eine Taste im Infotainmentsystem können Sie die Batterie während der Fahrt vorwärmen, so dass sie bei Ankunft an einem Schnellladegerät sofort mit voller Leistung geladen werden kann. Mehr Marken könnten diese Funktion in ihren E-Fahrzeugen einsetzen.


Fazit: Elektrischer GTI oder nicht?
Die ID.3 Der GTX Performance beweist, dass elektrische Hecktriebler eine Zukunft haben. Er ist schnell, hat einen Hinterradantrieb und fühlt sich dynamisch an. Aber ist er wirklich ein elektrischer Schrägheckwagen? Ja und nein. Ihm fehlt das scharfe, mechanische Gefühl eines Benziners, der Sound und das Hardcore-Erlebnis.
Aber wenn Sie das Gesamtpaket betrachten – die Leistung, das Handling und die Technologie – ist dies ein elektrisches Fließheck, das sportliche Fahrer ernsthaft an sich zweifeln lassen könnte. Müssen sich die traditionellen Schrägheckmodelle Sorgen machen? Vielleicht nicht heute. Aber der ID.3 GTX Performance zeigt, dass die Zukunft durchaus elektrisch sein kann. Und vor allem: schnell.
Preise
Für den 326 PS starken ID.3 GTX verlangt Volkswagen mindestens 51.990 Euro. Das ist deutlich mehr als die 44.490 Euro, die Sie für den 204 PS starken ID.3 Pro S Business zahlen müssen, der etwa 50 Kilometer weniger weit kommt, aber natürlich weniger sportlich ist. Es bleibt die Tatsache, dass der GTX kein Schnäppchen ist.




