Rückblick – Erste Einführung in Omoda 9
Omoda ist ein junger Automobilhersteller, der 2022 gegründet wurde und bereits seit 2023 auf dem chinesischen Markt tätig ist. Die Markteinführung in den Niederlanden war für 2024 geplant, aber es wurde dieses Jahr. Sie bringen zwei Modelle auf den Markt: den elektrischen Omoda 5 für die Mittelklasse (etwa das Segment des Kia Niro oder Volvo EX30) und den Plug-in-Hybrid Omoda 9 für die obere Mittelklasse. Diese sollten eher zwischen Autos wie dem Volkswagen Tiguan und dem Toyota RAV4 oder sogar ‚Premium‘-Modellen wie dem Volvo XC60 oder dem BMW X3 platziert werden. Es ist auch der Omoda 9, den wir jetzt kennenlernen.
Preise Omoda 9
Die Verbraucher achten mehr denn je auf die Preise, also lassen Sie uns dieses Mal dort beginnen. Der Omoda 9 ist ab 52.900 Euro erhältlich. Ein Betrag, zu dem höchstens 1.320 Euro für eine andere Karosseriefarbe hinzukommen. In den Niederlanden erhalten Sie den Wagen nämlich immer als Premium. Eine Optionsliste gibt es nicht. Übrigens besteht die Farbpalette leider nur aus Schwarz, Weiß und zwei Grautönen.

Serienmäßig reichhaltig ausgestattet
Also keine Optionen, aber das Omoda 9 hat eine reichhaltige Standardausstattung. Für die vollständige Liste verweisen wir auf die Website – die bemerkenswerterweise mit der Schwestermarke Jaecoo geteilt wird – aber wir greifen ein paar Highlights heraus. Zum Beispiel 20-Zoll-Räder, Lederpolsterung und ein Panoramadach. Bemerkenswert sind auch die in die vorderen Kopfstützen integrierten Lautsprecher. Alle Sitze sind beheiz- und belüftbar.
Darüber hinaus legt Omoda viel Wert auf Technologie, so dass es auch daran nicht mangelt. Von einem Head-up-Display und umfangreichen Kameraansichten rund um das Auto bis hin zu 12,3-Zoll-Displays für das Kombiinstrument und umfassendes Infotainment. Ein Wi-Fi-Hotspot mit 4G-Konnektivität und ein Sprachassistent sind ebenso vorhanden wie verschiedene Fahrmodi und alle üblichen Assistenz- und Sicherheitssysteme.



Antriebsstrang Omoda 9
In den Niederlanden ist der Omoda 9 immer ein Plug-in-Hybrid mit einem 1,5-Liter-Benzinmotor und zwei Elektromotoren für den Allradantrieb. Die Systemleistung beträgt satte 395 kW (537 PS) und das maximale Drehmoment 650 Nm. Damit soll der Wagen in nur 4,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt werden und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreichen. Der Omoda 9 wiegt übrigens stolze 2.270 kg, gut zu wissen für die Kfz-Steuer. Die gebremste Anhängelast beträgt 1.500 kg.
Praktische Angelegenheiten Omoda 9
Einige praktische Dinge auf einen Blick. Der Omoda 9 ist immer ein fünfsitziges Auto, das auch auf der Rückbank viel Platz bietet. Ganz hinten gibt es Platz für großzügige 660 Liter Gepäck. Wenn Sie die Rücksitze umlegen, kommen Sie auf 1.783 Liter. Dieses Volumen verteilt sich hauptsächlich auf die Tiefe des Kofferraums, da der hohe Boden in Kombination mit der abfallenden Dachlinie die Höhe relativ begrenzt.



Erster Eindruck Omoda 9
Der erste Eindruck des Omoda 9 ist gut. Das Außendesign mag etwas generisch sein, aber es vermittelt den Eindruck eines Luxusautos. Dieser Eindruck bestätigt sich auch im Innenraum. Wir sehen einige stilistische Merkmale von Luxusmarken wie Mercedes-Benz und auch etwas Cadillac. Der Omoda wird den Originalitätspreis für sein Design nicht gewinnen, aber ist das schlimm? Es sieht gut aus und die Verwendung von Materialien ist auf einem hohen Niveau für diese Preisklasse. Überall sehen Sie schöne und weiche Materialien. Nun, fast überall. Interessanterweise sind es gerade die Tasten am Lenkrad, also etwas, das Sie oft berühren, die sich wiederum ein wenig billig anfühlen. Außerdem zeigen sich bereits einige Kratzer auf der harten Seite der Mittelkonsole.
Es ist auch schön, dass es immer noch einige physische Tasten für die Einstellung bestimmter Dinge gibt. Sie sind nur nicht alle an einem logischen Ort. Die Sitzverstellung befindet sich direkt neben dem linken Außenspiegel. Der Einstellknopf für die Seitenspiegel befindet sich außerhalb Ihres Blickfelds, direkt neben der Lenksäule. Als wir wollten, dass die Klimaanlage etwas weniger laut bläst, schalteten wir plötzlich in den Offroad-Fahrmodus. Wir waren versehentlich einen Drehknopf zu weit links, aber Sie würden dort keine Fahrmodusauswahl erwarten.
OK, einige Funktionen und Einstellungen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn Sie erst einmal wissen, wo sie sich befinden, gewöhnen Sie sich schnell an sie. Der wichtigste Verbesserungspunkt im Innenraum ist unserer Meinung nach die Sitzposition. Selbst wenn der Sitz in der niedrigsten Position steht, sitzen Sie immer noch recht hoch. Sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum restlichen Innenraum. Auf der einen Seite haben Sie dadurch einen besonders guten Überblick über das Auto und den Verkehr, auf der anderen Seite müssen Sie aber auch auf den gewaltigen ‚Radarblock‘ hinter dem Rückspiegel schauen. Über den Komfort der Sitze haben wir nichts zu sagen.



Fahrassistenten Omoda 9
Bei unserer ersten Fahrt halten wir bald an, um die verschiedenen Fahrassistenten nach unserem Geschmack einzustellen. In der Standardeinstellung sind sie sehr fleißig und es ertönt ein ständiger Piepton für alle möglichen Dinge. Einige dieser Signaltöne müssen per Gesetz bei jeder Fahrt wieder eingeschaltet werden, aber zum Glück gibt es Hotkeys, um sie wieder auszuschalten.
Als wir zuletzt den Jaecoo J7 – ein kleineres Modell der Schwestermarke – fuhren, waren die Fahrassistenten noch verbesserungswürdig. Im Omoda 9 funktioniert bereits alles ein wenig besser, aber es gibt noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Auch hier reagiert der adaptive Tempomat zum Beispiel sehr abrupt auf die Vorgänger. Der Fahrspurassistent funktioniert an sich gut, aber der zugehörige automatische Lenkassistent verweigert manchmal aus unbekannten Gründen den Dienst. Auch die Verkehrszeichenerkennung ist meistens falsch. Dabei geht es nicht einmal um das Lesen eines Schildes auf einer Parallelstraße. Wie findet das System zum Beispiel heraus, dass wir auf der Autobahn nur 15 km/h fahren dürfen?

Fahrverhalten Omoda 9
Wenn Sie die Fahrassistenten mit den richtigen Einstellungen in den Hintergrund schieben, bleibt das gute Handling erhalten. In der Praxis haben Sie nicht das Gefühl, ein Auto mit mehr als 500 PS zu fahren, aber das macht nichts. Ganz und gar nicht. Beim Omoda 9 geht es nicht um sportliche Leistung, sondern um Komfort. Sie haben mehr als genug Leistung, um zum Beispiel sanft ineinander überzugehen, wenn es nötig ist, aber meistens lädt er zum gemütlichen Cruisen ein. Da der Elektromotor immer eingeschaltet ist, haben Sie die unmittelbare Reaktion eines Elektrofahrzeugs. Übrigens auch die Geräuschlosigkeit, denn Sie merken kaum, wenn der Benzinmotor aktiv ist.
Auch wenn er auf langen Bodenwellen ein wenig zu stark schwankt (Sie spüren das Gewicht), bietet die weich abgestimmte Federung in den meisten Situationen ausreichend Komfort. Es gibt Autos mit strafferem Handling, aber warum sollte jedes Auto ein Sportfahrwerk haben? Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Komfort und das ist auch gut so. Eine willkommene Abwechslung zu den vielen ’sportlich abgestimmten‘ Konkurrenten.

Praxisverbrauch Omoda 9
Nach dem WLTP-Zyklus hat der Omoda 9 einen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 1,4 l/100 km. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass der praktische Verbrauch eines Plug-in-Hybrids stark davon abhängt, wie oft Sie ihn aufladen und welche Kilometer Sie danach fahren. Es ist also schwer, einen allgemeinen praktischen Verbrauchswert zu nennen. Wir haben jedoch einige Anhaltspunkte.
Die 34,5-kWh-Batterie sollte für eine Reichweite von 145 km im EV-Modus gut sein, was für einen Plug-in-Hybrid ziemlich viel ist. In der Praxis haben wir es immerhin auf weit über 100 km gebracht. Allerdings schaltet der Omoda 9 automatisch in den Hybridmodus, wenn die Batterie auf etwa 30-25% sinkt.
Der Benzinverbrauch im Hybridmodus lag auf den meisten Fahrten bei etwa 5,0 l/100 km. Im ungünstigsten Szenario, einer Autobahnfahrt, bei der der Motor auch Strom für die Batterie erzeugte, zeigte der Bordcomputer etwa 7,5 l/100 km an.

Schlussfolgerung Omoda 9
Der Omoda 9 ist einer der vielen Neueinsteiger auf dem Markt. Im Detail fehlt es dem Omoda 9 etwas an Raffinesse, die Sie bei seinen Konkurrenten finden werden. Auf der anderen Seite ist der Omoda 9 preislich konkurrenzfähig. Für die rund 50.000 Euro bekommen Sie eine Menge und ein ähnlich ausgestatteter Konkurrent ist leicht teurer. Der Omoda 9 ist vielleicht nicht wirklich unverwechselbar, aber er bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und für einen Plug-in-Hybrid eine ziemlich große elektrische Reichweite. Das macht ihn immer noch eine Überlegung wert.





















