Praxistest: Sommerurlaub mit dem elektrischen Audi A6 E-Tron – 1300 Kilometer nach Südfrankreich
Mitten in den Sommerferien
Um neun Uhr morgens steigen wir in Hellendoorn in den Audi. Die Koffer liegen fein säuberlich im Kofferraum – 500 Liter für den Avant, genug für einen Familienurlaub und mehr als genug für den Kameramann und den Autor. Über Deventer, Apeldoorn und Arnheim fahren wir nach Süden. Es ist der 31. Juli, die Mitte der Sommerferien, und die halben Niederlande sind auf dem Weg nach Südeuropa. Zum Glück sind vorerst keine Staus zu erwarten. Wir überqueren die belgische Grenze über Roermond und Maastricht.
Mit 130 bis 140 km/h auf dem Tacho saust der A6 E-Tron leise und geschmeidig über den belgischen Asphalt. Das ist ziemlich clever, wenn man den Zustand des Straßennetzes unseres südlichen Nachbarn bedenkt. Wie sieht es mit der Reichweite des neuen Audi aus? In den Niederlanden schaffen wir in den Tagen vor der Abreise locker 600 Kilometer mit einer vollen Batterie. Im Ausland müssen Sie bei diesem höheren Tempo mit etwa 400 bis 450 Kilometern rechnen. Ein toller Wert – vor ein paar Jahren konnten E-Autos davon nur träumen und es wurde oft geraten, nicht schneller als 100 km/h zu fahren. Mit dem A6 E-Tron können Sie den Tempomat ruhig auf 130 km/h einstellen.
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Erster Halt in den Ardennen
Nach etwa 350 Kilometern erreichen wir die belgischen Ardennen. Die Batterie hat noch etwa 150 Kilometer Energie, aber nach vier Stunden Fahrt wollen wir uns selbst die Beine vertreten. Das werden wir noch öfter erleben: wir sind müder als das Auto. Wir halten bei Fastned in Baraque de Fraiture, einer hochgelegenen Stadt in den Ardennen. Während wir einen Kaffee trinken, lädt sich der Audi in etwa siebzehn Minuten von 25% auf 85% auf. Noch bevor der Cappuccino ausgetrunken ist, ist das Auto wieder einsatzbereit.

Frankreich in
Über Luxemburg fahren wir nach Frankreich. Erst taucht Metz an der Strecke auf, dann Nancy. Nach knapp 400 Kilometern mit hoher Geschwindigkeit ist es an der Zeit, wieder aufzuladen. Wir parken neben einer Reihe von Ionity-Ladegeräten und können uns sofort ans Kabel hängen. Keine Warteschlangen, kein Stress – bemerkenswert, denn es ist Hochsaison. Frankreich ist unterdessen hervorragend auf Elektroautofahrer vorbereitet. Alle 20 bis 40 Kilometer gibt es Schnellladestationen, oft mit 10 oder 20 Ladegeräten.


Ein wichtiges Detail, das Sie sich merken sollten: Das Aufladen an einem Schnellladegerät ist in Frankreich in der Regel schlauer als an einer regulären AC-Säule. Die Preise sind an einem Schnellladegerät oft gleich oder sogar niedriger und Sie vermeiden die hohen Strafgebühren, die manchmal an regulären Säulen anfallen, wenn Sie zu lange an der Steckdose bleiben. Manchmal schon nach zwei oder drei Stunden, so dass Sie unwissentlich fünfzig oder hundert Euro mehr bezahlen müssen. Schnelles Laden ist also nicht nur schneller, sondern auch preislich überschaubarer und daher oft genauso teuer. Das Aufladen über eine Wechselstrom-Steckdose auf einem Campingplatz oder in einem Hotel kann ebenfalls recht teuer sein, daher gilt auch hier: Gleichstrom-Laden dem Wechselstrom-Laden vorziehen.


Lyon
Am frühen Abend rollen wir in Lyon ein. Wie immer ist es in der Stadt sehr voll. Bis jetzt gefällt uns der Audi sehr gut. Die Federung fühlt sich straff und doch komfortabel an und die Stille in der Kabine ist fast heilsam. Selbst bei 130 km/h kann man sich noch etwas zuflüstern.


Das Hotel, das wir gebucht haben, verfügt über ein Schnellladegerät und einen sicheren Parkplatz – eine bewusste Entscheidung. Während wir zum Abendessen gehen, füllt sich der Akku in zwei Stunden zu 100 Prozent. Bereit für den nächsten Tag.

Die letzte Etappe
Am nächsten Morgen besteigen wir ausgeruht das Auto. Noch etwa dreieinhalb Stunden bis Montpellier. Die Sonne steht hoch über dem Rhônetal, das optionale Panoramadach mit neun so genannten Smart Glass Segmenten filtert das Licht auf Knopfdruck und die Klimaanlage hält die Kabine angenehm kühl. Die Kilometer gleiten dahin und gegen Mittag kommen wir bei Fastned in Montpellier an. Ohne Ladestress, ohne Verzögerung.


Fazit
Hellendoorn – Montpellier in 14 Stunden, mitten in den Sommerferien, das ist klasse. Die Übernachtung natürlich nicht mitgerechnet. Mit einem Benzinauto hätte die Fahrt genauso lange gedauert, es sei denn, Sie haben keine Blase. Also ein gutes Ergebnis für den Audi. Das ausgezeichnete französische Ladenetz hilft natürlich auch. Wer auf der Suche nach einem elektrischen Kilometerfresser ist, kann den A6 E-Tron zweifellos ganz oben auf seine Liste setzen.
Mehr über das Auto selbst
Der von uns gefahrene Audi A6 E-Tron Avant Performance hat die größte Batterie: 95 kWh netto. Damit kommt er auf dem Papier bis zu 720 Kilometer weit (die Limousine sogar 750). In der Praxis sollten Sie also mit etwa 500 bis 600 Kilometern in den Niederlanden rechnen, und 400 bis 500, wenn Sie nachts schneller fahren dürfen. Eine Schnellladung ist mit bis zu 270 kW möglich, was für zusätzliche 310 Kilometer in zehn Minuten gut ist. Die kleinere 79-kWh-Batterie reicht ebenfalls weit: 625 Kilometer, mit einer Ladeleistung von bis zu 225 kW.
Bei den Motoren haben Sie die Wahl: Heckantrieb mit 210 kW (286 PS) oder 270 kW (367 PS) (Performance), oder Quattro mit mindestens 315 kW (428 PS). Die S-Version liefert sogar 370 kW (503 PS) und sprintet in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Unser Performance mit 270 kW (367 PS) schafft dies in 5,4 Sekunden – mehr als genug, um die französischen Autobahnen mit hoher Geschwindigkeit zu bezwingen.
Sommerurlaub mit dem elektrischen Audi A6 E-Tron – 1300 Kilometer ROADTRIP
