Machen Sie Urlaub mit Ihrem EV? Hüten Sie sich vor himmelhohen Kosten durch den Klebetarif!
In den Niederlanden sind wir es gewohnt, günstig zu laden. Im Supermarkt oder auf einem Parkplatz schließen Sie Ihr Elektroauto einfach an eine Ladesäule an und zahlen einen Preis für den entnommenen Strom. Das Stehen an der Säule ist im Grunde kostenlos. Aber im Urlaub sind die Ladetarife oft undurchsichtiger und vor allem teurer. Das liegt daran, dass hier sogenannte Zeittarife gelten können. Ein zusätzlicher Tarif pro Minute, die Ihr Auto an der Ladesäule steht, während des Ladevorgangs oder nachdem Ihr Auto vollständig aufgeladen ist.
Warum sind die Gebühren im Ausland so heimtückisch?
Der kWh-Preis selbst ist nicht allzu schlecht. In vielen europäischen Ländern zahlen Sie zwischen 40 und 80 Cent pro Kilowattstunde. Ein Betrag, der mit dem in den Niederlanden vergleichbar ist. Aber an vielen Ladestationen gibt es ein Extra. Ein Zeittarif, auch bekannt als ‚klebriger Tarif‘.
Es funktioniert folgendermaßen. Sobald Ihr Akku voll ist, startet der Zähler für den Blocktarif. Sie zahlen zum Beispiel 10 Cent pro zusätzliche Minute. Das klingt harmlos, macht aber 6 Euro pro Stunde aus. Wenn Sie Ihr Auto acht Stunden lang stehen lassen, zapfen Sie 48 Euro an, zusätzlich zum regulären Ladetarif.
Fallbeispiele für schockierend hohe Gebührensätze
Der ANWB nannte mehrere Beispiele von E-Fahrern, die von extremen Ladetarifen unangenehm überrascht wurden. Ein Urlauber in Österreich erhielt eine Rechnung in Höhe von 731 Euro. Das Auto war 4,5 Tage lang an einer öffentlichen Ladestation geparkt. Aber auch in den Niederlanden kann das Aufladen Ihres Elektroautos teurer werden, als Sie vorher dachten. Jemand hat sein Elektroauto vier Tage lang an einer Ladestation geparkt. Das Ergebnis? 191 Euro durften abgerechnet werden. Sicherlich ist das Geld besser angelegt, vor allem im Urlaub.
Warum werden hohe Gebühren immer häufiger erhoben?
In den Niederlanden sind wir mit transparenten Gebühreninformationen und oft niedrigen Tarifen verwöhnt. Aber im Ausland wird die Ladeinfrastruktur oft von kommerziellen Betreibern oder lokalen Regierungen verwaltet. Diese wollen die Belegung der Ladestellen begrenzen und setzen dies mit hohen Tarifen durch. Vor allem in touristischen Gebieten, wie z.B. in Skigebieten, historischen Stadtzentren und Hotels, sind Ladestationen rar.
Dort gibt es strenge Regeln und zusätzliche Gebühren, um den Datenfluss zu fördern. Und das Problem für Sie ist, dass Sie bei weitem nicht immer eine Warnung erhalten, wenn die Sperranzeige in Kraft tritt. Oft merken Sie es erst, wenn Sie die Rechnung erhalten.
Wie können Sie unerwartet hohe Gebühren vermeiden?
Zum Glück können Sie eine Menge tun, um sich vor überhöhten Gebühren zu schützen. Diese Tipps helfen Ihnen, sorglos und kostengünstig zu laden:
1. Verwenden Sie Lade-Apps, die die aktuellen Ladetarife anzeigen
Apps wie die ANWB Charging Card, Chargemap, Shell Recharge zeigen die aktuellen Ladetarife und eventuelle Sperrgebühren für jeden Ladepunkt an. Prüfen Sie dies immer, bevor Sie Ihr Auto an die Steckdose anschließen.
2. Stellen Sie einen Timer für langsames Laden ein (AC)
Wenn Sie an einer Steckdose laden, dauert das Aufladen oft mehrere Stunden. Stellen Sie einen Wecker auf Ihrem Telefon, sobald Sie losfahren, damit Sie wissen, wann Ihr Elektroauto wieder vollständig aufgeladen ist. Auf diese Weise können Sie es rechtzeitig wegfahren und zusätzliche Ladegebühren vermeiden.
3. Bevorzugen Sie Schnellladegeräte (DC)
Schnellladegeräte sind oft teurer pro kWh, erheben aber nur selten eine Blockierladung. Die Sitzung wird automatisch beendet, sobald die Batterie voll ist. Außerdem sind Sie innerhalb einer Stunde wieder auf der Straße.
4. Seien Sie vorsichtig an Ladestationen ohne Bildschirm oder mit lokalen Informationen
In Italien oder Frankreich sehen Sie regelmäßig Ladestationen mit Informationen nur auf Italienisch oder Französisch. Sie beherrschen die Sprache nicht sehr gut und sind sich daher nicht sicher, ob es Sperrtarife gibt? Schauen Sie online nach oder wählen Sie eine andere Ladestation mit klaren Informationen.
Soziale Seite des Ladens: Geben Sie auch anderen einen Platz
Das Aufladen ist nicht nur eine praktische, sondern auch eine soziale Frage. Wenn Sie Ihr Auto zu lange an der Ladestation stehen lassen, kann jemand anderes nicht aufladen. Das ist so, als würden Sie ein Handbuch auf der Liege am Pool liegen lassen, während Sie etwas anderes tun. Um auch anderen die Möglichkeit zu geben, die Ladestation zu nutzen, ist es nett, wenn Sie Ihr Handtuch abnehmen und Ihr Elektroauto lesen. Die anderen freuen sich über einen Ladeplatz und Sie freuen sich über eine Rechnung ohne zusätzlichen Aufkleber.
Fazit: Die Gebühren im Urlaub sind oft unsichtbar – bis es zu spät ist
Der kWh-Preis ist nicht Ihre größte Sorge, wenn Sie mit einem Elektroauto in den Urlaub fahren. Es sind vor allem die unsichtbaren Blockadegebühren, die finanzielle Ängste auslösen. Zum Glück können Sie mit ein wenig Vorbereitung und den richtigen Apps diese hohen Ladegebühren vermeiden. Prüfen Sie also immer, wie hoch der kWh-Tarif ist, ob Blockierungstarife gelten, wann Sie abreisen müssen, welche Ladestation geeignet ist und ob sie frei ist. Auf diese Weise laden Sie und Ihr Elektroauto während des Urlaubs, ohne Ihren Geldbeutel völlig zu leeren.
