KTM verkauft Autosparte an belgische Brauerfamilie
Neuer Besitzer aus Belgien
Der Käufer scheint die wohlhabende belgische Brauerfamilie De Mevius zu sein, die für ihre Anteile an Inbev bekannt ist. Dies berichtet News Engine. Die Automarke wird wahrscheinlich unter die Fittiche der Investmentgesellschaft Verlinvest kommen, mit der die Familie auch an einer ganzen Reihe von Unternehmen beteiligt ist. So ist Verlinvest u.a. an Tony’s Chocolonely beteiligt und war zuvor Aktionär der Bekleidungsmarke G-Star. In der Automobilbranche ist das Unternehmen bei K1 Speed aktiv, einem Anbieter von Elektro-Kartparks.
Produktion in Österreich
Der KTM X-Bow wird seit seiner Einführung im Jahr 2008 in Graz, Österreich, gebaut. Die Wartung findet in Thalsheim statt. Mit dem Verkauf verabschiedet sich KTM von einem Projekt, das von vielen als Prestigeprojekt des ehemaligen CEO Stefan Pierer angesehen wurde. Pierer, der sich oft an BMW orientierte, sah in dem X-Bow eine Möglichkeit, die Marke neben Motorrädern auch mit Autos bekannt zu machen. Doch das Projekt wurde nie profitabel.

KTM X-Bow Hintergrund
Der X-Bow (sprich: Armbrust) debütierte 2008, mitten in der weltweiten Finanzkrise. Das erste Modell war ein kompromissloser Sportwagen ohne Türen und Windschutzscheibe, dessen Fahrer sogar angewiesen wurden, immer einen Helm zu tragen. Diese Verbindung zur Motorradwelt war offensichtlich und machte den X-Bow in erster Linie zu einem rennstreckenorientierten Auto. Es gab mehrere Varianten des X-Bow.
KTM X-Bow GT2
Der KTM X-Bow GT2 wurde 2020 als ernsthafter Rennwagen für die internationale GT2-Meisterschaft eingeführt. Mit einem leistungsstarken Fünfzylinder-Turbomotor von Audi, der mehr als 600 PS leistet, und einem ultraleichten Kohlefaser-Chassis war der GT2 eine der extremsten Versionen der X-Bow Familie. Der Wagen wird noch immer von mehreren Kundenteams bei Langstreckenrennen eingesetzt und erwies sich auf der Rennstrecke als eine der erfolgreichsten Varianten des X-Bow. Im Jahr 2023 wurde ein straßenzugelassener KTM X-Bow GT-XR hinzugefügt. Dieser erwies sich als sehr beliebt.
Obwohl der X-Bow im Laufe der Jahre eine treue Fangemeinde ansprechen konnte, blieb das Modell zu kompromisslos für den Einsatz im großen Stil auf der Straße. Der Verkauf an den belgischen Investor markiert das Ende der Ambitionen von KTM in der Autoindustrie und bestätigt, dass der X-Bow in erster Linie ein Nischenprodukt geblieben ist. Was der neue Eigentümer mit der Autosparte von KTM machen wird, ist noch nicht bekannt.









