Kia EV5 (2025): zwischen dem kleinen EV3 und dem großen EV9, ein Fernschuss?
Es füllt die Lücke in Bezug auf Größe und Design einwandfrei aus. Das wurde auch Zeit, denn die Konkurrenz ist inzwischen groß. Was jedoch auffällt: der EV5 hat keine gemeinsame technische Basis mit dem EV6. Keine 800V-Volt-Architektur, keine ultraschnellen Lademöglichkeiten. Es stellt sich die Frage: Ist es immer noch ein gelungenes Gesamtpaket, oder vermissen Sie hier die raffinierte Technik, die den EV6 so stark macht?
Wo wurde dieser EV5 zurückgelassen?
SUVs des C-Segments sind seit Jahren das beliebteste Format auf dem europäischen Markt. Nicht zu groß, nicht zu klein und genau das Richtige für Familien, die sowohl Platz als auch Manövrierfähigkeit suchen. Auch im Elektrobereich wimmelt es von kompakten SUVs. Denken Sie an den Volkswagen ID.4 und ID.5, den Škoda Enyaq und den neuen Peugeot e-3008. Daher ist es eigentlich überraschend, dass Kia erst jetzt mit einem Modell in diesem Segment auf den Markt kommt. Wobei ‚jetzt‘ relativ ist: Der Kia EV5 fährt schon seit einiger Zeit auf der anderen Seite der Welt herum, unter anderem in China und Australien. Aber jetzt kommt er endlich nach Europa und ergänzt die Kia-Produktpalette hier.
Antrieb: vorerst eine Wahl für den Kia EV5
Die Technik des EV5 ist im Moment noch recht einfach. Er ist mit einem 81,4 kWh-Akkupaket ausgestattet, das für eine vorläufig geschätzte WLTP-Reichweite von etwa 530 Kilometern ausreicht. Der Antrieb erfolgt über die Vorderräder, mit einer Systemleistung von 218 PS (170 kW) und einem Drehmoment von 295 Nm.
Schnelles Laden ist bis zu einem Maximum von 150 kW möglich. Das ist also etwas weniger, als Sie von Kia erwarten würden, vor allem wenn Sie die Ladeleistung des EV6 (240 kW) berücksichtigen. Dennoch war es eine bewusste Entscheidung von Kia, sich für die 400V-Technologie zu entscheiden; sie sorgt für eine stabile Ladekurve. Keine Spitzen nach oben oder unten, wie man sie manchmal bei höheren Ladekapazitäten sieht, sondern eine solide Art des Ladens. Dieser ist immer noch gut für eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent in 30 Minuten, das ist also keine schlechte Sache. Auch das Anhängegewicht von 1.200 kg ist nicht falsch.


Der Kia EV5 verfügt auch über Vehicle-to-Load (V2L), mit dem Sie externe Geräte über das Auto mit Strom versorgen können. Eine Steckdose finden Sie im Kofferraum. Vehicle-to-Grid gehört ebenfalls zu den Optionen, der EV5 ist per Software darauf vorbereitet. Übrigens ist dies bisher der einzige verfügbare Antriebsstrang, aber es ist klar, dass es in Zukunft auch eine Version mit einer kleineren Batterie geben wird, 60 kWh, eine Allradvariante und ein EV5 GT sind im Gespräch.
Design: Der Kia EV5 ist eine Art kleiner EV9
Was das Design betrifft, ist der EV5 definitiv ein echter Kia. Das Design ist dank der robusten und kantigen Karosserie und der LED-Scheinwerfer mit der inzwischen bekannten Lichtsignatur erkennbar. Alles in allem erinnert er stark an einen kompakten EV9. Der EV5 hat einen robusten, modernen Look, der gut zum Gesicht der elektrischen Familie der Marke passt.




Im Fond bietet der Kia EV5 einen erstaunlich geräumigen Kofferraum. Der Kofferraum fasst 566 Liter und wächst bei umgeklappten Rücksitzen auf maximal 1.650 Liter. Was auffällt, ist, dass die Rücksitze nicht so flexibel umklappbar sind wie im Sportage. Der EV5 verfügt über eine 60:40-Teilung und damit nicht über die feinere 40:20:40-Teilung, die mehr Vielfalt bietet. Dennoch können Sie die Handläufe von den Rücksitzen selbst einfach umklappen, so dass eine flache Ladefläche entsteht. Außerdem finden wir vorne einen kleinen Kofferraum, der 44 Liter fasst und damit ein Kofferraumvolumen von insgesamt 610 Litern bietet.
Auch die Fondpassagiere haben es bequem. Dank seiner Länge von 4,61 Metern, seiner Breite von 1,87 Metern, seinem Radstand von 2,75 Metern und vor allem seiner Höhe von 1,68 Metern kann der Innenraum als geräumig bezeichnet werden. Dadurch bleibt im Fond auch für große Menschen bemerkenswert viel Beinfreiheit. Die Mittelkonsole zeichnet sich durch eine Art einziehbare Schublade aus, die den Passagieren im Fond mehr Stauraum als üblich bietet.


Intelligente Gadgets im Kia EV5
Vorne ist deutlich zu erkennen, dass der EV5 mit anderen Elektroautos von Kia verwandt ist. Das Armaturenbrett ist schlank und geräumig, mit einer offenen Mittelkonsole, die ein großzügiges Gefühl zwischen den Vordersitzen vermittelt. Das digitale Cockpit besteht aus zwei Bildschirmen von je 12,3 Zoll, einem für das Kombiinstrument und einem für das Infotainmentsystem.
Neu ist, dass Kia jetzt Google Points of Interest verwendet. Das bedeutet nicht, dass das gesamte Navigationssystem auf Google-Diensten läuft, aber Sie können ganz einfach zu Orten aus der Google-Datenbank navigieren. Eine intelligente Ergänzung, die das System noch ein wenig benutzerfreundlicher macht. Ein bemerkenswertes Detail ist der Fingerabdruckscanner, mit dem Sie das Auto „starten“ können.


Also… erfolgreiches Gesamtpaket?
Der EV5 ist geräumig, schlank gestaltet, gut ausgestattet und richtet sich an ein breites Publikum. Ihm fehlen noch einige technische Raffinessen – wie superschnelles Aufladen oder Allradantrieb – aber das macht er mit einfacher Bedienung, robustem Aussehen und intelligenten Lösungen wieder wett.
Die reine Technologie ist vielleicht nicht so fortschrittlich wie beim EV6, aber Kia zielt hier eindeutig auf eine andere Zielgruppe ab. Nicht den Technik-Enthusiasten, der nach ultraschneller Aufladung und sportlicher Leistung sucht, sondern die Familie, die einen praktischen, gut gestalteten Elektro-SUV sucht. Der Preis ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels leider noch nicht bekannt, aber Kia verspricht, dass der EV5 preislich konkurrenzfähig sein wird.
