Gesichtet: ein Plymouth Horizon
Wer regelmäßig eine Auto-Veranstaltung besucht, weiß es: Auf dem Besucherparkplatz stehen oft mindestens genauso interessante Autos wie auf der Veranstaltung selbst. Das haben wir in dieser Kolumne auch schon einmal bewiesen. Am vergangenen Osterwochenende fand traditionell wieder das Noordhollands Oldtimer Festival in Hem/Venhuizen statt. Was uns betrifft, so hat einer der Besucher das Highlight des Tages mit nach Hause genommen.
Das gefleckte Exemplar
Meine Wenigkeit kennt sich mit obskuren Automodellen ziemlich gut aus, musste aber dennoch genau überlegen, was das hier wieder ist. Die Antwort: ein Plymouth Horizon von 1981. Vielleicht zündet diese Typenbezeichnung noch ein kleines Licht an: als Schrägheckmodell hat er zusammen mit dem Dodge Omni immer noch einen angemessenen Ruf als die nordamerikanische Version dessen, was bei uns der Chrysler/Simca/Talbot Horizon war. Weniger bekannt ist, dass es mehr Varianten als nur den fünftürigen Fließheck gab.




Plymouth Horizon: mehr als ein Fließheck
Da das Fließheck noch immer eine gewisse Bekanntheit genießt, konzentrieren wir uns vorerst auf diese anderen Varianten. Wie Sie sehen, war allein das Fließheck, das von 1978 bis 1990 ausgeliefert wurde, unter verschiedenen Marken- und Typenbezeichnungen erhältlich, aber wir tun unser Bestes, um es übersichtlich zu halten.



Plymouth Horizon als Coupé
Für das Modelljahr 1979 wurde die Palette um eine Coupé-Version erweitert. Beim Dodge Omni trug es die Endung 024 und beim Plymouth Horizon die Bezeichnung TC3. Im Vergleich zum Fließheck hatte das Coupé einen längeren Radstand und eine völlig eigenständige Karosserie. Im Grunde stimmte also nur die Unterhauttechnik überein. Auch beim Antrieb glichen sie dem Fließheck, so dass das Coupé mehr durch sein Aussehen als durch seine Leistung bestach.

Für das Modelljahr 1981 wurden die Coupés mehr als eigenständige Modelle positioniert und hießen einfach Dodge 024 und Plymouth TC3. Für das Modelljahr 1982 änderten sich die Namen der Coupés erneut. Die Plymouth-Version hieß jetzt Turismo und der Dodge weiterhin Charger. So bildete der Horizon plötzlich auch ein bemerkenswertes Kapitel in der Geschichte dieser berühmten Muscle-Car-Linie. Es gab auch eine Sportversion mit einem stärkeren Motor: den Dodge Shelby Charger und den Plymouth Turismo Duster.
Für das Modelljahr 1984 wurden beide Versionen einem Facelift unterzogen und erhielten flache Doppelscheinwerfer. Ein weiterer, etwas stärkerer Motor kam im folgenden Jahr hinzu. Für das Modelljahr 1987 wurden die Coupé-Modelle durch die völlig neuen Dodge Shadow und Plymouth Sundance abgelöst. Als Chrysler ES (Dreitürer) und GTS (Fünftürer) wurden sie in leicht modifizierter Form auch weiterhin offiziell in den Niederlanden ausgeliefert.

Plymouth Horizon als Pick-up
Und dann ist da noch die unerwartetste, aber auch die schlichteste Variante. Für das Modelljahr 1982 erschien auch eine Pick-up-Version unter dem Namen Dodge Rampage und auf der Basis des Coupés. Der Pick-up musste mit dem größeren Chevrolet El Camino konkurrieren. Deshalb machte sich Chrysler sogar die Mühe, die Hinterradaufhängung im Vergleich zu den anderen Horizon-Varianten zu modifizieren. Auf diese Weise konnte der Rampage immer noch eine angemessene Nutzlast bieten.
Nur für das Modelljahr 1983 war der Dodge Rampage auch als Plymouth Scamp erhältlich, wobei die Plaketten der einzige Unterschied waren. Für das Modelljahr 1984 wurde der Rampage einem Facelift unterzogen, das dem des bereits erwähnten Charger entsprach. Nach 1984 war es mit dem Pick-up schon wieder vorbei.

Der Plymouth Horizon in den Niederlanden
Als ob ein Plymouth Horizon TC3 außerhalb Amerikas nicht schon besonders genug wäre, ist das von uns gesichtete Exemplar auch noch ursprünglich niederländisch. Soweit wir wissen, wurden die amerikanischen Horizon-Varianten nie in Europa ausgeliefert. Also muss jemand dieses Coupé damals interessant genug gefunden haben, um es selbst brandneu zu importieren.
Bei all diesen Namensvarianten ist es schwierig festzustellen, wie viele Modelle dieser Serie in den Niederlanden unterwegs sind, aber wenn wir nach ‚Plymouth Horizon‘ suchen, stoßen wir auf nur drei. Bemerkenswerterweise sind zwei davon ‚original niederländisch‘, darunter auch das gesichtete Modell. Er ist auch der einzige der drei mit gültigem TÜV und Versicherung. Leider hat die RDW keine der Karosserieversionen registriert, aber es könnte ja sein, dass dies das einzige Horizon Coupé in den Niederlanden ist.
Der Vollständigkeit halber: Es gibt drei Dodge Omni mit holländischen Kennzeichen, und soweit wir das beurteilen können, haben wir alle holländischen Exemplare der (amerikanischen) Horizon-Familie gehabt.
Wochenend-Tipp
Apropos Veranstaltungen, dieser Plymouth Horizon wäre ein idealer Teilnehmer für die EMWalhalla (hier unser Bericht von 2022 und 2023), die am 10. Mai (also morgen) auf dem Gelände von Louwman’s Toyota World in Raamsdonksveer stattfindet. Dort werden Sie sicher noch viele weitere dieser völlig unbekannten oder vergessenen Autos antreffen.
