Fahren Sie mit dem Auto nach Paris, solange Sie noch können? Die Stadt wird radikal grün
Ehrgeizig
Die Idee ist so einfach wie ehrgeizig: 500 Straßen in Paris werden in den nächsten Jahren zu sogenannten ‚rues jardin‘ umgestaltet – Straßen, in denen Autos verschwinden und Platz für Bäume, Pflanzen, Bänke und spielende Kinder machen. Diese neuen autofreien Straßen werden zusätzlich zu den bereits bestehenden 200 autofreien Straßen angelegt. Damit werden es bald 700 sein – das entspricht etwa 10 Prozent aller Pariser Straßen. Jedes Viertel wird zwischen sechs und acht solcher grünen Korridore erhalten. Welche das genau sind, wird später in Absprache mit den Anwohnern und der lokalen Verwaltung entschieden.
Stellplätze
Die Verlagerung bedeutet einen weiteren großen Einschnitt bei der Anzahl der Parkplätze. Zehntausend Parkplätze werden verschwinden, um Platz für Bäume und Blumenkästen zu schaffen – zusätzlich zu den zehntausend, die bereits bis 2020 wegfallen. Die Stadtverwaltung sieht dies nicht als Verlust, sondern als Chance, die Stadt für Menschen und nicht für Fahrzeuge umzugestalten.
Klimawandel
Die Maßnahme ist Teil eines Kurses, den Paris schon seit Jahren verfolgt: Reduzierung des Autoverkehrs und Begrünung der Stadt. Gleichzeitig investiert die Stadt in die Fahrradinfrastruktur, die gemeinsame Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr. Nicht jeder ist mit den Plänen zufrieden. Kritiker verweisen auf den Verlust der Erreichbarkeit für Anwohner, Unternehmer, Lieferanten und Notdienste gleichermaßen.
Blattresistenz
Die rechtsgerichtete Opposition in Paris lehnt die Pläne entschieden ab. Ihrer Meinung nach sind die Auswirkungen auf Mobilität, Wirtschaft und Sicherheit nicht ausreichend berechnet worden. Sie sagen auch, dass der Erhalt der bestehenden Grünflächen zu wünschen übrig lässt. Außerdem haben nur vier Prozent der Pariser bei einem Referendum für den Plan gestimmt. Trotz dieser geringen Wahlbeteiligung treibt der Stadtrat den Plan unvermindert voran.
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