Dieser F1-Pilot übernimmt jetzt den berühmten Rekord von Nico Hülkenberg: die meisten Rennen ohne Podiumsplatz
Hülkenberg
Gestern ging es nicht um Verstappens desaströses Rennen, den Kampf zwischen den McLarens, Piastris Zeitstrafe oder den neuen Tabellenführer, sondern vor allem um Hülkenbergs Podiumsplatz. Der Deutsche gilt seit Jahren als einer der beständigsten Mittelfeldfahrer in der F1. Sein Tempo war nie das Problem, aber entweder stürzte er in entscheidenden Momenten (Singapur 2017) oder sein Team hatte einfach nicht das Material, um konkurrenzfähig zu sein. Doch gestern passte alles zusammen und Hülkenberg holte in seinem 239. Formel-1-Rennen seinen ersten Podiumsplatz. Mit seinem dritten Platz wurde er endlich den wenig beneidenswerten Rekord der meisten F1-Rennen ohne Podium los.
Neuer Rekordhalter
Mit Hülkenbergs Podium führt nun sein Landsmann Adrian Sutil die Liste der Fahrer mit den meisten GP-Starts ohne Pokal oder Champagner an. Sutil fuhr zwischen 2007 und 2014 nicht weniger als 128 Grands Prix, ohne jemals höher als auf Platz vier zu landen, damals in Monza 2009. Damit führt er nun die Rangliste an, gefolgt von Namen wie Pierluigi Martini, Philippe Alliot und Yuki Tsunoda. Der Japaner hat immer noch die Chance, seinen Namen von der Liste zu streichen, aber nach 99 Starts ohne Podium tickt auch seine Uhr mittlerweile ganz ordentlich. Für Sutil gibt es keine zweite Chance mehr – er hat die Formel 1 Ende 2014 verlassen.
1️⃣ Adrian Sutil – 128 Starts, bestes Ergebnis: 4
2️⃣ Pierluigi Martini – 119 Starts, bestes Ergebnis: 4
3️⃣ Philippe Alliot – 109 Starts, bestes Ergebnis: 5
4️⃣ Yuki Tsunoda – 99 Starts, bestes Ergebnis: 4
5️⃣ Pedro Diniz – 98 Starts, bestes Ergebnis: 5
Wer ist Adrian Sutil noch mal?
Adrian Sutil gab 2007 sein Formel-1-Debüt bei Spyker und blieb nach der Übernahme viele Jahre lang mit Force India verbunden. Er fuhr dort zwischen 2008 und 2011 und kehrte 2013 zurück, nachdem er 2012 ein Jahr lang suspendiert war. Er beeindruckte mit einem starken Rennen in Australien und einem fünften Platz in Monaco – seinem besten Ergebnis überhaupt. Allerdings gab es auch Tiefpunkte in seiner Karriere, darunter eine Gefängnisstrafe auf Bewährung nach einer Prügelei mit Lotus-Chef Éric Lux im Jahr 2011 und seine Beteiligung an Jules Bianchis tödlichem Unfall in Suzuka 2014, der auf einen Crash von Sutil selbst folgte. 2014 wechselte er zu Sauber, aber enttäuschende Leistungen und ein Rechtsstreit um einen nicht überprüften Vertrag ließen ihn Ende 2014 aus der Formel 1 verschwinden. Versuche eines Comebacks im Langstreckensport (Le Mans) scheiterten und ein Test bei Toyota im Jahr 2016 verlief ergebnislos. Danach kehrte er dem Motorsport für lange Zeit den Rücken.
Seitdem ist Sutil als Unternehmer aktiv: 2017 gründete er sein eigenes Unternehmen, Sutil’s Fine Wines. Im Jahr 2022 überraschte er mit einer Rückkehr zur Ferrari Challenge Europe, bei der er sogar Rennen gewinnen konnte. Inzwischen, im Alter von 41 Jahren, scheint er seinen Helm endgültig an den Nagel gehängt zu haben.
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Kopfzeilenfoto: Red Bull Content Pool
