Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen sinkt um 11%, aber die Hersteller entdecken ein überraschendes alternatives Einkommensmodell
Weltweit 2,2 Millionen EVs in zwei Monaten
Im Februar 2026 wurden weltweit rund 1,1 Millionen Elektroautos verkauft, wie Zahlen von Benchmark Mineral Intelligence zeigen. Das klingt beeindruckend, ist aber 11 Prozent weniger als im Februar 2025 und auch 11 Prozent weniger als im Januar. Für die ersten beiden Monate des Jahres 2026 liegt die Zahl bei 2,2 Millionen Einheiten, 8 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Ursachen sind je nach Region sehr unterschiedlich. In Europa ist der Absatz dank Subventionen und staatlicher Maßnahmen um 21% gestiegen. Deutschland (+26 Prozent), Frankreich (+30 Prozent) und Italien (fast eine Verdoppelung) führen die Entwicklung an. In Nordamerika hingegen zeigt sich ein ganz anderes Bild: Die Verkäufe sind seit Jahresbeginn um satte 36 Prozent zurückgegangen.
China exportiert wie nie zuvor
Einige Hersteller spüren den Schmerz mehr als andere. Bei Ford brach der Absatz von Elektroautos in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 um 70 Prozent ein. Aber auch beim Volkswagen Konzern schmerzen die Zahlen. Tatsächlich leidet jeder Autohersteller unter den enttäuschenden Verkaufszahlen. China – immer noch der weltweit größte Markt für Elektroautos – kämpft mit einem Rückgang von 26 Prozent auf seinem Inlandsmarkt. Die Ursache? Die Wiedereinführung von Kaufsteuern und angepasste Inzahlungnahme-Subventionen. Aber die chinesischen Marken kompensieren diesen Verlust, indem sie mehr denn je exportieren. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 haben sich die chinesischen Exporte von Elektrofahrzeugen verdoppelt und die Marke von einer halben Million Einheiten überschritten.
Batterien als Einkommensmodell außerhalb des Automobils
Hier werden die Dinge wirklich interessant. Automobilhersteller und -zulieferer entdecken, dass sich mit ihrem Batterie-Know-how nicht nur in Autos Geld verdienen lässt. Immer mehr Parteien konzentrieren sich auf sogenannte Energiespeichersysteme (ESS): große Batteriepakete, die als Speicher für Solar- und Windenergie oder als Puffer für das Stromnetz dienen.
Denken Sie an Fabriken, die tagsüber Sonnenenergie speichern, um sie abends zu nutzen, oder an Netzbetreiber, die Nachfragespitzen abfangen. Die Technologie ist weitgehend dieselbe wie bei Elektroauto-Batterien, so dass die Automobilhersteller ihre bestehenden Produktionslinien und ihr Know-how nutzen können. Das macht sie zu einer logischen und lukrativen Alternative, jetzt, wo das Wachstum der Elektroautos für eine Weile ins Stocken geraten ist.
Und die Niederlande?
Die Niederlande sind traditionell ein starker Markt für Elektroautos, der durch den günstigen Zusatzsteuersatz für gewerbliche Fahrer (derzeit 16 Prozent für vollelektrische Autos) und ein dichtes Ladenetz unterstützt wird. Das europäische Wachstum von 21 Prozent ist daher eine gute Nachricht für unser Land.
Dennoch gibt es Vorbehalte. Das Auslaufen der niederländischen Subventionen für private Käufer (das SEPP-Programm ist ausgelaufen) könnte das Wachstum hemmen. Gleichzeitig bringen die chinesische Exportwelle und der zunehmende Wettbewerb immer preisgünstigere Modelle zu den Händlern. Marken wie BYD, MG und Xpeng bieten jetzt erschwingliche Alternativen, die die europäischen Hersteller unter Druck setzen.
Das Aufkommen von Energiespeichersystemen ist auch für die Niederlande von Bedeutung. Mit unserem Ziel, bis 2030 70 Prozent des Stroms nachhaltig zu erzeugen, steigt der Bedarf an Speicherkapazität rapide an. Autohersteller, die hier einsteigen, können eine wichtige Rolle bei unserer Energiewende spielen.
Die Zahlen im Überblick
Hier sind die globalen EV-Verkaufszahlen für die ersten beiden Monate des Jahres 2026:
- Weltweit: 2,2 Millionen Einheiten (-8% YTD)
- China: 1,1 Millionen Einheiten (-26%)
- Europa: 0,6 Millionen Einheiten (+21%)
- Nordamerika: 0,17 Millionen Einheiten (-36%)
- Rest der Welt: 0,37 Millionen Einheiten (+84%)
Zusammenfassend
Der Markt für Elektrofahrzeuge wächst nicht mehr geradlinig nach oben – so viel ist klar. Aber die Gesamtzahlen sind immer noch enorm und Europa läuft auf Hochtouren. Der kluge Schachzug der Hersteller, ihr Batterie-Know-how breiter zu nutzen, zeigt, dass die Milliardeninvestitionen in die Elektrifizierung nicht umsonst waren. Im Gegenteil: Sie finden einfach neue Wege, um sich selbst zu finanzieren. Und das ist vielleicht das beruhigendste Signal in einem ansonsten unruhigen Markt.
