Das ist man in Wolfsburg nicht gewohnt: Volkswagen macht erstmals seit Jahren einen Megaverlust
Mehr als eine Milliarde Euro
Im dritten Quartal 2025 musste der deutsche Automobilhersteller einen Verlust von über 1,1 Milliarden Euro hinnehmen – ein harter Schlag für ein Unternehmen, das normalerweise an Milliardengewinne gewöhnt ist. Die Schuldigen? Eine Kombination aus hohen US-Importzöllen und Problemen bei der Tochtermarke Porsche.
Trump
Die US-Regierung – angeführt von Sie wissen schon wer – hat kürzlich die Einfuhrzölle auf europäische Autos auf 15 Prozent erhöht. Dieser Scherz wird Volkswagen in diesem Jahr schätzungsweise rund 5 Milliarden Euro kosten. Als ob das nicht genug wäre, belastet Porsche seine Zahlen noch weiter. Der Sportwagenhersteller musste erhebliche Abschreibungen auf seine Elektroprojekte vornehmen, da die Umstellung auf vollelektrische Fahrzeuge viel langsamer verläuft als geplant. Porsche, einst der Stolz (und Gewinnmotor) des Konzerns, entpuppt sich damit plötzlich als Sorgenkind. Die Nachfrage nach elektrischen Sportwagen ist enttäuschend, vor allem in China, wo lokale Marken den Markt mit erschwinglichen Elektroautos überschwemmen, die zudem ein gutes Fahrverhalten und ein paar hundert PS haben.
Wende in der Strategie
Der Finanzvorstand von Volkswagen, Arno Antlitz, nannte das Ergebnis „viel schwächer als im letzten Jahr“ und warnte, dass die Kombination aus Handelskonflikten und kostspieliger Restrukturierung noch einige Zeit anhalten wird. Dennoch stieg der Umsatz von Volkswagen dank höherer Verkaufszahlen leicht auf mehr als 80 Milliarden Euro. Aber unter dem Strich bleibt von diesem Wachstum wenig übrig.
Austerität
Der Autobauer plant, in den kommenden Jahren größere Einschnitte vorzunehmen und (noch) mehr Teile und Modelle zwischen den Marken zu teilen – zum Beispiel zwischen Volkswagen, Skoda und Cupra – um Größenvorteile zu erzielen. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“, sagte Antlitz bei der Präsentation der Zahlen.
Chips und China
Als ob die Dinge für Volkswagen nicht schon kompliziert genug wären, droht auch noch eine neue Chip-Knappheit. Der Konflikt um den chinesisch-niederländischen Chip-Hersteller Nexperia hat die Versorgung mit wichtigen Chips erneut unter Druck gesetzt. Und ohne Chips keine Autos. Volkswagen warnt, dass die Produktionsziele gefährdet sind, wenn das Problem anhält.
Die Stimmung in Wolfsburg
Kurzum, Wolfsburg ist nicht an Niederlagen gewöhnt. Das letzte Mal, dass der Konzern ins Minus gerutscht ist, war während der Corona-Krise. Damals herrschte Verständnis, jetzt herrscht Besorgnis. Denn obwohl Volkswagen in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 noch 3,4 Milliarden Euro Gewinn gemacht hat, sind das fast 60 Prozent weniger als im Vorjahr. Die offizielle Prognose bleibt intakt – eine Gewinnmarge von 2 bis 3 Prozent – aber hinter den Kulissen herrscht vor allem Besorgnis.
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