Das ist er: Der neue Porsche Cayenne wird für treue Kunden gewöhnungsbedürftig sein
Porsche Geländewagen
Wenn man an Porsche denkt, denken die meisten immer noch an den ikonischen 911. Dabei waren es gerade der kompakte Boxster und vor allem der große Cayenne, die die Marke vor über 20 Jahren aus der finanziellen Misere gezogen haben. Der Boxster ist heute nur noch ein bescheidener Akteur in der Modellpalette, während der Cayenne – zusammen mit seinem kleineren Bruder, dem Macan – der Verkaufsmotor der Marke ist. Grob gesagt, ist Porsche heute eher eine SUV-Marke mit Sportwagen als umgekehrt. Jetzt geht die Marke noch einen Schritt weiter und wird bald einen vollelektrischen Cayenne vorstellen.

Neuer Porsche Cayenne
Porsche testet schon seit Monaten seinen zweiten vollelektrischen SUV. Als Teil dieser Testphase – mit einem Hauch von Marketing – tauchte ein getarnter Prototyp in Shelsley Walsh auf: eine kurvenreiche Bergrennstrecke von knapp einem Kilometer, auf der seit 1905 Bergrennen ausgetragen werden.

Hinter dem Steuer saß die Entwicklungsfahrerin Gabriela Jílková, bekannt aus dem Porsche Formel E Team. Bei ihrer ersten Fahrt fuhr sie sofort eine starke Zeit und brach den bestehenden SUV-Rekord um mehr als vier Sekunden. Eine beachtliche Leistung auf einem Kurs, der in einigen Abschnitten nur 3,5 Meter breit ist und kaum Raum für Korrekturen lässt.

Porsche Active Ride
Das Geheimnis hinter dieser Leistung liegt nach Angaben der Marke in der Federung. Das Auto nutzt das sogenannte Porsche Active Ride System, das die Karosserie über die Luftfederung ständig im Gleichgewicht hält. Beim Beschleunigen hebt sich das Heck leicht an, während die Nase bei starkem Bremsen kurz durchhängt. So bleibt das Auto stabil, und mit ihm die Insassen. Bei Kurvenfahrten begrenzt das System auch die Wankbewegungen. Wir kennen das gleiche System vom Porsche Taycan und Audi RS e-tron GT.

Nicht nur für Sprints
Neben seiner Kletterleistung zeigte sich der Cayenne auch von seiner praktischen Seite. Nach dem Rekordversuch wurde der Prototyp als Zugfahrzeug eingesetzt. Ein klassischer Oldtimer – ein Lagonda, der keinem Geringeren als Richard Hammond gehört – wurde auf einem Anhänger mit einem Gesamtgewicht von rund drei Tonnen hinter dem Porsche angehängt. Porsche strebt ein sehr hohes Abschleppgewicht von bis zu 3.500 Kilo an.

Noch nicht fertig, aber fast
Obwohl das Auto in einigen Bereichen bereits auf Produktionsniveau ist, müssen noch einige Feinabstimmungen vorgenommen werden. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Vom 10. bis 13. Juli wird derselbe Prototyp beim Goodwood Festival of Speed zu sehen sein. Dort kann die Öffentlichkeit ihn zum ersten Mal in Aktion sehen – und hören, soweit sie es kann.
Kein Abschied vom Benzin
Für die Liebhaber des benzinbetriebenen Cayenne gibt es eine gute Nachricht: Der vollelektrische Cayenne mag kommen, aber das bedeutet nicht, dass die Version mit Verbrennungsmotor verschwinden wird. Porsche betont, dass die Ankunft der elektrischen Version nicht den Abschied vom Benzinmotor bedeutet. Die Marke lässt jedoch verlauten, dass die beeindruckende Leistung dieses Testwagens nur dank der Elektrifizierung möglich ist. Kurzum: Der stärkste Cayenne wird elektrisch sein.
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