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Chrysler PT Cruiser – alles, was Sie wissen müssen

November 9, 2022

In den 1990er Jahren haben sich die Automobilhersteller ihrer Geschichte stärker bewusst gemacht. In einigen Fällen führte dies dazu, dass einige Hersteller sogar eine moderne Version eines ikonischen Modells aus ihrer Vergangenheit einführten. Zunächst in Japan, folgten bald europäische und amerikanische Marken. Nur einige bekannte Beispiele sind der wieder eingeführte MINI, der Volkswagen New Beetle und natürlich der Chrysler PT Cruiser.

Der Chrysler PT Cruiser ist eigentlich ein Plymouth

Der Chrysler PT Cruiser beginnt sein Leben in Form von drei Konzeptfahrzeugen, die eine Art moderne Interpretation der Chrysler-Modelle der 1930er und 1940er Jahre darstellen. Diese sind der Pronto Cruizer, der Pronto Spyder und der Prowler. Letzterer geht nahezu unverändert und unter gleichem Namen in Produktion, aus dem Pronto Spyder wird nichts und der Pronto Cruiser kommt in leicht veränderter Form als Chrysler PT Cruiser auf den Markt.

Wofür stehen die Buchstaben „PT“? Hierzu kursieren mehrere Theorien. In Interviews wurde damals die Erklärung „Personal Transport(ation)“ gegeben, aber die Buchstaben würden auch für Plymouth Truck stehen. Das wäre der ursprüngliche Projektname. Das ist plausibel, denn das Konzeptfahrzeug Prowler wurde ursprünglich auch als Plymouth vermarktet. Diese Marke wurde jedoch im Jahr 2001 aufgelöst. So wurde aus dem PT Cruiser in letzter Minute doch noch ein Chrysler.










Serienversion Chrysler PT Cruiser

Die Serienversion des Chrysler PT Cruiser wird im Jahr 2000 für das Modelljahr 2001 auf den Markt kommen. Das Konzeptauto wurde dann zu einem recht hohen fünftürigen Schrägheck. Aufgrund dieser Höhe wird das Modell auch als kleiner MPV angesehen. Später wird auch das zweitürige Cabriolet erscheinen, allerdings erst für das Modelljahr 2005. Eine Van-Version, der Panel Cruiser, wurde nicht in die Produktion aufgenommen.



















Auch wenn man es bei einem Amerikaner aus dieser Zeit nicht erwarten würde, besteht die Motorenpalette ausschließlich aus Vierzylindermotoren. Das war übrigens damals in der Kompaktklasse üblich. Je nach Markt stehen ein 1,6-, 2,0- und 2,4-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor oder ein 2,2-Liter-Dieselmotor zur Wahl. Letzteres ist nur in Europa und anderswo erhältlich. Im regulären Programm liegt die Leistung zwischen 85 kW (115 PS) und 105 kW (143 PS).










Sportlich: der GT Turbo

Für das Modelljahr 2003 wird auch eine sportliche Version eingeführt: der GT Turbo. Dabei leistet der 2,4-Liter-Vierzylinder dank mehrerer Modifikationen 160 kW (218 PS). Ab dem Modelljahr 2006 beträgt die Leistung sogar 164 kW (223 PS). Damit sprintet der Wagen in 7,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. Beides nicht schlecht für ein solches Auto zu dieser Zeit. Darüber hinaus hat der GT Turbo größere Felgen und Bremsen sowie ein modifiziertes und leicht abgesenktes Fahrwerk.










Modelljahr Updates Chrysler PT Cruiser

Für das Modelljahr 2006 wird der Chrysler PT Cruiser einem Facelift unterzogen. Die Änderungen sind nicht allzu groß, aber dank geänderter Leuchteinheiten und des Kühlergrills wirkt das Modell dennoch viel moderner. Auch der Innenraum wird modernisiert, einschließlich eines neuen Armaturenbretts und Audiosystems. Neben einem CD-Spieler gibt es auch Anschlüsse für MP3-Player und sogar Bluetooth-Konnektivität gehörte zu den Optionen. Alles sehr modern für die damalige Zeit.










PT Cruiser erweist sich als unerwartet beliebt

Der Chrysler PT Cruiser erwies sich schon bald als ein Erfolg. Die Automobiljournalisten, die ihn fahren, sind sehr begeistert, und das Auto wird sogar zum nordamerikanischen Auto des Jahres gekürt. Wenig später begeisterten sich auch die Kunden für das ungewöhnliche Modell. Tatsächlich wird 2006 das millionste Exemplar produziert. Wenn die Produktion im Jahr 2010 eingestellt wird, wird die Zahl der produzierten Einheiten bei 1,35 Millionen liegen. Chrysler hatte damit gerechnet, dass sich höchstens 25.000 Kunden dafür interessieren würden…

Also doch kein Nachfolger…

Trotz seines Erfolgs hat der Chrysler PT Cruiser nie einen Nachfolger bekommen. Innerhalb der Chrysler-Gruppe kann der Dodge Caliber als indirekter Nachfolger betrachtet werden. Auch das ist ein großer Schrägheckwagen (oder kleiner SUV, wenn Sie so wollen), wenn auch ohne Retro-Styling.

Kult und Individualisierung

Auch der Chrysler PT Cruiser erlangt schnell Kultstatus. Einige Besitzer statten das Auto mit zusätzlichen Retro-Elementen aus, um ihm einen noch klassischeren Look zu verleihen. Chrysler selbst beteiligt sich mit einigen Sondereditionen. Es gibt sogar Flame- und Woodie-Pakete, mit Aufklebern für Flammen- oder Holzimitation. Aufgrund seines Alters verschwindet der PT Cruiser immer mehr aus dem Straßenbild, aber das Modell hat immer noch eine treue Fangemeinde.