BMW erklärt endlich, warum die Kühlergrills so groß sind (und sie bereuen es nicht)
Groß ist gut
Biberzähne, Schweineschnauze, Alpennasen – wir haben schon alle möglichen Spitznamen für die großen BMW Kühlergrills gesehen. Solche Kritik gehört dazu, wenn man als Marke eine neue – eher extreme – Richtung einschlägt. Bei BMW lügt man sich darüber nicht in die Tasche, denn das Design war eine bewusste Entscheidung. „Wir haben uns diesen Schritt genau überlegt“, sagt Designchef Adrian Van Hooydonk.

Bewusste Entscheidung?
Sie müssen wissen, dass BMW Autos für einen globalen Markt entwickelt. Und was die Europäer vielleicht hässlich finden, wird in anderen Ländern gerne gesehen. In einigen Teilen der Welt geht es darum, aufzufallen und Status auszustrahlen. Nehmen Sie zum Beispiel China, den mittlerweile größten Markt für BMW. Im Jahr 2023 wird BMW dort über 826.000 Autos verkaufen, fast ein Drittel des weltweiten Absatzes. Und genau dort, so BMW, lieben die Kunden große, imposante Kühlergrills. Ein mächtiger Kühlergrill strahlt Status und Luxus aus – genau das, was viele chinesische Kunden bei einem Premium-Auto suchen. „In bestimmten Teilen der Welt, wie zum Beispiel in China, verlangen die Menschen tatsächlich große Kühlergrills“, sagt Van Hooydonk.

Ausgezeichnete Verkaufszahlen
BMW bereut also keineswegs seine kühne Designphase. In der Tat beweisen die Verkaufszahlen, dass es funktioniert hat. Während sich das Internet über die „Mega-Nieren“ aufregte, füllte sich der Showroom einfach. „Wir haben die negativen Reaktionen ernst genommen, aber sie haben sich nicht in den Zahlen niedergeschlagen“, sagt der Designer. „Im Gegenteil.“
Mehr als nur Aussehen
Die großen BMW Kühlergrills waren nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern, so die Marke, auch der Technik. Hinter dem Kunststoff des Kühlergrills verbergen sich heute unzählige Sensoren, Radare und Kameras, die für Fahrerassistenzsysteme und teilautonomes Fahren benötigt werden. So wurde der Kühlergrill nicht nur zu einem Stilelement, sondern auch zu einem funktionalen Teil des Autos.

Neue Richtung mit Neue Klasse
Doch die Zeiten der übergroßen Nasen scheinen vorbei zu sein. Mit der Ankunft der Neuen Klasse entscheidet sich die Marke für einen zurückhaltenderen Stil. Der neue iX3 zeigt, dass die ‚Nieren‘ zwar immer noch vorhanden sind, aber nun straffer und flacher in die Front integriert sind. Laut Van Hooydonk ist dies keine Buße, sondern eine Evolution. „Der größte Fehler, den man machen kann, ist, sich nicht zu verändern“, sagt er. BMW will modern bleiben, ohne seine Identität zu verlieren.
Siehe auch: ‚BRILLIANTer Schachzug von BMW?! – der iX3 ‚Neue Klasse‘ ist überraschend anders – AutoRAI TV
