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Was wäre, wenn Renault einen neuen Twingo RS bauen würde?

Dezember 31, 2025

Einen Moment zurück: der Renault Twingo RS als Außenseiter

Der ursprüngliche Renault Twingo RS war nie ein Auto, das nach Aufmerksamkeit schrie. Keine übertriebenen Spoiler, keine extremen Leistungsdaten. Genau das machte ihn interessant. Der erste Twingo RS erschien 2008 und basierte auf dem Twingo der zweiten Generation. Mit seinem atmosphärischen 1,6-Liter-Vierzylinder leistete er 98 kW (133 PS). Auf dem Papier nicht spektakulär, aber leicht, direkt und rasiermesserscharf. Wir würden es sogar wagen, diesen Twingo RS als glückseligen Hot Rod zu bezeichnen.

Renault Sport hat sich für ein Fahrwerk entschieden, bei dem es vor allem um die Balance geht. Ein kurzer Radstand, ein relativ geringes Gewicht und ein solides Fahrwerk, das war’s. In der Cup-Variante wurde die Sache noch ernster, mit einem tiefergelegten Fahrwerk, steiferen Federn und dickeren Stabilisatoren. Lenkung und Gasannahme standen im Mittelpunkt. Der Twingo RS war kein schnelles Auto auf der Geraden, aber er war eine Maschine, die in den Kurven viel Spaß machte.

Sportlichkeit ohne Motorengeräusch

Spulen Sie vor bis heute. Das elektrische Fahren hat das Spielfeld verändert. Lärm und Drehzahlen sind in den Hintergrund getreten. Mit zusätzlichem Drehmoment, Präzision und der richtigen Fahrwerksabstimmung könnte Renault einen elektrischen Twingo RS ohne allzu große Schwierigkeiten entwickeln.

Der neueste Renault Twingo E-Tech Electric verfügt über einen 60 kW (82 PS) starken Elektromotor und eine 27,5 kWh-Batterie, die für eine Reichweite von bis zu 263 km nach WLTP-Standard gut ist. In der Standardausführung ist er für die Stadt gebaut, mit einem Leergewicht von rund 1.200 Kilo, einem extrem kleinen Wendekreis und einem hinten angebrachten Elektromotor. Letzterer ist für ein besonders spielerisches Fahrverhalten interessant.

Für eine RS-Version könnte Renault Sport – oder heutzutage Alpine – diese Basis verschärfen. Denken Sie an einen stärkeren Elektromotor mit etwa 100 bis 120 kW (136 bis 163 PS). Das sind keine unrealistischen Zahlen; vergleichbare kompakte Elektroautos zeigen, dass dies technisch ohne riesige Batteriepakete machbar ist. Das Drehmoment wäre ohne weiteres verfügbar und läge möglicherweise bei 220 bis 250 Nm. In einem kompakten Auto mit kurzem Radstand bedeutet das, dass Sie beim Herausbeschleunigen aus Kurven richtig Gas geben können.

Renault Twingo E-Tech Electric RS - Rendering AutoRAI.nl (Bart Oostvogels)
Renault Twingo E-Tech Electric RS – Rendering AutoRAI.nl (Bart Oostvogels)

Zuerst das Fahrwerk, dann die Leistung

Wie beim ursprünglichen Twingo RS würde das Fahrwerk die Führung übernehmen. Ein elektrischer Twingo RS muss nicht unbedingt ein Sprintchampion sein. Es geht nur um die Kontrolle. Ein überarbeitetes Fahrwerk mit einer steiferen Aufhängung, modifizierten Dämpfern und einer niedrigeren Fahrhöhe wäre unerlässlich. Die Lenkung sollte sich direkter anfühlen als beim Standard E-Tech, mit einer schärferen Zahnstange und mehr Rückmeldung. Auch die Reifenwahl und die Bremsen spielen eine große Rolle. Größere Bremsscheiben und sportlichere Gummis vervollständigen das Bild, ohne den Wagen unnötig schwer zu machen.

Leicht, kompakt und fair

Eine der größten Herausforderungen ist das Gewicht. Elektroautos sind schwerer, Punktum. Aber gerade der Twingo E-Tech zeigt, dass er auch kompakt sein kann. Durch die Verwendung einer relativ kleinen Batterie bleibt das Gewicht in Grenzen. Die Reichweite ist eine Nebensache; dies ist kein Auto für lange Autobahnfahrten, sondern für kurze Fahrten und kurvenreiche Landstraßen. Genau so, wie der ursprüngliche Twingo RS einst gedacht war. Bei einer Reichweite von rund 200 Kilometern bei sportlicher Fahrweise würde das niemanden wirklich überraschen. Schnelles Aufladen muss keine Priorität sein.

Eine RS für eine neue Ära

Ein elektrischer Renault Twingo RS sollte kein nostalgisches Gimmick sein. Er wäre eine logische Weiterentwicklung der sportlichen Philosophie von Renault: kompakt, zugänglich und eher auf Fahrspaß als auf Zahlen ausgerichtet. So wie der Clio RS einst gezeigt hat, dass man keine extreme Leistung braucht, um zu beeindrucken.

Vielleicht würde Renault ihn heute nicht mehr RS nennen, sondern Alpine Twingo oder etwas Ähnliches. Dennoch bleibt die Idee reizvoll: ein kleines, elektrisches Fließheck mit einem scharfen Fahrwerk und einem eigenen Charakter. In einer Zeit, in der die Autos immer größer und schwerer werden, wäre ein solcher kompakter Elektro-RS ein Hauch von frischem Wind. Die Frage ist also nicht, ob es machbar ist. Die Technologie ist bereits vorhanden. Die eigentliche Frage ist: traut sich Renault das zu?