Warum der Preis an einer Tankstelle viel deutlicher ist als an einer Ladestation
Preis an der Ladestation
Die Nationale Wissensplattform Ladeinfrastruktur (NKL) hat die Preistransparenz an öffentlichen Ladestationen in den Niederlanden untersucht. Was scheint? Sie scheitert vielerorts. Im Jahr 2023 war der Strompreis an einer Ladestation noch in 60 Prozent der Fälle korrekt, aber bis 2025 wird er auf 50 Prozent gesunken sein. Und bei einem von fünf Ladevorgängen war der Strompreis im Vorfeld überhaupt nicht klar. An einer Tankstelle wäre das undenkbar.
Mangelnde Kommunikation
Ein großer Schmerzpunkt ist die Art und Weise, wie Preisinformationen angeboten werden. Während die Verbraucher an einer Tankstelle den Preis im Voraus sehen können, müssen die Fahrer von E-Fahrzeugen ihn selbst über eine App oder eine Website nachschlagen. Die Verantwortung liegt also beim Nutzer und nicht beim Anbieter. Das ist etwas Besonderes, denn in anderen Branchen ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Preise im Voraus aktiv zu kommunizieren – etwas, das in der Ladeindustrie nicht oft genug geschieht.
Lösungen sind zur Hand
Die gute Nachricht: Laut der Electric Riders Association(VER) sind viele der genannten Probleme relativ einfach zu lösen, ohne dass große Investitionen in neue Hardware erforderlich sind. Mögliche Verbesserungen sind:
- Automatische Anzeige des aktuellen Tarifs zu Beginn des Ladevorgangs
- Senden einer Erinnerung an Benutzer bei längeren Ladevorgängen
- Informieren Sie aktiv über Preisänderungen an einer Ladestation
Darüber hinaus befürwortet die VER die Einführung des sogenannten Tarifsiegels: die digitale Aufzeichnung eines Gebührentarifs zu Beginn eines Ladevorgangs. Auf diese Weise können Sie im Nachhinein leicht überprüfen, ob der Betrag auf Ihrer Rechnung mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Tarif übereinstimmt.
Die Rolle der Regierungen und Marktteilnehmer
Die Studie zeigt auch, dass Ladestationen, die im Rahmen von Konzessionsmodellen installiert werden – bei denen die Kommunen klare Vereinbarungen mit den Anbietern treffen – in Bezug auf die Transparenz deutlich besser abschneiden. Gemeinden, die bei Ausschreibungen strenge Anforderungen an die Preiskommunikation stellen, sorgen für weniger Beschwerden und mehr Klarheit für die Nutzer.
Es gibt auch Marktteilnehmer, die zeigen, dass es auch anders geht. Sie investieren bewusst in eine klare Preiskommunikation und schneiden deshalb besser ab – und haben zufriedenere Kunden.
Die Arbeitsgruppe Preistransparenz im Rahmen der National Charging Infrastructure Agenda (NAL) arbeitet mit den Marktteilnehmern an Mindestanforderungen für Preistransparenz. Das Ziel: ein Standard, bei dem jeder Nutzer die Kosten für einen Ladevorgang jederzeit nachvollziehen kann – vor, während und nach dem Laden.
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