Senkung der Einfuhrzölle auf EU-Autos in die USA: dies ist im neuen Handelsabkommen vereinbart
Handelsabkommen
Ein neues Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten senkt den US-Importzoll auf Autos aus Europa. Das ist eine gute Nachricht für europäische Autohersteller, die auf den US-Markt exportieren wollen, denn durch die niedrigeren Einfuhrzölle wird es für Amerikaner billiger, ein europäisches Auto zu kaufen. Das Abkommen ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen und wurde unter der Führung von Präsident Trump und Kommissionspräsidentin Von der Leyen geschlossen.
Autoexporte in die USA werden billiger
Das wichtigste Ergebnis des neuen Handelsabkommens ist die Senkung der US-Einfuhrzölle auf EU-Autos von 25 auf 15 Prozent. Für die europäischen Autohersteller ist das eine gute Nachricht, denn europäische Autos werden für die US-Bevölkerung billiger zu kaufen sein. Dies bietet einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Exportländern.
Nach Ansicht der Beteiligten war dies eines der heikelsten Themen während der Verhandlungen. In der Tat erhoben die USA bis vor kurzem einen Zoll von 25 Prozent auf europäische Autos, was die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Marken auf dem US-Markt stark beeinträchtigte.
Kontext: Verhandlungen auf Messers Schneide
Die Einigung kam gerade noch rechtzeitig. Präsident Trump hatte den 1. August als harte Frist für eine Einigung gesetzt. Ein Scheitern hätte eine Erhöhung der Zölle um bis zu 30 Prozent zur Folge gehabt. Nach wochenlangen, intensiven Verhandlungen wurde bei einem Treffen in einem schottischen Golfresort, das Trump gehört, in letzter Minute doch noch eine Einigung erzielt.
Obwohl Trump die Erfolgschancen im Vorfeld noch auf „fifty-fifty“ schätzte, betonte er nach den Gesprächen die historische Bedeutung des Abkommens: „Der größte Deal, der jemals von irgendjemandem gemacht wurde.“ Von der Leyen stimmte ihm zu und nannte das Abkommen „einen Meilenstein in den transatlantischen Handelsbeziehungen“.
Stahl und Aluminium bleiben ausgeschlossen
Interessanterweise gilt das Abkommen nicht für alle Sektoren. Für Stahl und Aluminium bleiben die zuvor erhöhten US-Importzölle von 50 Prozent in Kraft. Obwohl Von der Leyen später von einer Senkung und einem neuen Quotensystem für diese Materialien sprach, gab Trump keinen weiteren Kommentar dazu ab. Die Details dieses Teils bleiben vorerst unklar.
EU macht Zugeständnisse bei Energie und Verteidigung
Im Gegenzug für den reduzierten Autozoll hat die EU zugestimmt, Energie- und Militärgüter im Wert von Milliarden aus den USA zu kaufen. Laut Von der Leyen trägt dies zur europäischen Energiesicherheit bei, ein Thema, das nach dem Rückgang der Abhängigkeit von russischem Gas immer dringlicher geworden ist.
Darüber hinaus haben sich die Parteien darauf geeinigt, dass eine Reihe von strategischen Gütern – darunter Flugzeuge, Halbleiter, Arzneimittel und bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse – nicht mehr den Einfuhrzöllen unterliegen werden. Die Liste dieser „strategischen Güter“ soll in den kommenden Wochen konkretisiert werden.
Keine wechselseitigen Erhöhungen
Die Europäische Union hat darauf verzichtet, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen oder ihre eigenen Zölle auf US-Produkte zu erhöhen. Damit bleibt das Abkommen einseitig zugunsten der US-Importzölle. Dennoch spricht die EU von einem ausgewogenen Abkommen. Die strategischen Ausnahmen sowie das Versprechen einer weiteren Zusammenarbeit scheinen die Grundlage dafür zu sein.
Handelsrahmen für die Zukunft
Beide Seiten betonten, dass die aktuelle Vereinbarung nur ein Anfang ist. In den kommenden Wochen werden weitere Details ausgearbeitet und zusätzliche Gespräche über weitere Zollsenkungen und die Zusammenarbeit in strategischen Bereichen stattfinden.
Der Zeitpunkt des Abkommens ist geopolitisch wichtig. Die USA haben vor kurzem auch Handelsabkommen mit Japan und dem Vereinigten Königreich geschlossen, die jeweils einen gegenseitigen Zollsatz von 15 Prozent als Ausgangspunkt haben. In diesem Zusammenhang fügt sich das Abkommen mit der EU in eine umfassendere Neuausrichtung der US-Handelsbeziehungen ein.
Größere Stabilität und Exportpotenzial
Für die europäische Autoindustrie öffnet dieses Abkommen neue Türen. Es könnte zu einem weiteren Verkaufsschub für europäische Modelle auf dem US-Markt führen. Gleichzeitig ermöglicht das Abkommen eine weitere Ausweitung des Handels mit strategischen Gütern, wovon auch andere europäische Sektoren profitieren könnten.
Sowohl Trump als auch von der Leyen sprachen von Stabilität, Berechenbarkeit und einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten. Wenn die Vereinbarungen in die Praxis umgesetzt werden, könnte dieses Abkommen in der Tat zu einem der wichtigsten transatlantischen Handelsabkommen des letzten Jahrzehnts werden.
