Mit dem Auto durch Frankreich und Deutschland: Alles, was Sie über Umweltplaketten wissen müssen
Warum Umweltplaketten?
Sowohl Frankreich als auch Deutschland verwenden Umweltplaketten, um die Luftqualität in städtischen Gebieten zu verbessern. Indem sie Fahrzeuge nach ihrem Schadstoffausstoß kategorisieren und sie selektiv in Umweltzonen zulassen, versuchen die Regierungen, den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Dabei zielen sie nicht nur auf den Lkw-Verkehr, sondern auch auf Privatfahrzeuge. Benzinfahrzeuge, Dieselfahrzeuge und sogar Elektrofahrzeuge fallen unter das System. Es ist also wichtig zu wissen, was für Ihr Fahrzeug gilt.
So funktioniert der Crit’Air Aufkleber in Frankreich
Frankreich arbeitet mit der sogenannten Crit’Air-Vignette, einer runden farbigen Plakette, die Sie an der Windschutzscheibe anbringen müssen. Es gibt sechs Kategorien, die von der Kategorie 0 (für Elektrofahrzeuge) bis zur Kategorie 5 (für ältere Dieselfahrzeuge) reichen. Die Klassifizierung basiert auf der Euro-Norm und dem Datum der Erstzulassung des Fahrzeugs. So können zwei identische Modelle, die sich nur um ein Jahr unterscheiden, dennoch in verschiedene Kategorien fallen.
Die Crit’Air-Plakette ist in immer mehr Städten Pflicht. Bekannte Beispiele sind Paris, Lyon, Grenoble, Marseille und Toulouse. Aber auch Städte wie Reims und Rouen haben vor kurzem sogenannte Zonen à faibles émissions mobilité (ZFE-m) eingeführt. Innerhalb dieser Zonen gelten je nach Luftqualität und lokaler Gesetzgebung Einschränkungen. Einige Städte aktivieren das System dauerhaft, andere nur in Zeiten von Smog oder Hitze.
Das Bußgeld für das Fahren ohne gültige Vignette in einer Zone, in der sie vorgeschrieben ist, beträgt 68 € für Personenkraftwagen. In Frankreich gibt es keinen Spielraum oder Nachsicht: keine Vignette bedeutet eine Straftat.
Sie können die Frankreich-Vignette ganz einfach online unter reisklaar.nl beantragen. Anhand Ihrer Registriernummer wird Ihnen automatisch die richtige Farbe zugewiesen.
Stellen Sie sicher, dass Sie dies rechtzeitig tun, da die physische Vignette aus Frankreich verschickt wird und dies mehrere Tage oder sogar Wochen dauern kann. Glücklicherweise erhalten Sie nach Einreichung Ihres Antrags auch eine vorläufige digitale Version per E-Mail, normalerweise innerhalb von 48 Stunden. Diese können Sie selbst ausdrucken und hinter Ihrer Windschutzscheibe anbringen. Diese temporäre Vignette ist voll gültig und gewährt Ihnen Zugang zu den französischen Umweltzonen. Ideal, wenn Sie kurzfristig verreisen wollen.
Die Umweltplakette in Deutschland
Deutschland hat im Jahr 2008 Umweltzonen eingeführt. Um eine solche Zone zu betreten, benötigen Sie eine Umweltplakette. Im Gegensatz zu Frankreich, das sechs Farben verwendet, gibt es in Deutschland drei: rot, gelb und grün. In der Praxis ist nur noch die grüne Plakette erlaubt. Die deutsche Umweltplakette wird in Abhängigkeit von der Kraftstoffart, der Euro-Norm und dem Zulassungsdatum des Fahrzeugs vergeben. Benzinfahrzeuge mit Katalysator (mindestens Euro 1) qualifizieren sich häufig für eine grüne Plakette. Für Dieselfahrzeuge sind die Anforderungen höher: Sie müssen mindestens Euro 4 erfüllen. Ältere Dieselfahrzeuge bleiben daher oft auf der Strecke, es sei denn, es handelt sich um Euro 3-Modelle, die mit einem zertifizierten Partikelfilter nachgerüstet wurden. In diesem Fall können auch solche Fahrzeuge mit einer grünen Vignette ausgezeichnet werden.
In Deutschland gibt es Dutzende von Städten, in denen die Plakette Pflicht ist. Dazu gehören Berlin, Köln, Hannover, Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart. Die Zahl der Umweltzonen wächst stetig und die lokalen Behörden können neue Gebiete hinzufügen oder bestehende erweitern. Die Zonen sind mit Verkehrsschildern an den Stadtgrenzen deutlich gekennzeichnet. Kleinere Städte, wie Freiburg, Meppen oder Osnabrück, haben auch eine Vignettenpflicht. Das Betreten ohne gültige Umweltplakette führt zu einem Bußgeld von 100 €. Dieses Bußgeld gilt übrigens ausnahmslos auch für ausländische Fahrzeuge. Die Vignette Deutschland ist nur gültig, wenn sie AU-zertifiziert ist. Sie können sie ganz einfach online beantragen, indem Sie einfach Ihr Kennzeichen eingeben.
Gibt es Ausnahmen?
In Deutschland gibt es eine Ausnahme für Oldtimer mit H-Kennzeichen (historische Fahrzeuge, die über 30 Jahre alt sind). Diese dürfen in alle Umweltzonen einfahren, unabhängig von ihren Emissionen. Das macht Deutschland relativ freundlich gegenüber Oldtimern.
Theoretisch bietet Frankreich auch Ausnahmeregelungen für Oldtimer (voitures de collection). In der Praxis gelten diese jedoch nur für Fahrzeuge, die in Frankreich zugelassen sind. Ausländische Klassiker kommen in der Praxis nur selten für Ausnahmen in Frage. Das macht es für internationale Fahrer schwieriger, ohne Plakette in eine französische Umweltzone einzufahren.
Wohnmobile werden gemäß den Umweltvorschriften als Personenkraftwagen oder Nutzfahrzeuge eingestuft. Dies hängt vom Gewicht und der Ausstattung ab. Vor allem schwerere Dieselfahrzeuge laufen hier Gefahr, aus den Umweltzonen ausgeschlossen zu werden.
Elektroautos: brauchen Sie noch eine Plakette?
Fahren Sie elektrisch? Dann brauchen Sie trotzdem eine Plakette. In Frankreich erhalten Sie für ein Elektroauto eine lila Crit’Air 0, während Sie in Deutschland eine grüne Umweltplakette benötigen. Auch wenn Sie emissionsfrei fahren, ist eine Vignette immer noch Pflicht. Das liegt an der Art der Durchsetzung: Die Kontrolle erfolgt auf der Grundlage sichtbarer Merkmale, nicht über das Kennzeichen. Wenn Sie also die Plakette vergessen, riskieren Sie trotzdem ein Bußgeld.
Und was ist mit Plug-in-Hybriden?
Plug-in-Hybride (PHEVs) werden nach ihren Emissionen klassifiziert. In Frankreich fallen sie normalerweise in Kategorie 1 oder 2. Das hängt von den CO₂-Emissionen und dem Jahr der Zulassung ab. In Deutschland erhalten sie in der Regel eine grüne Plakette, es sei denn, sie basieren technisch auf einem älteren Standard. Die kleinsten Unterschiede können sich auswirken.
Frankreich und Deutschland: Was sind die Unterschiede?
Die Systeme sind ähnlich, aber es gibt einige bemerkenswerte Unterschiede:
- Kategorien: Frankreich arbeitet mit sechs Vignetten + einer zusätzlichen Vignette für Elektrofahrzeuge. Deutschland verwendet eigentlich nur die grüne Plakette.
- Bußgelder: In Frankreich ist das Bußgeld etwas niedriger (68 €), in Deutschland zahlen Sie sofort 100 €.
- Flexibilität: Französische Städte schalten bei Smogalarm manchmal vorübergehend auf Beschränkungen um, während deutsche Zonen in der Regel dauerhaft festgelegt sind.
- Ausnahmen: Deutschland erkennt offiziell zugelassene Oldtimer mit H-Kennzeichen als Ausnahmen an. Frankreich ist in dieser Hinsicht strenger und bietet kaum Ausnahmen für ausländische Oldtimer.
Eine Umweltplakette erhalten oder nicht?
Die Frage, ob Sie eine Umweltplakette brauchen, ist ziemlich einfach zu beantworten: Ja! Selbst wenn Sie nicht vorhaben, Großstädte zu besuchen, können Sie von plötzlich eingeführten Smogmaßnahmen überrascht werden. Außerdem werden die Vorschriften immer strenger und die Anzahl der Zonen nimmt zu. Eine Plakette kostet wenig, aber ein Bußgeld oder verpflichtende Umleitungen werden Sie viel mehr kosten.
Sie möchten unbesorgt durch Frankreich und Deutschland fahren? Dann beantragen Sie Ihre Vignette rechtzeitig und informieren Sie sich vorab über die geltenden Vorschriften. Auf diese Weise vermeiden Sie Probleme und können unbesorgt auf die Straße gehen.
