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Maximierung des Solarantriebs: So nutzen Sie die Sonne optimal

Oktober 8, 2025

Was genau ist Solarenergie?

Solarenergie ist in diesem Fall Elektrizität, die aus Sonnenlicht erzeugt wird, in der Regel durch Sonnenkollektoren. Diese Paneele wandeln die Sonneneinstrahlung in Strom um. Sie können diesen Strom direkt nutzen, ihn in einer Hausbatterie speichern oder ihn zum Beispiel zum Aufladen Ihres Elektroautos (EV) oder Plug-in-Hybridfahrzeugs verwenden – wenn Sie zumindest eine Ladestation zu Hause haben. Fahren mit Solarenergie bedeutet also in der Praxis: Laden Sie Ihr Elektroauto mit Strom, den Sie selbst auf Ihrem Dach erzeugt haben.

Die Sonne als Energiequelle: ein wahr gewordener Traum

Das Sprichwort lautet: „Die Sonne ist umsonst“. Das macht Solarenergie nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. In einer Zeit, in der die Energiepreise schwanken – vor allem nach oben – und fossile Brennstoffe nicht nur immer teurer werden, sondern auch als umweltschädlich gelten, ist Solarenergie eine der intelligentesten Möglichkeiten, Mobilität und Nachhaltigkeit zu verbinden.

Lightyear: Niederländisches Solarauto mit Ambitionen

Eines der bekanntesten Beispiele für ein‚Solarauto‚ ist das Lightyear. Der niederländische Hersteller erregte mit dem Lightyear One internationale Aufmerksamkeit. In das Dach und die Motorhaube dieses Elektroautos sind Solarzellen integriert, die an sonnigen Tagen für eine zusätzliche Reichweite von etwa 70 Kilometern pro Tag sorgen. Das Lightyear verfügt über ein effizientes System, das jeden Sonnenstrahl optimal nutzt. Es hat vier Elektromotoren (einen pro Rad) und eine Spitzenleistung von 130 kW (177 PS). Die Reichweite mit einer vollen Batterie (ohne Sonne) beträgt nach dem WLTP-Standard etwa 625 Kilometer. Trotz der technischen Erfolge musste das Unternehmen finanzielle Rückschläge hinnehmen. Auch das Lightyear 2, ein erschwinglicheres Modell, kam deshalb nicht auf den Markt. Lightyear beschäftigt sich nun mit der Entwicklung von Solarzellen für den Einbau in Elektrofahrzeuge anderer Hersteller.

TU Delft und Nuna: Weltmeisterliche Solarautos

Die Niederlande sind führend bei Solarautos. Das Studententeam der TU Delft hat 2025 zum achten Mal die World Solar Challenge in Australien gewonnen. Mit ihrem Solarauto Nuna 13 fuhren sie über 3.000 Kilometer rein mit Sonnenenergie durch das Outback. Die World Solar Challenge ist ein prestigeträchtiges Rennen, bei dem es um Technologie, Effizienz und Solarertrag geht. Nuna 13 hat gezeigt, was technisch machbar ist, obwohl diese Art von Fahrzeugen noch nicht für den täglichen Gebrauch geeignet ist.

Warum Solarautos (noch) nicht in den Ausstellungsräumen stehen

Obwohl das Lightyear und der Nuna beeindruckend sind, können Sie (noch) keine ‚Solarautos‘ kaufen. Die Technologie ist komplex und teuer, und für viele Verbraucher sind Reichweite, Komfort und Zweckmäßigkeit noch wichtiger als Solarzellen auf dem Dach.

Zum Glück gibt es eine gute Nachricht: Auch ohne ein Solarauto können Sie mit Solarenergie fahren. Mit einem Elektroauto oder einem Plug-in-Hybrid in Kombination mit Solarmodulen und einer intelligenten Ladestation zu Hause kommen Sie weit.

Wie laden Sie Ihr Auto mit Solarenergie auf?

Das Prinzip ist einfach: Wenn Sie tagsüber mit Solarzellen Strom erzeugen, können Sie diesen Strom direkt zum Aufladen Ihres Autos nutzen. Dazu benötigen Sie idealerweise eine intelligente Ladestation, die mit Ihren Solarmodulen und Ihrem Energiemanagementsystem kommunizieren kann. Viele moderne Ladestationen bieten diese Möglichkeit.

Die Solarenergie lädt Ihre Batterie wieder auf, so dass Sie am Abend oder am nächsten Tag weiterfahren können. Sie nutzen dann buchstäblich die Sonne als Energiequelle. Wer schlau ist, braucht kaum für Strom an einer öffentlichen Ladestation zu bezahlen.

Praktische Tipps, um das Beste aus der Solarenergie zu machen

1. Laden Sie die Batterie Ihres Autos tagsüber auf

Es klingt logisch, aber viele Menschen laden nachts auf. Dann gibt es keine Sonne und Sie laden über das Stromnetz. Wenn Sie tagsüber aufladen (z.B. an Ihrem freien Tag oder an Ihrem Heimarbeitstag), nutzen Sie den Strom, den Ihre Solarmodule zu dieser Zeit erzeugen. So fahren Sie tatsächlich mit Solarenergie.

2. Verwenden Sie eine intelligente Ladestation

Intelligente Ladestationen können sich auf das aktuelle Angebot an Solarstrom einstellen und den Ladestrom je nach Sonnenertrag reduzieren oder erhöhen. In einigen Fällen kommunizieren sie mit einer Hausbatterie, falls vorhanden. Beispiele hierfür sind der Zappi, Smappee oder SolarEdge Home EV Charger. Diese sorgen dafür, dass Ihr Auto nur dann aufgeladen wird, wenn wirklich Solarstrom verfügbar ist.

3. Stimmen Sie Ihren Ladeplan auf die Sonne ab

Überprüfen Sie Ihre Solarmodul-App (z.B. Enphase, SMA oder SolarEdge), um zu sehen, wann Sie den meisten Strom erzeugen. Planen Sie Ihre Ladevorgänge entsprechend. Einige Apps verbinden sich automatisch mit Ihrer Ladestation und steuern den Ladevorgang.

4. Vergewissern Sie sich, dass Sie genügend Ladekapazität zu Hause haben

Eine 11 kW-Ladestation ist für den Hausgebrauch oft mehr als ausreichend, aber achten Sie auf den Anschluss in Ihrem Zählerkasten. Manchmal ist eine Abschwächung erforderlich. Mit einer 3,7 kW Ladestation laden Sie langsamer, aber auch das ist in Ordnung, wenn Sie Zeit haben.

5. Wählen Sie ein Auto mit guter Ladekontrolle

Einige EVs kommen gut mit variablen Ladekapazitäten zurecht. Denken Sie an die Modelle von Hyundai, Kia, Volkswagen, Skoda, Tesla und Renault. Diese lassen sich oft gut mit Solarladelösungen kombinieren. Prüfen Sie, ob das Auto ‚PV-ready‘ ist, wenn Sie es wirklich optimieren wollen.

6. Erwägen Sie eine Hausbatterie als Zwischenspeicher

Wenn Sie tagsüber mehr Strom erzeugen, als Sie direkt zu Hause und für Ihr EV nutzen können, ist eine Hausbatterie ideal. Sie speichert Ihre Solarenergie vorübergehend. Am Abend können Sie dann Ihre Autobatterie mit dem Strom aufladen, den die Sonne an diesem Tag erzeugt hat. Auf diese Weise maximieren Sie die Nutzung Ihres eigenen Solarstroms.

Beachten Sie, dass Heimbatterien (noch) teuer sind. Die Investition liegt zwischen 5.000 € und 10.000 €, je nach Kapazität.

Was genau sollten Sie nicht tun?

Sie verbrauchen dann Netzstrom – es sei denn, Sie haben eine Hausbatterie – und das ist eine Verschwendung der Leistung Ihrer Solarmodule.

Haben Sie ein EV und erzeugen weniger als 3.000 kWh pro Jahr? Dann laden Sie oft noch über das Stromnetz. Besorgen Sie sich eine Solaranlage, die zu Ihrem Verbrauch passt.

Im Sommer ist die Netzbelastung tagsüber manchmal hoch. Durch intelligentes Aufladen tragen Sie auch zur Entlastung des Stromnetzes bei.

Die Zukunft: bidirektionales Laden und Ihr Auto als Hausbatterie

Einige Elektroautos können mehr als nur mit (Solar-)Strom fahren. Mit bidirektionalem Laden können Sie auch Energie aus der Autobatterie in Ihr Haus zurückspeisen. Auf diese Weise fungiert Ihr Auto als mobile Hausbatterie.

Marken wie Hyundai (Ioniq 5 und Ioniq 6), Kia (EV6) und Nissan (Leaf) bieten bereits Modelle mit dieser Technologie an. Mit Vehicle-to-Home (V2H) oder sogar Vehicle-to-Grid (V2G) speisen Sie den Strom in Ihr Haus oder das Stromnetz zurück. Angenommen, Sie haben Ihr Auto tagsüber mit Solarstrom aufgeladen, dann können Sie Ihren Haushalt am Abend mit demselben Solarstrom versorgen.

Die Sonne ist Ihr bester Verbündeter auf der Straße

Das Fahren mit Solarenergie ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Mit Sonnenkollektoren, einer intelligenten Ladestation und einem guten Elektroauto können Sie schon jetzt von der kostenlosen Energie der Sonne profitieren. Sie sparen bei Ihrer Stromrechnung, fahren nachhaltig und tragen zu einer geringeren Belastung des Stromnetzes bei.

Solarautos wie das Lightyear und der Nuna zeigen, wohin wir fahren können. Aber schon heute können Sie Ihr eigenes Solarkraftwerk für Ihre Mobilität nutzen. Je intelligenter Sie laden, desto mehr haben Sie davon.