Kolumne: „Es scheint mehr denn je ein Bedürfnis nach Einfachheit zu geben“
Aufregung in der Automobilindustrie
Ein Sonntagnachmittag im August. Ich mache einen Spaziergang mit dem Hund. In der Ferne sehe ich fünf Donkervoorts, die durch das Dorf fahren. „Wie cool“, denke ich. Mit einer leichten Beschleunigung und einer milden Form von automobiler Aufregung gehe ich mit meinem Hündchen in Richtung der besagten Straße. Aber leider ist die ganze holländische Pracht schon vorbei. Also gehen wir weiter. Aber dann… Weit im Hintergrund höre ich das Dröhnen eines Fünfzylinders. Ein Turbolader explodiert. Das kann doch nicht sein? Und ja, wieder einmal fahren etwa fünf Donkervoorts vorbei. Wie wunderbar! Und na ja, dann juckt es mich auch. Dann will ich auch fahren. Sie wissen ja, wie das ist.
Schön und rein, schön und einfach
Und so geschah es. Als ich nach Hause zurückkehrte, kurbelte ich das Hobbyauto an, um eine Runde zu drehen. Kamera dabei, denn man weiß ja nie, was für schöne Orte einem begegnen könnten. Zeit, offen zu fahren, zu genießen. Und zwar pur, denn das Auto hat keine Servolenkung oder Bremsen und schon gar kein ABS oder ESP. Kurzum: rein wie es nur geht. Oder anders ausgedrückt: Einfacher geht es nicht.

Breda Flughafen
Inzwischen sind die Kilometer unter dem Auto wie im Flug vergangen. Als Endziel habe ich den Flughafen Breda im Auge. Das hört sich nach einem riesigen, internationalen Flughafen an, aber in der Praxis ist es nicht viel. Eine Landebahn und ein paar Hangars. Das ist alles. Aber es ist ein cooler Ort, weshalb er viele Hobbypiloten anzieht, vor allem an den Wochenenden. Ein angeschlossenes Restaurant lockt an einem sonnigen Sonntag auch Familien an, die auf der Terrasse eine Tasse Kaffee oder Tee mit ein paar Leckereien genießen. Und siehe da, als ich mich dem Parkplatz nähere, sehe ich sie: Donkervoorts.
36 Donkervoorts
Diesmal in einer viel größeren Auflage. Nicht weniger als 36 Exemplare! Ich bekomme spontan eine Gänsehaut und denke „ja!“. Kann ich gleich ein paar schöne Fotos mit der Kamera machen, die ich mitgebracht habe. Also parke ich den 485S neben einer weinroten D8 GTO RS, steige aus und beginne zu klicken. Das Schöne an einem solchen Treffen ist, dass man auch mit anderen Menschen/Enthusiasten ins Gespräch kommt. Und je mehr Leute ich anspreche, desto mehr Leute sind der gleichen Meinung. Es scheint ein größeres Bedürfnis nach Einfachheit zu geben.

Irritationen über ADAS
Die Gespräche konzentrieren sich dann auf die Störungen, die Sie heutzutage in modernen Autos finden. Auch bekannt als ADAS, eine Abkürzung für Advanced Driver Assistance Systems. Im normalen Niederländisch sprechen wir also über Fahrerassistenzsysteme. Ein Fahrspurassistent, ein Kollisionsverhinderungssystem, ein adaptiver Tempomat, Sie wissen, wie es geht. An sich gute Systeme, wenn sie gut funktionieren, aber ADAS kommt mit dem nötigen Schnickschnack, der sich regelmäßig im Auto bemerkbar macht. Außerdem macht ADAS das Fahren zunehmend langweilig. Der Fahrspurassistent zum Beispiel vermittelt das Gefühl, dass Sie nicht selbst lenken. Das ist das schlimmste Gefühl für den Mann oder die Frau am Steuer.
Fühler betroffen
Der natürliche Fluss des Fahrens verschwindet durch ADAS. Hinter jeder Aktion steht ein Computer, der mit Ihnen denkt. In meinem Fall wird dadurch mein eigenes ’natürliches‘ Gefühl, flüssig durch den Verkehr zu fahren, stark beeinträchtigt. Und das führt zu Irritationen. Selbst fahren ist nur möglich, wenn Sie alles ausschalten. Letzteres ist zum Glück immer einfacher, denn auch die Autohersteller wissen sehr gut, dass all diese ‚Fahrassistenzsysteme‘ den Fahrspaß ruinieren. Aus diesem Grund bauen die Automarken eine einfache Taste ein, mit der Sie die gewünschten Systeme schnell abschalten können, natürlich mit Ausnahme von ABS und ESP. Das lässt sich bei den meisten Autos nicht einmal abschalten.

Der Charme der Einfachheit
Glücklicherweise gibt es auch Autos, die nicht über all diese Systeme verfügen. Und genau diese Art von Autos scheinen gefragter denn je zu sein. Die Menschen wollen ADAS entkommen. Keine Einmischung, keine Bevormundung, sondern selbst fühlen, selbst entscheiden. Mehrere Besitzer der anwesenden Donkervoorts sind so froh, dass sie in ihren Autos ein reines Fahrerlebnis genießen können. Sie haben selbst die Kontrolle. Und ich kenne dieses Gefühl. Jede Fahrt mit dem 485S ist eine Offenbarung, wie sich Autofahren auch anfühlen kann. Und egal, ob Sie dieses Gefühl in einem klassischen Käfer, einem erschwinglichen Youngtimer oder einem leichten Sportwagen wie einem Donkervoort oder Caterham haben: Die Einfachheit hat ihren Reiz und ist leichter zu erreichen, als Sie denken. Kurz gesagt: Denken Sie daran, dass Autofahren auch pur sein kann.
















































