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DS Automobiles CEO: „Was jetzt geschieht, ist eine entscheidende Phase für uns“

März 19, 2026

DS Automobiles zieht das Tempo an

Nach vier Jahren ohne neue Produkteinführungen steht DS Automobiles wieder im Rampenlicht. Mit der Einführung der DS N8, N4 und jetzt der N7 will die Marke ihre Position im Premiumsegment stärken. Wir sprachen mit einem Top-Manager von DS über die Marktpositionierung, die Elektrifizierung und die Zukunft der Marke.

Auf dem Automarkt ist mehr los als je zuvor. Es gibt mehr Marktteilnehmer als je zuvor und jeder will seinen Marktanteil. Wie schwierig ist es, in einem so hart umkämpften Markt Fuß zu fassen?

„Das ist eine sehr gute und berechtigte Frage. Um sie richtig zu beantworten, muss ich zunächst einen Schritt zurückgehen. Als Marke haben wir vier Jahre lang keine neuen Produkte auf den Markt gebracht. Das ist natürlich eine lange Zeit in dieser Branche. Eine solche Periode macht das Geschäftsleben nicht einfacher, denn ohne neue Produkte ist es schwierig, den Schwung aufrechtzuerhalten. Seit Ende 2025 haben wir jedoch wieder an Sichtbarkeit gewonnen. Wir haben die DS N8 vorgestellt, dann die N4 und jetzt befinden wir uns in der Markteinführungsphase der N7. Das ist eine wichtige Gelegenheit für uns, um erneut zum Ausdruck zu bringen, wofür wir als Marke stehen und was unsere Positionierung ist.“

„Wir bauen auf französische Spitzenleistungen. Für uns bedeutet das eine Kombination aus Technologie, Komfort und Raffinesse. Dies sind keine separaten Konzepte, sondern Kernwerte, die tief in der DNA der Marke verankert sind. Wir glauben, dass wir mit dieser Kombination Premiumkunden eine Alternative zu den etablierten Anbietern in diesem Segment bieten können. Außerdem stellen wir fest, dass es immer mehr Kunden gibt, die offen für etwas Neues sind. Sie suchen nicht unbedingt nach denselben Marken wie immer, sondern sind offen für etwas anderes, etwas Unverwechselbares. Das ist genau das, was wir anbieten wollen: ein alternatives Premium-Angebot mit einer eigenen Identität.“

AutoRAI.nl-Journalist Bart Oostvogels im Gespräch mit Xavier Peugeot, CEO von DS Automobiles
AutoRAI.nl-Journalist Bart Oostvogels im Gespräch mit Xavier Peugeot, CEO von DS Automobiles

Sie führen sowohl das N8 als auch das N7 ein. Erwarten Sie keine interne Konkurrenz oder Kannibalisierung zwischen diesen Modellen?

„Nein, das erwarte ich nicht. Der Hauptgrund ist, dass wir mit beiden Modellen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Die DS N7 ist siebzehn Zentimeter kürzer als die N8. Das mag wie ein Detail erscheinen, aber in Wirklichkeit macht es einen deutlichen Unterschied in der Positionierung und Nutzung. Wir erfüllen mit diesen Modellen nicht die gleichen Kundenerwartungen. Es handelt sich um unterschiedliche Angebote innerhalb des Premium-Segments. Natürlich gibt es bestimmte Identitätselemente, die sich ähneln, wie z.B. Teile des Armaturenbretts. Das macht Sinn, denn wir wollen eine wiedererkennbare Markenidentität projizieren. Aber das bedeutet nicht, dass die Produkte in Bezug auf den Inhalt oder die Zielgruppe identisch sind.“

„Die DS 7 ist seit vielen Jahren unser meistverkauftes Modell und macht immer noch einen großen Teil unseres Umsatzes aus. Mit dem neuen N7 lösen wir dieses Modell ab. Dabei wollen wir sowohl treue Kunden halten als auch neue Kunden gewinnen. Wir tun dies mit einem starken Designangebot und einer Reichweite von bis zu 740 Kilometern. In der Praxis bedeutet das fast 500 Kilometer auf der Autobahn bei 120 km/h. Außerdem bieten wir Technologien wie die Active Scan Suspension, die den Komfort bietet, den Sie von einer DS erwarten. Komfort ist für uns kein nachträglicher Gedanke, sondern ein zentraler Wert. Mit dem N7 zeigen wir einmal mehr, wo wir uns abheben.“

Die DS N8 ist vollständig elektrisch. Der N7 wird nicht nur als Elektroauto, sondern auch als Hybridmodell angeboten. Ist eine Hybridversion des N8 denkbar, oder lässt die Architektur dies nicht zu?

„Wir müssen das von der Zielgruppe her neu überdenken. Wie bereits erwähnt, sprechen der N8 und der N7 unterschiedliche Kunden an. Beide Modelle bieten eine sehr hohe elektrische Reichweite: 750 Kilometer für den N8 und 740 Kilometer für den N7. In der Praxis bedeutet das etwa 500 Kilometer auf der Autobahn und noch mehr, wenn Sie abseits der Autobahn fahren. Für uns ist das ein echter Wendepunkt. Es bedeutet, dass der Fahrer entscheidet, wann er anhält – zum Beispiel, wenn er müde ist oder einen Kaffee trinken möchte – und nicht, wenn das Auto ihn aufgrund des Batteriestands dazu zwingt. Diese Freiheit ist wichtig für die Akzeptanz des elektrischen Fahrens.“

„Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Elektrifizierung in Europa zwar weiter zunimmt, aber nicht in dem Tempo, wie es die Europäische Kommission ursprünglich geplant hatte. Das ursprüngliche Ziel einer 100-prozentigen Elektrifizierung bis 2035 wurde nun auf 90 Prozent korrigiert. Das zeigt, dass die Umstellung nicht so schnell voranschreitet wie gedacht. Es gibt also immer noch eine Gruppe von Kunden, die nach Alternativen zum rein elektrischen Fahren suchen. Deshalb haben wir uns beim N4 für ein breites Angebot entschieden: vollelektrisch, Plug-in-Hybrid, Mildhybrid und sogar Diesel. Beim N7 bieten wir neben dem Elektroantrieb auch Hybridvarianten an. Damit können wir eine breitere Zielgruppe und unterschiedliche Nutzungsprofile ansprechen, darunter auch eine eher familienorientierte Nutzung. Für den N8 haben wir eine klare Positionierung gewählt. Es geht nicht nur um technische Optionen, sondern auch um strategische Entscheidungen innerhalb der Produktpalette.“

DS bewegt sich eindeutig in Richtung des höheren Segments. Gleichzeitig ist der DS3 im B-Segment jetzt das älteste Modell in der Reihe. Was sind die Pläne für dieses Modell?

„Wir arbeiten Schritt für Schritt. Wie bereits erwähnt, hatten wir mehrere Jahre lang keine neuen Produkte. Jetzt führen wir drei Modelle in einem Zeitraum von 18 Monaten ein. Das ist schon eine erhebliche Anstrengung. Im Moment ist es unsere Priorität, diese drei Modelle erfolgreich zu machen. Was das B-Segment betrifft, so geht es uns darum, die richtige Balance in der Produktpalette zu finden. Wir müssen für Konsistenz und Kohärenz in der gesamten Produktpalette sorgen. Das bedeutet, dass wir ein Gleichgewicht herstellen müssen zwischen Modellen, die zwar mehr Status ausstrahlen, aber weniger Volumen generieren, und solchen, die ein höheres Volumen bieten. Darüber hinaus müssen wir erkennen, dass sich die Segmente weiterentwickeln. Vor Jahren gab es bestimmte SUV-Segmente noch nicht in ihrer heutigen Form. Der Markt verändert sich ständig. Deshalb möchte ich uns nicht auf ein bestimmtes Segment festlegen. Es geht darum, wie wir unser Angebot logisch organisieren und wie wir das Schritt für Schritt durch neue Produkteinführungen sichtbar machen.“

In welchen Segmenten sehen Sie Raum für weitere Expansion?

„Mit dem N8 haben wir einen Player im D-Segment. Mit dem N7 führen wir einen SUV im C-Segment ein. Außerdem haben wir mit der DS N4 eine Schräghecklimousine im C-Segment und mit der DS 3 einen Crossover im B-Segment. Damit decken wir bereits einen großen Teil des Marktes ab. Aber der Markt ist ständig in Bewegung. Neue Nischen entstehen, bestehende Segmente verschieben sich. Wir werden daher weiterhin prüfen, wo sich Chancen bieten, aber immer mit dem Fokus auf die Konsistenz mit unserer Marken-DNA.“

Ein Blick auf die nächsten fünf Jahre: Wo steht DS Automobiles?

„Was jetzt geschieht, ist eine entscheidende Phase für uns. Nach vier Jahren ohne Markteinführung sind wir wieder mit neuen Produkten aktiv. Diese müssen sich zunächst auf dem Markt durchsetzen. Das ist die oberste Priorität. Gleichzeitig müssen wir realistisch sein, was den Kontext angeht. Wenn Sie sich die Entwicklung des Automarktes in den letzten 10 oder 20 Jahren ansehen, sehen Sie, dass niemand genau vorhersagen konnte, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen den Marken verändern würde. Neue Akteure sind aufgetaucht, traditionelle Akteure haben Marktanteile verloren oder gewonnen.“

„Heute erleben wir wieder große Veränderungen. Die europäischen Vorschriften entwickeln sich weiter. Chinesische Marken drängen auf den Markt. Die Branche verändert sich schneller als je zuvor. Wir glauben, dass wir alle Voraussetzungen haben, um ein robuster und glaubwürdiger Premiumanbieter zu bleiben, vorausgesetzt wir bleiben unserer DNA treu und handeln konsequent. Darüber hinaus wird der CEO von Stellantis, Antonio Filosa, in Kürze einen neuen Strategieplan mit neuen Zielen und Ambitionen vorlegen. Dieser Plan wird voraussichtlich Ende Mai vorgestellt werden. Natürlich werden wir ein integraler Bestandteil dieses Plans sein. Die Zukunft wird also sowohl von unserer eigenen Beständigkeit als auch von den allgemeinen Marktbedingungen abhängen. Aber eines ist sicher: Die Automobilindustrie verändert sich schneller als je zuvor. Das macht sie herausfordernd, aber auch äußerst interessant.“

AutoRAI.nl-Journalist Bart Oostvogels im Gespräch mit Xavier Peugeot, CEO von DS Automobiles
AutoRAI.nl-Journalist Bart Oostvogels im Gespräch mit Xavier Peugeot, CEO von DS Automobiles

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