Autotests

AUTOTEST – CUPRA FORMENTOR E-HYBRID – DER BESTE PLUG-IN-HYBRID HEUTE?

März 31, 2022

Markanter Auftritt mit Power

Es kommt nicht oft vor, dass wir in ein Modell einer neuen Automarke steigen. Cupra ist natürlich nicht ganz neu, steht aber mittlerweile auf eigenen Beinen. Das erste eigene Modell ist eine Tatsache und heißt Formentor. Das klingt düster und spannend. Den bekommt man hierzulande nur mit einem starken, aber sparsamen Plug-in-Hybridantrieb. Wie spannend ist das in der Praxis?

Cupra Formentor

Cupra ist als sportliches Sublabel von Seat bekannt, doch diese Zeiten sind vorbei. Cupra baut mittlerweile eigene Modelle und in naher Zukunft vor allem Elektromodelle. Denken Sie an den Cupra Born, den Sie als sportlichen Bruder des Volkswagen ID.3 sehen können. Cupra ist nach wie vor im Volkswagen Konzern tätig.

Der Formentor ist das erste eigene Modell und hierzulande nur als Plug-in-Hybrid erhältlich. Er war kurzzeitig mit einem 310 PS starken 2,0-Liter-Turbobenziner erhältlich, musste aber dank unseres Steuersystems mit einigen Optionen fast 70.000 Euro dafür bezahlen. Willst du wissen, was du verpasst hast? Dann lesen Sie hier unseren Test des Formentor 310 4Drive .

Der Formentor e-Hybrid ist – auch dank seiner geringen Emissionen – deutlich preisgünstiger: Ab 44.990 Euro geht es los. Dann bekommt man 204 Pferde unter die Haube, aber für 50.990 Euro bekommt man den 245 PS starken Formentor VZ e-Hybrid, den wir testen.

Zwei Motoren

Unter der Haube stecken zwei Motoren: ein 115 PS starker Elektromotor und ein 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS. Sie können diese Pferdestärken nicht ganz zusammenzählen, aber die Gesamtsystemleistung beträgt 245 Pferdestärken. Serienmäßig ist der E-Hybrid mit einem 6-Gang-Doppelkupplungs-Automatikgetriebe ausgestattet.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der 204 PS starke E-Hybrid 7,8 Sekunden. Unser VZ e-Hybrid braucht 0,8 Sekunden weniger und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Elektrisches Fahren

Der Elektromotor bezieht seine Energie aus einem 13-kWh-Akkupaket, was Ihnen auf dem Papier 54 Kilometer elektrische Reichweite beschert. In der Praxis sind Sie etwa 45 Kilometer entfernt, was den meisten Niederländern für die tägliche Fahrt ins Büro oder zum Supermarkt reichen sollte. Bis 140 km/h kann elektrisch gefahren werden, darüber springt der Benzinmotor an.

Das Batteriepaket wiegt 130 kg und ist tief platziert, damit es die Fahrdynamik nicht negativ beeinflusst. An einer Wallbox zu Hause oder einer Ladestation auf der Straße dauert es 3 Stunden und 40 Minuten (3,6 kW) bzw. fünf Stunden (2,3 kW), um das Paket vollständig aufzuladen.

Coole Looks und auffällige Farben

Geschmäcker sind verschieden, aber wir finden, dass Cupra mit dem Formentor sofort ins Schwarze getroffen hat. Er sieht hart und gemein aus, mit einer spitzen Nase und wütend aussehenden Scheinwerfern. Hinter dem Lenkrad blickt man über eine langgezogene Motorhaube, die einem fast das Gefühl gibt, in einem amerikanischen Muscle-Car zu sitzen. Das ist gut durchdacht.

Die verwendeten Farben verstärken die markante Optik. Unser Presseauto hat zum Beispiel die Farbe Petrolblau . Ein wunderschönes, tiefdunkles Blau, das durch seine matte Oberfläche etwas ganz Besonderes ist. Darüber hinaus ist das Auto voll von auffälligen kupferfarbenen Designelementen. Denken Sie an das Logo, die 19-Zoll-Räder und die Auspuffspitzen.

Aufmerksamkeitssuchender

Cupra hat daher fast alles getan, um dem Formentor einen markanten Auftritt zu verpassen. Wir können sagen, dass uns das gelungen ist. Plaudern Sie gerne mit Passanten, wenn Ihr Auto irgendwo geparkt ist? Dann kaufen Sie einen Cupra Formentor in der Farbe Petrol Blue. Während unserer Testwoche mussten wir fast täglich neugierigen Passanten erklären, um welche Marke es sich handelt, nur um bestätigen zu müssen, dass die matte Farbe und die Kupferakzente tatsächlich besonders aussehen.

Praktisch

So sieht es schön aus, aber ist es auch ein bisschen praktisch? Nun, es ist weniger praktisch als der Formentor 310, der keinen Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang hat. Das Batteriepaket nimmt etwas Platz ein und lässt hinten weniger Gepäckraum übrig: 345 Liter. Das ist kein Weltuntergang – für ein paar Koffer oder den täglichen Einkauf ist noch genug Platz – aber ein Raumwunder ist es deswegen auch nicht. Aber dafür darf man Cupra auch nicht kaufen.

Auch als erwachsener Mann sitzt man gut auf der Rückbank. Das ist ziemlich clever gemacht, denn das Auto steht ziemlich hoch auf den Rädern und hat eine niedrige Dachlinie. Zum Glück merkt man es innen kaum. Wir können sogar unsere Beine verlieren.

Keine physischen Tasten

Hinter dem Lenkrad starren Sie auf zwei große Bildschirme. Ein 10-Zoll-Infotainment-Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts und eine digitale Instrumentierung hinter dem Lenkrad, die Sie ganz nach Ihren Wünschen einstellen können.

Der Infotainment-Bildschirm sieht gut aus, aber das System, das darauf läuft, ist nicht das Beste, was der Volkswagen-Konzern je produziert hat. Manchmal ist es einfach ein bisschen zu langsam. Da es außer am Lenkrad keine physischen Tasten gibt, muss man auf diesem etwas zu langsamen Bildschirm so gut wie alles bedienen. Also nicht optimal.

Sportliches Gefühl

Auch das Interieur sieht – genau wie das Exterieur – robust und spannend aus. Die Materialien fühlen sich gut an und es ist alles gut zusammengefügt. Auch hier ersticken die kupferfarbenen Elemente. Nicht der große 10-Zoll-Bildschirm, sondern das Lenkrad fordert die ganze Aufmerksamkeit.

Nicht wegen des großen kupferfarbenen Cupra-Logos auf dem Airbag, sondern dank der beiden runden Knöpfe, die das Auto starten und die Fahrmodi auswählen. Auch hier wieder gut durchdacht. Sobald Sie sich ans Steuer setzen, kommen Sie in Stimmung, noch bevor Sie auch nur einen Meter gefahren sind.

Aber wie genau fährt er? Das und alle Details seht ihr in unserem Fahrprüfungsvideo: