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Niederländische Regierung: „Wasserstoff ist ein unverzichtbares Bindeglied beim Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem“.

Juni 6, 2023

Einfuhr von Wasserstoff

Es ist davon auszugehen, dass die Niederlande nicht nur ihren eigenen Wasserstoff produzieren, sondern auch einen erheblichen Teil des benötigten Wasserstoffs importieren müssen. Um zu gewährleisten, dass diese Importe rechtzeitig, nachhaltig, sicher und in großem Umfang erfolgen, betreibt die Regierung aktiv Energiediplomatie. Energiehandelsbeziehungen mit einem breiten Spektrum von Ländern werden zur Versorgungssicherheit beitragen.

Globaler Wasserstoffmarkt

Die Regierung will die Energiediplomatie nutzen, um die Entwicklung von grünen Wasserstoffimporten voranzutreiben und zu unterstützen. Auf diese Weise verringern wir die künftige Abhängigkeit von einer relativ kleinen Gruppe von Ländern, wie es derzeit bei Öl und Gas der Fall ist. Ein globaler Wasserstoffmarkt wird auch zur Bewältigung der Klimakrise beitragen, indem er die Energiewende beschleunigt. Die wichtigste Säule der niederländischen Importstrategie ist die Schaffung der Voraussetzungen für den Start des Wasserstoffmarktes, wie Importterminals, Infrastruktur und Regulierung. Die Regierung will diese Bedingungen schnell schaffen, damit die Niederlande eine führende Position auf dem nordwesteuropäischen Wasserstoffmarkt einnehmen können.

Energiepolitische Beziehungen

Die Niederlande bauen ihre Energiebeziehungen sowohl zu den Nachbarländern als auch zu weiter entfernten Ländern aus, die gut in der Lage sind, erneuerbaren Wasserstoff zu produzieren und zu exportieren. Die Niederlande haben bereits Wasserstoffpartnerschaften mit Norwegen, Portugal, Chile, Uruguay, Namibia, Kanada, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Australien, Spanien und Saudi-Arabien geschlossen. Die Beziehungen zu den Nachbarländern werden mit der weiteren Zusammenlegung unserer Strom- und Gasnetze immer wichtiger. So haben beispielsweise die Niederlande und Deutschland vereinbart, die Entwicklung einer grenzüberschreitenden Wasserstoffinfrastruktur zu beschleunigen.

Um Import- und Exportregionen weltweit miteinander zu verbinden, werden Verkehrswege, so genannte „strategische Korridore“, benötigt. Innerhalb Europas sind Spanien, Portugal und die nordischen Länder wie Norwegen vielversprechende Exportmöglichkeiten für die Niederlande. Außerhalb Europas konzentrieren sich die Niederlande u. a. auf die Golfregion, Nordamerika und Afrika. Die Energiebeziehungen zu diesen Ländern werden durch eine effektive Zusammenarbeit zwischen den Regierungen und durch die Erleichterung von Kontakten zwischen Unternehmen zur Einrichtung von Transportrouten gestärkt. Für einige Transportwege könnten Pipelines in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, doch vorerst wird der meiste Wasserstoff international per Schiff transportiert werden.

Geschäftsmöglichkeiten und IMVO

Die Entwicklungen im Bereich Wasserstoff bieten Chancen für die niederländische Industrie und Wissenseinrichtungen. Unterstützt werden sie dabei von Botschaften und mit Handelsförderungs- und Finanzierungsinstrumenten. Bei der Entwicklung eines internationalen Wasserstoffmarktes ist die Regierung gleichzeitig bestrebt, sorgfältig gleichwertige Energiebeziehungen aufzubauen. Die Unternehmen müssen innerhalb der internationalen Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR) agieren. Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Klima untersuchte Arcadis die damit verbundenen Chancen und Risiken. Wichtig ist, dass Produktion, Lagerung und Export in verantwortungsvoller Weise und mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt erfolgen.

Gas

Die Regierung achtet weiterhin auf die Sicherheit der Versorgung mit Energie und wichtigen Rohstoffen, die für die Energiewende benötigt werden. Im Hinblick auf die Gasversorgungssicherheit agieren die Niederlande hauptsächlich im EU-Kontext und engagieren sich gemeinsam für den Ausbau der Beziehungen zu den gasproduzierenden Ländern. Damit verpflichten sich die Niederlande zur gemeinsamen Gasbeschaffung über die kürzlich eingerichtete europäische Beschaffungsplattform. Kürzlich fand die erste Runde statt, bei der Gasangebot und -nachfrage in Höhe von rund 11 Milliarden Kubikmetern miteinander verknüpft wurden.