Testbericht – Porsche 911 Turbo S (2026), der vielseitige Supersportwagen
Großer Drehzahlbereich
Zugegeben, wenn Sie sich einen Porsche 911 Turbo S leisten können, schadet ein Liter mehr Kraftstoff sicher nicht. Das verstehen wir auch. Aber interessanterweise bringt es einen Supersportwagen wie den neuen 911 Turbo S an seine Grenzen, wenn es um den Kraftstoffverbrauch geht. Zunächst einige Zahlen. Dieser neue Allrounder von Porsche hat eine Leistung von 522 kW (711 PS) und ein beeindruckendes Drehmoment von 800 Nm, das über einen extrem breiten Drehzahlbereich von 2.300 bis 6.000 U/min zur Verfügung steht. Der Sprint von 0 auf 100 dauert nur 2,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 322 km/h. Sehen Sie, diese Zahlen beeindrucken. Aber können Sie mit all dieser Leistung auch wirtschaftlich fahren? Weiter unten in diesem Porsche 911 Turbo S Test finden Sie die Antwort!
T-Hybrid
Wir tauchen zuerst weiter in den Antriebsstrang ein, da dieser besonders interessant ist. Die Leistungskurve zeigt eine ungewöhnlich breite Spitze, wobei die vollen 711 PS kontinuierlich zwischen 6.500 und 7.000 U/min zur Verfügung stehen. Die bemerkenswert leichte T-Hybrid-Technologie, die mit einem 400-Volt-System arbeitet, sorgt für einen Leistungszuwachs von 61 PS gegenüber dem Vorgängermodell. Während der kürzlich vorgestellte 911 Carrera GTS einen einzelnen elektrischen Abgasturbolader verwendet, ist dieser Turbo S mit zwei speziell für dieses Modell entwickelten eTurbos ausgestattet. Dies sorgt nicht nur für mehr reine Leistung, sondern verbessert auch das Ansprechverhalten des Antriebsstrangs erheblich.

Leichter Hochspannungs-Akku
Das Herzstück des Hybridsystems ist eine kompakte, leichte Hochspannungsbatterie mit einer Kapazität von 1,9 kWh. Die Kraftübertragung auf die Räder erfolgt über ein Achtgang-PDK-Getriebe, in das ein Elektromotor integriert ist, in Verbindung mit dem Allradantrieb Porsche Traction Management. Trotz der zusätzlichen Hybridkomponenten wiegt der neue 911 Turbo S nur 85 Kilogramm mehr als sein Vorgänger. Diese leichte Gewichtszunahme wurde jedoch durch Fortschritte bei der Fahrdynamik mehr als kompensiert. Der absolute Beweis dafür wurde auf der Nürburgring Nordschleife erbracht, wo ein getarntes Testmodell eine beeindruckende Rundenzeit von 7:03,92 Minuten erzielte. Damit ist er rund 14 Sekunden schneller als die vorherige Generation.
Hinterer Stoßdämpfer aus Titan
Der 3,6-Liter-Boxermotor mit zwei eTurbos arbeitet mit asymmetrischen Steuerzeiten, was zusätzliche Frequenzen hinzufügt und zu einem hörbar volleren und schärferen Motorsound führt. Dieser wird durch eine neue, serienmäßige, leichte Sportauspuffanlage mit Titan-Endschalldämpfer und Verkleidungsteilen, deren Klang speziell für dieses Spitzenmodell komponiert wurde, noch verstärkt. Bei niedrigen Drehzahlen klingt dieser Sechser fast wie ein Dieselmotor. Das liegt auch daran, dass der Motor bei einer Geschwindigkeit von etwa 105 km/h im Normalmodus nicht mehr als 1.000 U/min dreht. Selbst dann ist noch reichlich Leistung vorhanden. Erst bei höheren Drehzahlen bekommen Sie echte Sechszylinder-Boxer-Sounds zu hören und die sorgen immer noch für Gänsehaut.

Breite Hausschuhe für Porsche 911 Turbo S
Die Hinterachse ist jetzt auf zehn Millimeter breiteren Reifen der Größe 325/30 ZR 21 unterwegs, während vorne Exemplare der Größe 255/35 ZR 20 montiert sind. Auch die serienmäßige Keramikbremsanlage wurde mit stärkeren Bremsbelägen und größeren Scheiben deutlich aufgewertet. Mit 420 Millimetern an der Vorderachse und 410 Millimetern an der Hinterachse ist es die größte Keramikbremsanlage, die Porsche jemals in einem Zweitürer verbaut hat.
Aufzugssystem mit GPS-System: top!
Dank des leistungsstarken 400V-Systems gehört die elektrohydraulische Porsche Dynamic Chassis Control jetzt zur Serienausstattung. Dieses System reduziert die Neigung der Karosserie zur Schräglage durch aktive, mit Öldruck beaufschlagte Drehmomentstangen und sorgt so für ein sichereres und berechenbareres Fahrverhalten. Gleichzeitig sorgt das 400V-System dafür, dass die optionale Vorderachsanhebung deutlich schneller arbeitet als bisher, was die Alltagstauglichkeit verbessert. Vor allem die letztgenannte Funktion ist bei einem Turbo S unverzichtbar, und zwar bis hin zur weit herausstehenden Nase. Besonders nützlich ist die GPS-Funktion des Liftsystems. An Orten mit hohen Schwellenwerten hebt das Auto – nachdem Sie den Standort im System gespeichert haben – automatisch die Nase an.

Turbonit
Mit diesem Modell führt Porsche nun die spezifische Turbo-Designstrategie innerhalb der 911 Linie ein. Diese manifestiert sich direkt in der exklusiven Kontrastfarbe ‚Turbonite‘. Dieser Farbton, der den Turbo-Versionen vorbehalten ist, findet sich im Porsche-Schild, den Hecklogos, den Heckflügeleinsätzen, den Fensterleisten und den zentralen Radmuttern der neuen Raddesigns wieder. Typisch für den Turbo hat dieses Topmodell auch eine sichtbar breitere Karosserie und Spurweite im Vergleich zum Carrera, ergänzt durch markante Öffnungen in der hinteren Seitenpartie und Lüftungsschlitze im Heckspoiler. Am Heck fallen außerdem die dynamische Perlstruktur oberhalb der Lichtleiste und die optionale ovale Auspuffblende in Titan ins Auge.
Schickes Interieur
Im Innenraum finden Sie außerdem reiche Turbonit-Akzente, die sich auf den Türverkleidungen, dem Lenkrad, dem Armaturenbrett, der Mittelkonsole, dem Kombiinstrument und den Sicherheitsgurten wiederfinden. Zum ersten Mal im Innenraum verwendet Porsche auch Zierleisten mit Karbonstruktur und Neodym-Finish sowie einen perforierten Mikrofaserdachhimmel mit schickem schwarzen Hintergrund. Das Coupé verlässt das Werk serienmäßig als Zweisitzer, obwohl eine Rücksitzbank ohne Aufpreis erhältlich ist. Das Cabriolet ist serienmäßig als 2+2 konfiguriert. HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, das Sport-Chrono-Paket mit Reifentemperaturanzeige, ein modellspezifisches PASM-Fahrwerk und achtzehnfach verstellbare Sportsitze Plus gehören zur Serienausstattung.

Alles ist möglich, auch Wischerarme aus Carbon
Wer den Wagen noch weiter an seinen persönlichen Geschmack anpassen möchte, kann den umfangreichen Katalog der Porsche Exclusive Manufaktur besuchen. Kunden können aus mehr als 100 Karosseriefarben und exklusiven Optionen wie Carbon-Felgenblättern aus Neodym, einem leichten Carbon-Dach, speziellen Rückleuchten und Carbon-Lufteinlässen wählen. Ganz oben auf der Optionsliste stehen die leichten Carbon-Scheibenwischerarme, die fünfzig Prozent weniger wiegen als die Standardwischer. Der Innenraum kann mit Kontrastnähten, personalisierten Prägungen, lederbezogenen Sitzkonsolen und in Wagenfarbe lackierten Autoschlüsseln weiter aufgewertet werden.

Der neue PORSCHE 911 TURBO S (2026) ein NACHHALTIGES Wunder? – REVIEW – AutoRAI TV
Porsche 911 Turbo S auch wirtschaftlich?
Alles in allem ist der neue Porsche 911 Turbo S ein starkes Gesamtpaket mit einer Leistung, zu der Sie nicht Nein sagen können. Dieser Supersportwagen macht große Schritte, wenn Sie das Gaspedal durchtreten. Zurück zur Ausgangsfrage: Ist es möglich, dieses Auto sparsam zu fahren? Oder reicht der Kraftstoffverbrauch immer aus, um Sie zum Weinen zu bringen?
Mehrere Pfade
Wir sind mehrere längere Strecken mit dem neuen Porsche 911 Turbo S 992.2 gefahren. In allen Fällen lag die Außentemperatur zwischen 22 und 23 Grad Celsius. Außerdem fuhren wir unter dem Deckmantel des Hypermiling mit einer Geschwindigkeit von 105 km/h. Die erste Strecke betrug 106 Kilometer, die zweite Strecke 120 Kilometer und auf der dritten Strecke fuhren wir 100 Kilometer. Im Durchschnitt kamen wir auf 8,5 Liter pro 100 Kilometer. Das entspricht 1 zu 11,7. Damit liegen wir deutlich unter dem Durchschnitt, den Porsche angibt. Der liegt bei 11,5 Litern pro 100 Kilometer, also 1 zu 8,7. Es ist also möglich, mit einem 911 Turbo S sparsam zu sein. Mit einem Durchschnittsverbrauch von fast 1 zu 12 ist dieses Auto sogar sparsamer als die Plug-in-Hybride mancher Besitzer, die ihre Batterien nur wenig oder gar nicht aufladen.
Fazit Bewertung Porsche 911 Turbo S 2026
Superschnell, alltagstauglich, komfortabel, praktisch, der Porsche 911 Turbo S hat alles. Als Ergebnis dieses Tests können wir eine weitere Qualität hinzufügen: einen auf Wunsch akzeptablen Kraftstoffverbrauch. Mit anderen Worten: relativ sparsame Fahrleistungen sind mit diesem Auto durchaus möglich. Der neue Porsche Turbo S ist nicht nur der stärkste 911er, den Porsche je produziert hat, sondern auch der vielseitigste 911er aller Zeiten. Das macht Sie gierig. Sollten Sie 356.800 Euro ausgeben können… dann ist es dieser. Obwohl dieses besondere Exemplar bereits 400.000 Euro kostet. Aber dafür haben Sie Scheibenwischerarme aus Carbon.
