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Testbericht – Ist der Opel Astra Plug-in-Hybrid die Lösung für die Übergangszeit?

März 25, 2026

Ein Antriebsstrang, der kurze Fahrten rein elektrisch ermöglicht, während bei längeren Strecken der Verbrennungsmotor übernimmt. Das klingt nach einem idealen Gleichgewicht, aber wie offensichtlich ist diese Position innerhalb der Opel Astra-Reihe in der Praxis?

Ein breites Angebot

Die große Auswahl ist vielleicht die größte Stärke des Opel Astra. Während einige Konkurrenten nur einen Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder vollelektrischen Antriebsstrang anbieten können, hat Opel sie alle im Angebot. Das gilt sowohl für die Schräghecklimousine als auch für den Kombi, so dass für jeden etwas dabei ist.

Undercover Verbesserungen Astra

Die Vielfalt der Antriebsstränge ist der vielseitigen Plattform zu verdanken, auf der der Astra steht und die er sich mit dem Peugeot 308 teilt. Die Plattform hat in letzter Zeit eine Reihe von Verbesserungen erfahren, insbesondere für den Plug-in-Hybrid und den elektrischen Astra, aber wir listen kurz alle Varianten für Sie auf.

Der Hybrid-Antriebsstrang verfügt über einen 1,2-Liter-Dreizylinder mit 106 kW (145 PS) Leistung und 230 Nm Drehmoment, der an ein Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt ist und die 48-Volt-Technologie in Kombination mit einer 0,9-kWh-Batterie zur subtilen Unterstützung bei der Verbrauchsreduzierung nutzt.

Die Neuigkeiten beim Plug-in-Hybrid sind größer – wörtlich und im übertragenen Sinne. Die Batteriekapazität betrug bisher 12,4 kWh und beträgt jetzt 17,2 kWh. Damit kann der Astra auf dem Papier 82 Kilometer rein elektrisch fahren (WLTP). Ein erheblicher Unterschied im Vergleich zum Vorgängermodell.

Außerdem wurde die Leistung des Elektromotors um 15 PS erhöht. Die kombinierte Leistung beträgt 196 PS und 250 Nm Drehmoment aus einem 1,6-Liter-Vierzylinder, der mit einer Siebengang-Doppelkupplungsautomatik gekoppelt ist – schön für den Fahrkomfort.

Auch der elektrische Astra macht eine Verbesserung durch. Die Batteriekapazität steigt von 54 kWh auf 58 kWh, und das bei einer Gewichtszunahme von nur 5 kg. Dadurch erhöht sich die Reichweite des elektrischen Astra Fließheckmodells auf 454 km, während der Sports Tourer laut Werksangabe 445 km erreicht.

Die Stärken des Plug-in-Hybrids

Damit ist der Plug-in-Hybrid der leistungsstärkste Antriebsstrang, wenn man bedenkt, dass die elektrische Variante mit 156 PS und 250 Nm Drehmoment dazwischen liegt. Der Motor sorgt für eine spürbar sanftere Beschleunigung als im elektrischen Astra, was ein schönes Gefühl ist. Das macht den Astra zu einem selbstbewussten Auto, das sofort zur Stelle ist, wenn Sie auf das Gaspedal treten.

Je nachdem, in welchem Modus Sie fahren – Elektro, Hybrid oder Sport – reagiert das Gaspedal entweder vollelektrisch, oder der Verbrennungsmotor springt ein. Der Übergang ist fließend, wenn Sie auch selbst subtil mit dem Gaspedal umgehen. Bei sportlicherer Fahrweise dreht der Motor nachdrücklicher auf, ohne jedoch wirklich störend zu wirken. Bei den Schaltvorgängen liegt der Schwerpunkt spürbar auf dem Komfort. Das Getriebe reagiert einigermaßen geschmeidig, wenn Sie zum Überholen herunterschalten, aber nicht superschnell.

Die erhöhte Batteriekapazität ermöglicht es dem Astra, noch weiter rein elektrisch zu fahren als bisher. Die 82 Kilometer sind eine respektable Reichweite, aber nicht die Norm in diesem Segment. Nehmen Sie sich ein Beispiel am Seat Leon. Dieser Plug-in-Hybrid hat eine Reichweite von 132 Kilometern und wird zu einem ähnlichen Preis angeboten.

Nicht nur die Flexibilität, vollelektrisch zu fahren, ist ein Vorteil, der Plug-in-Hybrid ist auch die Variante mit dem höchsten Anhängelgewicht von 1.330 kg. Der Hybrid-Antriebsstrang darf gebremst 1.150 kg ziehen. Das könnte also den Unterschied für Ihren Wohnwagen ausmachen, der übrigens nicht hinter den elektrischen Astra gehängt werden kann.

Größerer Fahrbereich bedeutet weniger Platz an Bord

Das einzige Zugeständnis, das Sie im täglichen Gebrauch feststellen werden, ist, dass der Plug-in-Hybrid den kleinsten Kofferraum hat. Im Grunde sind es 308 Liter im Fließheck, während der Hybrid 422 Liter bietet – ein beträchtlicher Unterschied im Verhältnis. Wenn Sie die Rücksitze umklappen, entsteht ein Raum von 1.236 Litern; beim Hybrid kommen weitere 103 Liter hinzu.

Dezentes Facelifting

Neben den subkutanen Verbesserungen gibt es auch die notwendigen Änderungen an der Außenseite und im Inneren. Von nun an kennt sich die Nase des Astra sehr gut aus, auch im Dunkeln. Bei allen Versionen sind der Blitz und der Kompass beleuchtet, was den Vizor zu einem noch besser erkennbaren Aushängeschild macht.

Die Scheinwerfer verfügen außerdem über Intelli-Lux HD-Beleuchtung. Bei dieser Technologie verfügen die Leuchteinheiten über Pixelelemente. Zählen Sie nach, es sind insgesamt 50.000. Dank dieser präzisen Konstruktion kann der Lichtstrahl sehr scharf eingestellt werden, um Blendung zu vermeiden und die Sicht des Fahrers zu verbessern.

Zu den weiteren Änderungen am Exterieur gehören neue Leichtmetallräder, die von 16 bis 18 Zoll reichen, und die Entfernung der Chromakzente. An deren Stelle treten schwarze Details. In Kombination mit unserem goldfarbenen Astra sieht er tatsächlich wie ein sportliches Auto aus.

Komfort ohne viel Aufhebens

Im Innenraum macht der Astra vor allem das, was er schon immer gut konnte: Er ist komfortabel und logisch aufgebaut. Je nach Ausstattungsniveau – von der Business Edition aufwärts – sind die bekannten und geschätzten AGR-Sitze vorhanden. Diese bieten ergonomische Unterstützung und machen vor allem längere Fahrten angenehmer.

Auch in Sachen Infotainment ist der Astra mit der Zeit gegangen. Das System unterstützt Over-the-Air-Updates, so dass Funktionen und Software auf dem neuesten Stand bleiben, ohne dass Sie den Händler aufsuchen müssen. Es gibt auch eine Integration mit ChatGPT, das die Sprachsteuerung über die Standardbefehle hinaus erweitert. Das System unterstützt auch kabelloses Android Auto und Apple CarPlay.

Auf der Mittelkonsole finden Sie – je nach Version – auch ein kabelloses Handy-Ladegerät. Hier fällt auf, dass man sich von der schwarzen Hochglanzlackierung getrennt hat, die eine Quelle für Fingerabdrücke, Fusseln und störende Reflexionen bei starker Sonneneinstrahlung ist.

Eine mattgraue Oberfläche hat sie ersetzt. Es ist ein subtiler Unterschied, aber einer, den wir zu schätzen wissen. Das Gleiche gilt für die physischen Tasten für die Klimasteuerung sowie die Abkürzung zum Ein- oder Ausschalten – letzteres ist plausibler – bestimmter Fahrassistenzsysteme und Warnungen.

Edition vs. Business Edition: Das bekommen Sie zusätzlich

Wir haben das Wort soeben fallen gelassen: Business Edition. So manches Angebot eines Autoherstellers ist auf den niederländischen Markt zugeschnitten, um es für den Geschäftsfahrer so interessant wie möglich zu machen.

Der Plug-in-Hybrid ist nicht nur eine steuerlich attraktive Option, die Business Edition ist auch mit einigen netten Zusatzoptionen ausgestattet. Denken Sie an den schlüssellosen Zugang, eine Rückfahrkamera und das Multimedia Navi Pro System. Ein kabelloses Ladegerät und ein automatisch abblendbarer Innenspiegel sind ebenfalls enthalten.

Darüber hinaus liegt der Mehrwert in der akustischen Seitenverglasung, die den Lärm im Innenraum reduziert, und natürlich in den AGR-Sitzen. Beim Sports Tourer kommt noch eine Dachreling hinzu, während die dunkel getönten Scheiben im Fond für ein wenig Chic sorgen. Das Beste an dieser Auflistung? Die Preise der Einstiegsversion – der Edition – und der Business Edition sind identisch, so dass Geschäftsreisende hier aufatmen können.

Auch bei den Preisen gibt es keinen Mittelweg

Wer erwartet, dass der Plug-in-Hybrid preislich genau zwischen den anderen Antrieben liegt, wird enttäuscht sein. Tatsächlich ist er die teuerste Option innerhalb der Astra-Reihe und damit sogar teurer als die vollelektrische Variante.

Der Astra Hybrid beginnt bei 35.499 Euro, während der vollelektrische Astra Electric ab 36.499 Euro erhältlich ist. Der Plug-in-Hybrid liegt mit einem Startpreis von 37.499 Euro sogar noch höher. Dieser Preisunterschied ist leicht zu erklären, denn Sie erhalten zwei Antriebsstränge in einem: einen Benzinmotor und einen Elektromotor mit Batteriepaket.

Auf der anderen Seite ist der Plug-in-Hybrid in mehreren Bereichen das vollständigste Auto. So profitieren Sie zum Beispiel von der höchsten Systemleistung und dem soliden Drehmoment, was ihn in der Praxis spürbar geschmeidiger macht als die anderen Antriebsstränge. Er hat auch die höchste Anhängelast, was ihn für diejenigen interessanter macht, die regelmäßig mit einem Anhänger fahren.

Auch das Automatikgetriebe fühlt sich komfortabel an und ermöglicht es dem Plug-in-Hybrid, kurze Strecken rein elektrisch zu fahren, zum Beispiel in der Stadt oder beim Pendeln. Gleichzeitig haben Sie immer den Benzinmotor als Reserve für längere Fahrten, ohne auf Ladestationen angewiesen zu sein.

Darüber hinaus spielt für Geschäftsfahrer der zusätzliche steuerliche Vorteil eine Rolle, der den Plug-in-Hybrid in bestimmten Fällen in Bezug auf die monatlichen Kosten tatsächlich interessant machen kann.

Wie schneidet der Astra im Vergleich ab?

Im Vergleich mit der Konkurrenz fällt auf, dass Opel die Kurve kriegt. Peugeot profitiert von einer ähnlichen Technik unter der Motorhaube und liegt daher mit dem 308 Berline und dem 308 SW dicht dahinter, ist aber insgesamt nur etwas teurer.

Besonders bemerkenswert ist, wie vollständig das Angebot von Opel ist. Zusammen mit Peugeot gehört die Marke zu den wenigen Akteuren in diesem Segment, die Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und vollelektrische Antriebe in einer Modellreihe anbieten. Bei anderen Marken ist die Situation anders. Volkswagen zum Beispiel bietet mit dem Passat keine ähnliche Palette an, und auch Skoda weiß nicht, wie man so etwas anbietet.

Kia kommt dem am nächsten, ist aber auch gezwungen, dies auf mehrere Modelle zu verteilen. Betrachten Sie den EV4 als Konkurrenten des Astra Electric und den K4 als Konkurrenten des (Hybrid-)Sports Tourer.

Zufälligerweise haben der EV4 und der Astra beide Batterien mit einer Kapazität von 58 kWh und einer Reichweite von rund 440 km. Sie sind also gleichauf, aber der Astra ist billiger: 36.499 € gegenüber 37.695 €. Der Vergleich zwischen dem Astra Hybrid und dem K4 stellt sich wie folgt dar: 35.499 Euro gegenüber 35.495 Euro.

Wie fährt sich der Opel Astra?

Auf dem Papier hat der elektrische Plug-in-Hybrid alles, um den Fahrer zufrieden zu stellen. Mit einer Systemleistung von 143 kW (196 PS) und 250 Nm Drehmoment ist der Astra sanft genug für den täglichen Gebrauch. Der Sprint auf 100 km/h dauert 7,6 Sekunden.

In der Praxis fällt besonders auf, wie ruhig der Astra seine elektrische Seite nutzt. Bei niedrigen Geschwindigkeiten fährt er leise und geschmeidig. Sobald mehr Leistung benötigt wird, schaltet sich der 1,6-Liter-Benzinmotor ein. Dieser Übergang ist in der Regel sanft, obwohl Sie beim zügigen Beschleunigen nachdrücklich merken, dass der Motor anspringt. Das ist nicht weiter störend; Opel wählt eindeutig Komfort statt Sportlichkeit.

Das 7-Gang-Automatikgetriebe passt gut dazu und schaltet unaufdringlich. Auf der Straße bleibt der Astra stabil und berechenbar, mit einem Fahrwerk, das auf Komfort und lange Strecken ausgerichtet ist. Das Lenkrad liegt gut in der Hand und fühlt sich leicht an, ohne dabei distanziert zu wirken.  In Kombination mit den AGR-Sitzen werden Sie ein entspanntes Fahrerlebnis erleben.

Fazit: Mittelweg oder Zwischenlösung?

Im Grunde bleibt der Opel Astra das, was er schon immer war: ein zugänglicher und vielseitiger Allrounder. Innerhalb dieses breiten Spektrums scheint der Plug-in-Hybrid auf dem Papier der logische Mittelweg zu sein. In der Praxis ist das etwas differenzierter, aber im Gegenzug für weniger Kofferraumvolumen und einen höheren Kaufpreis gibt es auch eine Reihe von Vorteilen. Zumindest bietet Ihnen die deutsche Marke die Wahl, so wie es ein Allrounder tun würde.