Testbericht Fiat 500C Hybrid (2020)

23 Jul 2021, 15:55  •  Rezension  •  Door koen

Hätte man 1957 erzählt, dass der damals vorgestellte Fiat 500 noch rund 60 Jahre später (!) fährt, dann aber als Fiat 500 Hybrid mit elektrischer Unterstützung, wäre man wohl ausgelacht worden. Und doch ist es so. Wir bekommen eine Woche im Fiat 500C Hybrid mit Faltdach. Wie fährt er?

Fiat 500: Rucksack, Beule, Spitzer

Natürlich ist der Fiat 500 Hybrid von heute nicht der Fiat 500 von 1957. Das wäre etwas; der rucksack, der buckel oder der anspitzer, wie das original cinquecento wegen seiner ieniemini-größe auch genannt wird, ist der aktuellen verkehrssituation, die seit den 1950er Jahren deutlich geschäftiger und schneller geworden ist, nicht mehr gewachsen. Aber man sieht sofort, dass der Fiat 500 Hybrid ein direkter Nachkomme ist, zum Beispiel an der Silhouette.

Elektromotor unterstützt den Benzinmotor

Der Fiat 500 Hybrid hat einen Zylinder und einen Gang mehr als der 500 Twinair mit 2-Zylinder-Benzinmotor und 5-Gang-Getriebe, was ihm gelungen ist. Sehr schön, denn der zusätzliche Gang lässt den Motor auf der Autobahn weniger hochdrehen. Und das macht es drinnen ruhiger als zuvor. Ein Elektromotor unterstützt den Benziner beim Anfahren und Beschleunigen, daher der Zusatz Hybrid – obwohl es eigentlich Mild-Hybrid heißen müsste.

Fiat-Benzinmotor läuft kultivierter und vibrationsfreier

Der zusätzliche Zylinder wiederum sorgt dafür, dass der Benziner kultivierter und vibrationsfreier läuft als der aus dem Lieferprogramm verschwundene 2-Zylinder. Damit ist auch das markante Motorgeräusch des 500er verschwunden. Der Twinair rumpelt schön. Mal nervig, aber seltsamerweise mal charmant, weil der Sound an den originalen 500er aus den 50ern erinnert. Seitdem hat es sich zu einem süßen Klassiker aus einer Zeit entwickelt, in der alles besser zu sein scheint.

Fiat Fiat 500C Hybrid Sport Edition

Der Fiat 500 Hybrid mit dem neuen 1,0-Liter-3-Zylinder kommt uns nicht gerade rosig vor. Das hat unter anderem mit dem geringeren Klangerlebnis zu tun – der deutlich hörbare 2-Zylinder mit Turbo lässt einen ein bisschen erahnen, dass man eine Sportversion fährt. Aber auch auf dem Papier scheint der 500 Hybrid (ohne Turbo) langsamer zu sein als der Twinair. Von 0 auf 100 km/h vergehen 13,8 Sekunden. Der 500 Twinair ist knapp drei Sekunden schneller. Damit ist er stärker (59 kW/80 PS gegenüber 51 kW/70 PS) und leichter (905 kg gegenüber 950 kg). Der 500 Hybrid ist keineswegs langsam; man muss ihm nur hin und wieder ein bisschen mehr auf den Schwanz treten.

Fiat 500 Hybrid ist sparsamer

Noch ein Vergleich: Der neue Fiat 500 Hybrid ist sparsamer. Der Twinair ist das auf dem Papier, aber auf der Straße sieht es aufgrund seines aufregenden Charakters anders aus. Fiat gibt für den 500 Hybrid einen Durchschnittsverbrauch von 1 bis 25,6 an. Das ist ziemlich realistisch. Wir fuhren eine Strecke von etwa tausend Kilometern hauptsächlich auf Autobahnen und in der Stadt im Durchschnitt 1 zu 23. Unterhalb von 30 km/h im Leerlauf stoppt der Benziner und der 500er saust lautlos durch den Verkehr. Wer hätte sich das 1957 vorstellen können!

Vision Fiat 500C Hybrid

Der Fiat 500 Hybrid ist auch ein 500, wie wir ihn seit Jahren kennen. Nicht der geräumigste seiner Klasse, aber der schönste zu sehen. Hinter dem Steuer sitzt man ein bisschen auf dem Buckel. Dieser Lenker ist nur in der Höhe verstellbar und Sie können ihn daher nicht mitnehmen. Daher mussten wir uns eine schöne Sitzposition suchen. Schräg nach hinten ist die Sicht durch die breiten C-Säulen nicht so gut. Besonders beim 500C mit voll aufgeklapptem Dach (inklusive Heckscheibe) ist der Blick nach hinten zum Weinen. Die Türen schließen mit einem soliden Geräusch, das Sie normalerweise von teureren Autos gewohnt sind.

Fiat Sitzbezüge aus recyceltem Kunststoff

Das Handling des Fiat 500 Hybrid ist recht straff, ohne unangenehm zu sein. Man merkt kaum, dass hin und wieder ein Elektromotor am Werk ist. Aufladen ist nicht notwendig, der Akkupack (Lithium, Kapazität: 11 Ah) lädt sich selbst auf. Der 500er fährt ein bisschen über Bodenschwellen, aber das liegt am kurzen Radstand. Das Retro-Design des Armaturenbretts und der Instrumentierung ist süß. Der Schalthebel ist etwas höher als üblich positioniert und somit gut erreichbar. Die Sitzbezüge der limitierten Launch Edition bestehen laut Fiat erstmals auf dem Markt aus recyceltem Plastik, teilweise aus dem Meer.

Fiat 500 Hybrid: weniger CO2-Emissionen

Zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle, die den Fiat 500 als teures Gadget empfinden, aber insgeheim einen wollen: Durch den geringeren CO2-Ausstoß von 88 gr/km des Hybrids ist der 500 günstiger geworden. Ab 15.735 Euro können Sie jetzt einsteigen. Das waren 16.690 Euro. Der von uns gefahrene 500C mit elektrischem Faltdach kostet 3.000 Euro mehr. Wenn Sie das Geld sparen können, tun Sie es immer.

500C-Fahrererfahrung

Das Stoffdach ist sehr einfach zu bedienen. Außerdem ist er so gut gedämmt, dass man bei geschlossener Fahrt kaum einen Geräuschunterschied zu einem geschlossenen 500er wahrnimmt. Außerdem ist das aufgeklappte Dach super schön und man stellt sich ein bisschen in einen klassischen 500 von 1957 vor. Der Unterschied ist, dass das Dach pures Sitzen zum Spaß ist. Der Fiat 500 von 1957 hat ein Stoffdach, um Stahl zu sparen und das Auto noch leichter und günstiger zu machen. Die Zeiten ändern sich und der Fiat 500 ändert sich mit.

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