Skoda Peaq hat das größte Skoda-Panoramadach aller Zeiten
Der Übergang vom Konzept zur Produktion
Der Weg zum Peaq begann mit der Präsentation des Vision 7S, einer Konzeptstudie, die die neue Richtung der Marke markierte. Während viele Konzeptfahrzeuge nach der Messe in einem Museum verschwinden, diente der Vision 7S als direkte Blaupause für den Peaq. Die Produktion wird im Stammwerk in Mladá Boleslav stattfinden. Dies ist eine strategische Entscheidung. Indem Skoda die Produktion auf den bestehenden MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten)-Linien im eigenen Haus hält, kann das Unternehmen die Effizienz maximieren und gleichzeitig die Skalierbarkeit der Plattform für dieses Premiummodell nutzen.
Der Peaq ist der Dreh- und Angelpunkt eines größeren Plans. Bis 2026 will Skoda die Anzahl der Elektromodelle in seinem Angebot verdoppeln. Das bedeutet, dass der Peaq nicht nur ein Nischenprodukt für das obere Ende des Marktes ist, sondern den technologischen Standard für die kleineren Modelle, die folgen werden, setzen soll.

Abmessungen und Raumplanung
Mit fast 4,9 Metern Länge positioniert sich der Peaq oberhalb des aktuellen Enyaq. Der Radstand von 2.965 Millimetern ist jedoch der wichtigste Faktor für den Innenraum. Im Vergleich sind das fast drei Meter Platz zwischen Vorder- und Hinterachse, was den Passagieren in der zweiten und dritten Sitzreihe direkt zugute kommt.
Skoda bietet den Verbrauchern die Wahl zwischen zwei Hauptkonfigurationen:
Der Fünfsitzer: Bei dieser Modellreihe liegt der Schwerpunkt auf der maximalen Gepäckkapazität. Mit 1.010 Litern Laderaum stellt der Peaq einen neuen Rekord innerhalb seiner eigenen Modellreihe auf. Für Familien, die viel Volumen benötigen, ohne einen Anhänger zu ziehen, bietet er eine Alternative, die bisher nur im Van-Segment zu finden war.
Der Siebensitzer: Er bietet zwei zusätzliche Sitze in voller Größe in der dritten Reihe. Den Angaben zufolge berücksichtigt das Design eine ausreichende Kopffreiheit für Erwachsene in der hinteren Reihe, ein Punkt, an dem viele siebensitzige SUVs in der Praxis scheitern.
Die Technik des Skoda Peaq
Beim Peaq haben Sie die Wahl zwischen drei Antriebsvarianten – 60, 90 und 90x – mit einer Leistung von 150 kW bis 220 kW (204 bis 299 PS). Die 90- und 90x-Varianten haben eine Reichweite von bis zu mehr als 600 Kilometern* (WLTP) und können in nur 28 Minuten per DC-Schnellladung von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Die 60er Variante erreicht den gleichen Ladezustand in nur 27 Minuten. Der leistungsstarke Elektroantrieb und der niedrige Schwerpunkt des Peaq sorgen für eine hervorragende Fahrdynamik und eine schnelle Beschleunigung: Der 90x mit Allradantrieb sprintet in nur 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Der Fokus auf Effizienz spiegelt sich auch in der Aerodynamik wider. Obwohl es sich um einen großen SUV mit einer Höhe von 1,7 Metern handelt, ist die Karosserie so geformt, dass der Luftwiderstand minimiert wird. Dies wird durch die Wahl aerodynamisch optimierter Felgen von 19 bis 21 Zoll unterstützt, die nicht nur eine optische Funktion haben, sondern auch Turbulenzen um die Radkästen herum reduzieren.

Designphilosophie: Modern Solid
Die Einführung des Peaq ist die erste vollständige Ausarbeitung der ‚Modern Solid‘ Designsprache. Das Herzstück dieses Designs ist das sogenannte ‚Tech-Deck Face‘. Anstelle eines traditionellen Kühlergrills verfügt der Peaq über eine flache, hochglänzende schwarze Platte. Diese Platte beherbergt die verschiedenen Sensoren, die für Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren auf Stufe 2 oder höher erforderlich sind.
Die vertikalen Lamellen in der Front und die LED-Hintergrundbeleuchtung verleihen dem Fahrzeug einen technischen Charakter. Die Beleuchtung ist ein Kapitel für sich: Das Auto ist mit Matrix-LED-Scheinwerfern ausgestattet, die in 18 einzelne Segmente unterteilt sind. Diese Technologie ermöglicht es dem Auto, mit Fernlicht zu fahren, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden, indem einfach die Segmente ausgeschaltet werden, die gerade auf ein entgegenkommendes Auto oder einen Vorgänger gerichtet sind.
Der Innenraum als Lebensraum
Skoda hat den Ehrgeiz, den Innenraum zu mehr als nur einem Arbeitsplatz für den Fahrer zu machen. Es stehen fünf verschiedene Innenraumthemen zur Auswahl, die sich auf nachhaltige Materialien und ein übersichtliches Layout konzentrieren.
Eine bemerkenswerte Option ist das ‚Relax-Paket‘. In einem Markt, in dem das Auto immer öfter im Leerlauf an einem Schnellladegerät steht, wird der Komfort beim Warten immer wichtiger. Dieses Paket umfasst:
- Ergonomische Sitze: ausgestattet mit Massagefunktionen und verstellbaren Beinstützen, um die körperliche Belastung auf langen Fahrten zu verringern.
- Premium Audio: Eine Zusammenarbeit mit Sonos soll eine Klangqualität gewährleisten, die dem höheren Preissegment des Peaq entspricht.
- Wellness-Anwendung: Dieses System integriert Klimasteuerung, Umgebungsbeleuchtung und Audio, um die Atmosphäre in der Kabine an die Stimmung der Insassen anzupassen.
Der Peaq verfügt über mehrere auffällige Merkmale, die Skoda zum ersten Mal einsetzt, darunter versenkte Türgriffe. Wenn der SUV fährt oder verriegelt ist, ziehen sich die Griffe vollständig in die Karosserie zurück, was den Luftstrom rundum verbessert und zu einer höheren aerodynamischen Effizienz beiträgt. Außerdem erfüllen sie die höchsten Sicherheitsstandards für die Insassen und tragen zur optischen Attraktivität des Fahrzeugs bei. Wenn sich der Fahrer mit dem Schlüssel nähert, werden die Griffe aktiviert und fahren elektrisch aus. Eine mechanische Aktivierung ist ebenfalls möglich, indem Sie auf den markierten vorderen Teil des Griffs drücken. Eine weitere bemerkenswerte Neuheit ist das Panorama-Schiebedach mit Dynamic Shade Control, das größte Panoramadach, das Skoda bisher eingesetzt hat. Dieses elektrochrome Dach nutzt elektrische Spannung, um die Lichtdurchlässigkeit zu variieren. Im Peaq ist das Dach in neun separate Segmente unterteilt. Die Insassen können aus drei voreingestellten Positionen wählen oder das Dach manuell über das Infotainment-Display konfigurieren.
Marktpositionierung und Zielgruppen
Das Management von Skoda, angeführt von CEO Klaus Zellmer, ist sich über den Zielmarkt im Klaren: Familien und Fernfahrer. Auf dem heutigen Markt gibt es eine wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, die einen herkömmlichen Benzinmotor vollständig ersetzen können, auch im Urlaub. Die Kombination aus einer Reichweite von 600 Kilometern und dem großen Kofferraum des Peaq ist eine direkte Antwort auf diesen Bedarf.
Chefdesigner Oliver Stefani fügt hinzu, dass die Funktionalität überwiegt. Während andere Marken im Segment der großen SUVs oft eine abfallende Dachlinie (Coupé-Stil) auf Kosten der Kopffreiheit wählen, entscheidet sich der Peaq für eine eher rechteckige Form. Dies ist eine bewusste Entscheidung, um die Praktikabilität, einen Kernwert der Marke, zu gewährleisten.

Strategischer Kontext
Die Einführung des Peaq im Jahr 2026 fällt mit einer breiteren Offensive zusammen. Skoda befindet sich in einer Transformationsphase, in der die Abhängigkeit von Benzinmotoren (wie dem Octavia und dem Superb) zugunsten eines rein elektrischen Portfolios schrittweise abgebaut werden soll. Der Peaq ist das Schaufenster dafür. Wenn der Markt dieses Modell als vollwertige Alternative zur Premium-Konkurrenz akzeptiert, wird es die neue Position von Skoda innerhalb des Volkswagen-Konzerns bestätigen.
Der Peaq soll beweisen, dass eine ‚Volksmarke‘ auch in den höheren Segmenten des Elektromarktes relevant sein kann. Durch die Beschränkung auf zehn verfügbare Lackfarben und verschiedene Personalisierungsmöglichkeiten in Bezug auf Räder und Innenausstattung versucht die Marke, die Balance zwischen Massenproduktion und individuellen Kundenwünschen zu finden.
