Rückblick: Opel Astra Electric Sports Tourer – die stille Kraft hinter der Fußballmannschaft?
Außerdem positioniert er sich mit einem Startpreis von 36.499 Euro genau zwischen zwei Welten. Darunter liegt der kompakte Opel Frontera, der bei 29.999 Euro beginnt, während der größere und teurere Grandland mindestens 43.999 Euro kostet – den elektrischen Antriebsstrang vorausgesetzt. Damit scheint der Astra Electric Sports Tourer auf dem Papier ein logischer Mittelweg für Familien zu sein, die elektrisch fahren wollen. Aber wie sieht das in der Praxis aus?
Anhand von fünf Buchstaben – A, S, T, R und A – stellen wir Ihnen den Opel Astra Electric Sports Tourer Schritt für Schritt mit seinen wichtigsten Eigenschaften vor.
A, der Reichweite und des Antriebsstrangs
Den Astra Electric Sports Tourer gibt es in einer Variante mit 115 kW (156 PS) und 270 Nm Drehmoment. Interessanterweise hat Opel das Batteriepaket von 54 kWh auf 58 kWh erhöht. Das bedeutet laut Werksangaben eine zusätzliche Reichweite von 35 Kilometern, während sich das Gewicht nur um 5 Kilogramm erhöht hat – Stichwort Effizienz.
Damit kommt der Kombi auf 445 Kilometer mit einer Batterieladung (WLTP), während die Fließhecklimousine mit 454 Kilometern noch ein wenig weiter kommt. Auch der Plug-in-Hybrid hat einen ähnlichen Schritt gemacht. Hier steigt die Batteriekapazität von 12,4 kWh auf 17,2 kWh, was das Engagement von Opel für eine größere elektrische Reichweite auf breiter Front zeigt. In der Praxis zeigt sich die Effizienz des elektrischen Astra. Laut Werksangaben liegt der Verbrauch bei 15,6 kWh pro 100 Kilometer, aber während unserer Fahrt haben wir sogar einen Wert von 15,2 kWh pro 100 Kilometer gemessen.

Das Aufladen kann mit bis zu 11 kW (AC) und bis zu 100 kW (DC) erfolgen. Keine Ausreißer, aber Werte, die in der Praxis durchaus nützlich sind. Neu ist die Funktion Vehicle-to-Load (V2L), mit der Sie externe Geräte mit Strom versorgen können, z.B. eine Kühlbox, um Wasserflaschen für die Fußballmannschaft kühl zu halten.
Doch es gibt auch Einschränkungen. Die Plattform erlaubt keine größeren Batterieoptionen, so dass der Astra nicht mit Modellen wachsen kann, die auf 70 oder sogar 80 kWh zusteuern, wie etwa der Kia EV4. Sie zahlen zwar mehr, aber dafür bekommen Sie auch mehr Reichweite.
Außerdem beträgt das Anhängegewicht 0 kg. Wenn das Rennen vorbei ist und Sie nach Hause zurückkehren, können Sie also nicht mit einem Anhänger hinter Ihrem Elektrokombi Dreck auf die Müllkippe bringen. Die maximale Stützlast ist mit 60 kg etwas geringer als bei den nicht-elektrischen Varianten mit 70 kg. Für diejenigen, die regelmäßig einen Anhänger oder Fahrradträger verwenden, ist dies ein Punkt, den Sie berücksichtigen sollten.
Und schließlich ist die regenerative Bremse vorhanden, aber es fehlt das vollständige „Ein-Pedal-Fahren“. Im Stadtverkehr bedeutet das, dass Sie das Bremspedal häufiger betätigen müssen als manche Konkurrenten.
S, die Sensation: langweilig oder heimlich lustig?
Ein Kombi ruft nicht sofort Assoziationen mit Dynamik hervor, aber der Astra schafft es, dieses Bild subtil zu korrigieren. Das Design ist schnittig, mit einem überarbeiteten Vauxhall Vizor und den jetzt immer eingeschalteten Scheinwerfern Compass und Blitz, so dass Sie auch in der Dunkelheit auffallen können. Kurz gesagt, dieser Sports Tourer ist eine tolle Möglichkeit, sich im Fußballverein zu zeigen.
Die wirkliche Antwort auf diese Frage wird während der Fahrt deutlich. Auf der Straße fühlt sich der Astra Electric Sports Tourer auf Anhieb vertraut an. Das direkte Drehmoment von 270 Nm sorgt für eine sanfte Beschleunigung, ohne wirklich sportlich zu werden. Für echte Power beim Beschleunigen müssen wir noch auf einen Astra Electric GSE warten, der eine willkommene Ergänzung zum Mokka GSE und dem Corsa GSE wäre.

Die Federung filtert Unebenheiten gut heraus und die Lenkung ist berechenbar, leicht und scharf. Der Charakter des Wagens bleibt deutlich komfortorientiert, was zur Rolle dieses Astra passt: Er ist ein Auto für den täglichen Gebrauch und für längere Fahrten. Die Stille an Bord verstärkt dieses Gefühl noch. Da es keinen Verbrennungsmotor gibt, entsteht eine Geräuschlosigkeit, die sich gut für längere Strecken eignet. In Kombination mit den AGR-Sitzen ist der Sports Tourer ein angenehmes Reiseauto. Er ist also nicht langweilig oder sportlich, sondern fühlt sich vertraut an, und das gefällt positiv.
T, der Technologie, die einen Unterschied macht
Was die Technik betrifft, so zeigt der Astra, dass er auf dem neuesten Stand ist, ohne in einen Overkill zu verfallen. Das Infotainment-System unterstützt Over-the-Air-Updates, so dass Software und Funktionen während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs auf dem neuesten Stand bleiben. Die ChatGPT-Integration bringt auch die Sprachsteuerung auf die nächste Stufe.
Außerdem ist die Intelli-Lux LED-Matrix-Beleuchtung einer der Lichtblicke an diesem Auto. Die Beleuchtung passt sich kontinuierlich an die Gegebenheiten an und bietet optimale Sicht, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Das macht sich besonders bei Dunkelheit und auf unbeleuchteten Straßen bemerkbar.

R, von Raum für Leben
Das ist der Punkt, an dem der Astra Electric Sports Tourer seine größte Aussage macht. Wo die Schräghecklimousine bereits praktisch ist, macht der Kombi einen deutlichen Schritt weiter.
Das Kofferraumvolumen beträgt 516 Liter, gegenüber 352 Litern im Fließheck. Dieser Unterschied macht sich in der Praxis sofort bemerkbar. Sporttaschen, Einkäufe und Koffer: alles passt mühelos hinein. Auch die Rücksitze lassen sich problemlos umklappen, so dass Sie bis zu 1.553 Liter zusätzlichen Platz haben. Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Unter dem Ladeboden ist kein Platz, um Ihr Ladekabel zu verstauen, und einen Kofferraum gibt es auch nicht. Opel bietet jedoch ein Netz an der Seite an. Übrigens bietet die Hybridvariante mit 597 Litern den meisten Platz im Fond, der auf 1.634 Liter erweiterbar ist.

Auf der Rückbank wird deutlich, dass dies wirklich ein Familienauto ist. Das Platzangebot ist für Kinder in Ordnung, aber Erwachsene fühlen sich schnell etwas eingeengt, vor allem wegen der begrenzten Kopffreiheit – vor allem mit dem Panoramadach. Praktisch sind die Ablagefächer und Handytaschen, obwohl es nur einen USB-C-Anschluss gibt.

A, vom bequemen Sitzen aus
Opel ist bekannt für seine ergonomischen Sitze, und das ist auch hier nicht anders. Die AGR-Sitze bieten guten Halt und machen auch längere Fahrten bequem.

Die Annehmlichkeit liegt auch in den Bedienelementen. Wichtige Funktionen sind leicht zugänglich, wie z.B. die Klimasteuerung, die Lautstärke und eine Taste, mit der Sie die Fahrassistenzsysteme schnell ausschalten – oder einschalten können, ganz wie Sie es wünschen. Auch das Lenkrad ist mit Tasten ausgestattet, was sehr angenehm ist. Außerdem sind die Materialien praktischer geworden, mit weniger Hochglanzoberflächen. Der Innenraum ist sportlich und sachlich zugleich.

Was zu seinem angenehmen Charakter beiträgt, ist die Sitzposition. Im Vergleich zu SUVs wie dem Frontera und dem Grandland sitzen Sie tiefer und näher an der Fahrbahnoberfläche. Das sorgt für ein engagierteres Fahrgefühl und macht das Handling etwas dynamischer.
Fazit Opel Astra Electric Sportlicher Tourer
Für den Familienalltag – voller Fußballnetze und Großeinkäufe – ist der Astra Electric Sports Tourer eine logische Wahl und zeigt, dass rein elektrisches Fahren hier eine gute Option ist. Er tut einfach das, was Sie von ihm erwarten, wenn es um Reichweite und Praktikabilität geht.
Aber es sind auch Zugeständnisse zu erkennen. Der Platz auf den Rücksitzen ist für Erwachsene begrenzt und es fehlt ihm an Anhängelast. Für diejenigen, die auch mit dem Wohnwagen irgendwo hinfahren wollen, lohnt sich ein Blick auf die Hybrid- oder Plug-in-Hybridvarianten des Opel Astra. Der elektrische Astra macht hier einen Strich durch die Rechnung, der dann von den anderen Antrieben sauber aufgefangen wird.

Innerhalb der breiteren Opel-Palette positioniert sich der Astra logischerweise zwischen dem Frontera und dem Grandland, was ihm in Bezug auf Preis und Größe einen Platz im Mittelfeld verschafft, um im Fußball zu bleiben.
Der elektrische Sports Tourer beginnt bei 37.499 Euro, während Sie für den Mild-Hybrid ab 36.499 Euro und für den Plug-in-Hybrid Sports Tourer ab 38.999 Euro einsteigen können. Damit liegen die verschiedenen Antriebsstränge dicht beieinander. Und genau diese Spanne bei Technik und Preis macht den Astra zu dem, was er ist: ein Modell, bei dem für jeden etwas dabei ist.
