Mercedes-Benz A 250 e PHEV-Test (2020)

13 Aug 2021, 15:50  •  Rezension  •  Door koen

Plug-in-Hybride sind wieder auf dem Vormarsch. Bisher wurde ein PHEV hauptsächlich für den Zusatznutzen gekauft. Das Aufladen des Akkus wurde oft vergessen. Schade, denn mit einem smarten Antrieb kann man große Teile komplett elektrisch abdecken. Ein Auto wie der A 250 e motiviert Sie voll zu laden, wenn Sie können, nicht wenn Sie müssen. Dieser Plug-in-Hybrid „EQ Power“ verfügt über eine solide elektrische Reichweite. Es wird zum Sport, möglichst effizient zu fahren.

Plug-in-Hybrid-Mercedes

EQ Power und EQ Boost Mercedes

Nun, zuerst eine kleine Erklärung. Denn ‚EQ Power‘, wie heißt das? Und dann hat Mercedes-Benz auch den Begriff „EQ Boost“. Wie genau? Die Erklärung ist ganz einfach: Der Begriff EQ Boost wird bei Autos mit einem Mild-Hybrid-Antriebsstrang (48 Volt) verwendet. Bei EQ Power gibt es Plug-in-Hybride.

Audi Kompakt-EV

Nahezu zeitgleich führt Mercedes-Benz mehrere neue kompakte EQ Power-Typen wie GLA, CLA Coupé, CLA Shooting Brake, B-Klasse und die A-Klasse Limousine ein. Alle tragen die Bezeichnung 250 e. Der Antriebsstrang ist bei allen Modellen gleich, aber da sie sich in Gewicht und Form unterscheiden, liefern wir unterschiedliche Leistungen. Dieser A 250 e ist der stärkste der kompakten PHEV-Familie.

Mercedes-Benz A 250 e (2020) – DURCHDACHTER PHEV – AutoRAI TV

Mercedes 8G-DCT

Vorn verbaut Mercedes-Benz einen quer eingebauten 1,33-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner mit 160 PS und 230 Nm. Gekoppelt ist es an ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe, getauft auf die Marke „8G-DCT“. Dieses Automatikgetriebe schaltet sanft und ruckfrei.

Beeindruckende Systemleistung

Der Antriebsstrang besteht ebenfalls aus einem 102 PS (75 kW) und 330 Nm starken Elektromotor. Die Systemleistung beeindruckt mit 218 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm. Gerade wenn Benzin- und Elektromotor zusammenarbeiten, genießt man einen soliden Schub in den Rücken. Auch rein elektrisch fährt sich diese A-Klasse flüssig. Die Beschleunigung von 0 auf 60 km/h erfolgt besonders sanft, danach entsteht eine angenehme Beschleunigung.

Mercedes-Benz A250 Beschleunigung

Der A 250 e sprintet in 6,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Tolle Zahlen. Im elektrischen Fahrmodus erreicht der A 250 e wie die anderen Modelle 140 km/h. Gut zu wissen, aber alles andere als effizient. Die Kilometer fliegen dann aus dem Akku.

Elektrisches Fahren mit einer Geschwindigkeit von 80 oder 100 km/h ist viel smarter. Doch in der Stadt, in der regelmäßig Gas gegeben und gebremst wird, kommt diese A-Klasse voll zur Geltung. Dann gewinnt man beim Ausrollen und Bremsen maximale Energie zurück und die elektrische Reichweite erhöht sich deutlich.

WLTP-Bereich

Dank eines 15,6-kWh-Lithium-Ionen-Akkupacks können Sie laut WLTP-Teststandard 72 Kilometer auf dem Papier zurücklegen. In der Praxis zeigte unser Bordcomputer bei einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius maximal 62 Kilometer an.

Mercedes-Benz Handling

Nicht nur in der Stadt, sondern auch auf der Autobahn erweist sich dieser A 250 e als wunderbar komfortables Auto. Es ist sehr leise und hat ein schönes Chassis. Mercedes-Benz hat das Chassis auf das Mehrgewicht dieses Plug-in-Hybrids abgestimmt.

Mercedes-Benz Gewicht

Der A 250 e wiegt 1.680 Kilogramm gegenüber 1.375 Kilogramm beim A 200 Benziner. Das höhere Gewicht ist natürlich dem relativ großen Akku-Pack geschuldet. Das Mehrgewicht spürt man auf der Straße bei Kurvenfahrten, dennoch bleibt der A 250 e sehr wendig.

Mercedes A250 Smart Verpackung

Über die Verpackung hat sich Mercedes offenbar gut Gedanken gemacht. Alle Komponenten sind geschickt im Auto platziert. Damit der Kofferraum kaum kleiner ausfällt als bei Modellen ohne Hybridantrieb, reicht der Auspuff nicht bis zum Heck, sondern endet auf halbem Weg durch den Fahrzeugboden, wobei der Schalldämpfer im Mitteltunnel positioniert ist. Die „Auspuffe“ in der hinteren Stoßstange sind daher gefälschter als gefälscht.

Mercedes Etwas kleinerer Kofferraum

Die Integration des 35-Liter-Kraftstofftanks in den Achsträger schafft Platz unter der Rückbank für die Hochvoltbatterie. Dadurch geht kein wertvoller Innenraum verloren. Im Gepäckraum geben Sie nur wenige Liter ab. Mit diesem „Plug-A“ misst er 310 Liter gegenüber 370 Litern beim A 200 Benziner. Ein kleiner Unterschied, den man in der Praxis kaum merkt. Die Anhängelast dieser A-Klasse beträgt ebenfalls 1.600 Kilogramm (gebremst).

Mercedes aufladen

Auf der rechten Seite dieses Mercedes-Benz befindet sich ein Ladeanschluss, das Tanken erfolgt auf der linken Seite. Das Aufladen ist über eine 7,4 kW Wallbox mit Wechselstrom (AC) möglich. Der Akku wird dann innerhalb von 1 Stunde und 45 Minuten von 10 auf 100 % SoC (Status of Charge) geladen. Bei 24 kW DC-Laden beträgt die Ladezeit ca. 25 Minuten von 10 bis 80 % SoC. Der Ladezustand während des Ladevorgangs ist auf der großen Digitalanzeige im Innenraum ablesbar.

Mercedes Ladekabel

Sie erhalten standardmäßig zwei Ladekabel: ein Kabel für das Aufladen am Stromnetz zu Hause oder am Arbeitsplatz und ein Ladekabel für eine Wallbox und öffentliche Ladestationen. Diese Ladekabel werden in Taschen im Gepäckraum verstaut.

Vorkonditionierung

Vorkonditionierung ist möglich. Der Innenraum des Autos kann dann vor dem Start gekühlt oder beheizt werden. Diese kann auch über ein Smartphone aktiviert werden. Auch smart: Die EQ optimierte Navigation berücksichtigt Navigationsdaten, Tempolimits und die Route. Dabei berücksichtigt das System die gesamte geplante Route und nutzt den elektrischen Fahrmodus zu den dafür günstigsten Zeiten.

Fahrermodi Mercedes

Sie können den Betrieb des Antriebsstrangs auch selbst beeinflussen, indem Sie zwischen den Fahrmodi wechseln. Zur Auswahl stehen die Fahrmodi Comfort, Sport, Electric und Individual. Bei Electric können Sie die Intensität der Energierückgewinnung mit Flippern hinter dem Lenkrad steuern. In Stellung ‚D–‚ bremst der A 250 e am meisten am Elektromotor und Sie gewinnen am meisten Energie zurück. Das Auto kommt nicht ganz zum Stehen, sondern das Auto bremst weiter auf ca. 5 km/h ab.

Antriebsstrang Mercedes

Der Antrieb fühlt sich gut an. Das Wegfahren in Position Electric scheint mit einiger Bedenkzeit zu passieren. Auffallend ist auch, dass der Wechsel zwischen Bremsen am Elektromotor und mit den physischen Bremsbelägen mitunter gut im Bremspedal zu spüren ist. Das ist gewöhnungsbedürftig. In diesem A 250 e muss man sich antrainieren, reibungslos zu fahren.

Mercedes-Wettbewerb

Und was soll das kosten? Mercedes-Benz verlangt mindestens 44.465 Euro. Konkurrenten dieses A 250 e sind der Golf GTE (245 PS | 400 Nm | 60 km Reichweite) und der SEAT Leon eHybrid (204 PS | 60 km Reichweite). Damit hat dieser A 250 e auf dem Papier die größte Reichweite.

Zusammenfassung

Eine gewöhnliche A-Klasse zum Anschauen, aber unter der Haut ein sehr durchdachtes Auto mit einem sehr effizienten Antriebsstrang. Wir haben einen Durchschnitt von 1 von 33 erzielt. Das könnte deutlich wirtschaftlicher sein. Denn wer im Umkreis von 50 Kilometern vom Arbeitsplatz wohnt, kann fast immer elektrisch fahren. Solange Sie daran denken, dieses Auto aufzuladen, wenn Sie können, nicht wenn Sie müssen. Unterm Strich ist dieser Mercedes-Benz A 250 e nicht nur eine kluge Wahl, sondern macht auch Spaß.

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