Gesichtet: Renault Duster, ist das richtig?
Ein Modell, zwei Markennamen
Der Duster ist seit vielen Jahren eine Erfolgsgeschichte innerhalb der Renault Gruppe. Seit seiner Einführung im Jahr 2010 hat Dacia weltweit mehr als 2 Millionen Einheiten des Duster verkauft. Aber bemerkenswerterweise fährt dieser SUV in Ländern wie der Türkei, Indien, Ägypten, Mexiko und großen Teilen Südamerikas als Renault Duster herum – mit dem bekannten Renault-Logo auf der Nase und der Heckklappe. Auch der Kühlergrill und das Emblem auf dem Lenkrad wurden modifiziert.
Warum nicht ein Dacia?
Der Grund liegt in der Positionierung der Marke und in der Wahrnehmung der Kunden. In vielen westlichen Ländern hat sich Dacia in den letzten Jahren zu einer vollwertigen Marke mit einer klaren Identität entwickelt: robust, erschwinglich und bodenständig. Aber in anderen Märkten ist Dacia als Marke im Händlernetz viel weniger bekannt oder sogar völlig abwesend.
Hinzu kommt, dass Renault in diesen Ländern einen guten Ruf genießt, oft als zuverlässiger Mainstream-Hersteller. Indem sie das Modell unter dem Namen Renault verkaufen, profitieren die Franzosen sowohl von der Bekanntheit der Marke als auch vom Vertrauen der lokalen Verbraucher.

Lokale Produktion
Ein weiterer wichtiger Punkt: Viele dieser Renault Dusters werden lokal produziert, zum Beispiel in Brasilien, Indien oder der Türkei. Dort fallen sie unter die Renault Palette, die oft auf den lokalen Markt und die Produktionskapazität zugeschnitten ist. Der Duster wird also neben Modellen wie dem Renault Captur und der Renault Mégane Limousine – die Sie auch nicht in jedem Land finden werden – in die Renault Palette integriert.
Unterschiede zum europäischen Dacia Duster
Das Basismodell bleibt gleich, aber der Renault Duster erhält manchmal eine etwas andere Ausstattung, modifizierte Stoßstangen oder sogar einen anderen Kühlergrill oder ein anderes Leuchtendesign. In Indien und Südamerika gab es zum Beispiel sogar ein Viergang-Automatikgetriebe oder CVT bei den Versionen mit Frontantrieb oder einen 1.3 TCe Motor mit mehr Leistung als in Europa. Auch das Design des Armaturenbretts konnte sich von Markt zu Markt unterscheiden.
Ist das verwirrend?
Für Autoliebhaber ist es vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, ‚Ihren‘ Dacia als Renault zu sehen. Aber für Renault ist es eine bewusste Entscheidung: Es geht darum, das Beste aus einem Modell innerhalb seines globalen Netzwerks herauszuholen. Für die Kunden dort ist der Renault Duster einfach ein Renault – und solange das Angebot den Anforderungen des Marktes entspricht, ist das auch in Ordnung.
Neue Generation: Wie geht es weiter?
Die dritte Generation des Duster, die im Jahr 2024 vorgestellt wird, wurde wieder von Dacia entwickelt. Aber auch dieses Modell wird in anderen Ländern als Renault Duster verkauft werden. In einigen Ländern ist sogar von einem Renault Bigster als größerem Bruder des Duster die Rede, ebenfalls ein Dacia-Design mit Renault-Emblem.
Es ist eine Strategie, die wir in der Welt der Automobile häufiger sehen: die gemeinsame Nutzung von Plattformen und Modellen mit regional angepassten Markennamen. Denken Sie auch an Toyota, das bestimmte Modelle in einigen Märkten als Daihatsu verkauft – oder an Nissan, das in einigen Regionen Modelle unter der Marke Datsun herausgebracht hat.
An die Marktbedingungen angepasst
Der Renault Duster in der Türkei ist also keine Kopie, sondern einfach das gleiche Auto, das wir als Dacia Duster kennen – geschickt an die Marktsituation angepasst. Renault nutzt seine Markenstärke, um die Reichweite der Renault Gruppe in bestimmten Ländern zu vergrößern, ohne den Markenwert von Dacia erklären zu müssen. Und es funktioniert. Weltweit bleibt der Duster einer der beliebtesten SUV der Renault Gruppe, egal ob er ein Dacia-Logo oder ein Renault-Logo trägt.





