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Die Zukunft der Plug-in-Hybride

November 28, 2025

Plug-in-Hybridautos boten viele Jahre lang einen praktischen Mittelweg zwischen herkömmlichen Benzin- und Dieselfahrzeugen und vollelektrischen Autos (EVs). Ein Plug-in-Hybrid (auch als PHEV abgekürzt, was für Plug-in Hybrid Electric Vehicle steht) kombiniert einen Benzinmotor mit einem Elektromotor. Die Idee ist, dass Sie kurze Strecken (z.B. bis zu 50 km) vollelektrisch fahren können, während Sie bei längeren Strecken oder wenn Sie eine Weile nicht aufladen können, weiterhin den Komfort eines Benzinmotors nutzen können.

Einerseits entwickelt sich die Technologie weiter, so dass es bereits Plug-in-Hybride gibt, die über 100 Kilometer rein elektrisch fahren können. Andererseits erweisen sich Plug-in-Hybride in der Praxis oft als „missbraucht“. Sie werden zum Beispiel viel seltener aufgeladen als vom Hersteller vorgesehen, was bedeutet, dass sie in der Praxis viel mehr Kraftstoff verbrauchen als der offizielle WLTP-Wert angibt. Daher wurden (oder werden) viele finanzielle Vorteile für Plug-in-Hybride von der Regierung wieder gestrichen. Das wirft die Frage auf: Wie relevant ist ein PHEV noch? Derzeit, aber sicherlich auch längerfristig? In diesem Artikel betrachten wir mehrere Aspekte.

Warum PHEVs einst attraktiv waren

Plug-in-Hybride sind aus einer Reihe von offensichtlichen Gründen beliebt. Wie bereits erwähnt, kombinieren sie den Vorteil des elektrischen Fahrens mit der Flexibilität eines Benzinautos. Wer seinen Plug-in-Hybrid bestimmungsgemäß nutzt, fährt in der Regel vollelektrisch und spart so eine Menge Kraftstoff. Gleichzeitig sind Sie aber auch sorglos unterwegs, wenn Sie eine lange Fahrt unternehmen möchten oder eine Zeit lang keine Ladestation in der Nähe ist.

Vor allem als vollelektrische Autos noch nicht so weit entwickelt waren wie heute, wurde der Plug-in-Hybrid als „ideale“ Alternative oder Zwischenlösung angesehen. Daher gab es verschiedene finanzielle Vorteile seitens der Regierung. Denken Sie an eine niedrigere Kfz-Steuer oder einen niedrigeren Zusatzsteuersatz für Geschäftsfahrer. Da ein PHEV nach dem offiziellen WLTP-Messzyklus einen sehr niedrigen Kraftstoffverbrauch hat, ist auch die Kaufsteuer(bpm) schön niedrig.

Kurz gesagt, die Kombination aus angemessener elektrischer Reichweite, guter Praktikabilität und finanziellen Anreizen machte PHEVs zu einer logischen Wahl für viele Käufer und Leasinggesellschaften.

Warum die Zukunft ungewiss ist – veränderte Politik und Vorschriften

Inzwischen hat sich die Stimmung gegenüber Plug-in-Hybriden gewandelt. Zu viele Leute kauften (oder leasen) einen wegen der finanziellen Vorteile, haben das Auto dann aber nur selten tatsächlich aufgeladen. Der offizielle WLTP-Wert für Verbrauch und Emissionen setzt eine korrekte Nutzung voraus, d.h. so oft wie möglich elektrisch zu fahren. Studien haben gezeigt, dass Plug-in-Hybride in der Praxis viel mehr verbrauchen und emittieren, weil sie zu wenig aufgeladen werden. Deshalb haben immer mehr Menschen das Gefühl, dass PHEVs zu Unrecht steuerlich begünstigt wurden.

Unter anderem aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren die Steuerermäßigung und der Zusatznutzen für Plug-in-Hybride bereits abgebaut oder ganz abgeschafft. Ab 2026 wird es überhaupt keine finanziellen Vorteile mehr für PHEVs geben. Nun, natürlich bleibt es eine Option, öfter zu laden und damit elektrisch zu fahren, anstatt zu tanken. Aber diejenigen, die ihren Plug-in-Hybrid bereits ordentlich an die Ladestation gehängt haben, werden damit bald teurer.

Übrigens wird auch daran gearbeitet, den WLTP-Testzyklus für Plug-in-Hybride anzupassen, mit einem geringeren Anteil an elektrischem Fahren und somit einem offiziellen Verbrauchswert, der die realen Bedingungen besser widerspiegeln sollte. In den Niederlanden würde ein höherer WLTP-Verbrauch allerdings auch bedeuten, dass der Kauf eines Plug-in-Hybrids teurer wird, da der bpm-Wert an die offiziellen CO2-Emissionen des Autos gekoppelt ist.

Technologische Entwicklungen und PHEV-Innovationen

Lassen wir die Regierungspolitik einmal beiseite, so macht auch der Plug-in-Hybrid einige Entwicklungen durch. An der technologischen Front. Elektrifizierte Antriebe werden immer effizienter und oft sind Plug-in-Hybride auch mit größeren Batterien ausgestattet. Lange Zeit war eine rein elektrische Reichweite von rund 50 km der Standard für einen PHEV, jetzt gibt es bereits mehrere Modelle, die rund 100 km rein elektrisch fahren können. Es gibt sogar einige Ausreißer, die 200 km erreichen, obwohl dies der WLTP-Wert ist.

Sie können auch sehen, dass der elektrische Fahrmodus immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der Benzinmotor wird zunehmend als „Back-up“ gesehen, der den Elektromotor unterstützt, und nicht umgekehrt. Oft gibt es auch intelligente Software, die dafür sorgt, dass der Plug-in-Hybrid zu den wichtigsten Zeiten elektrisch fährt. Einige Modelle erkennen zum Beispiel, dass sie in einer Stadt fahren und schalten dann in den reinen Elektromodus. Der Kraftstoff wird dann für die längere Autobahnfahrt später „gespart“.

Die Trennlinie zwischen einem ‚traditionellen‘ Plug-in-Hybrid und einem Elektroauto mit Range Extender wird also immer kleiner. Bei beiden handelt es sich um ein Auto, das sowohl über Elektromotoren als auch über einen Benzinmotor verfügt. Der Unterschied besteht darin, dass bei einem Elektroauto mit Range Extender der Benzinmotor nur dazu da ist, Strom zu erzeugen. Wenn der Benzinmotor auch die Räder antreiben kann, handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid.

Das Tückische am Plug-in-Hybrid ist, dass das Konzept nur dann gut funktioniert, wenn der Benutzer „kooperiert“ oder das Auto auflädt, wenn es kann oder gebraucht wird. Bei einigen Modellen versucht das Auto, den Benutzer zu ermutigen, tatsächlich zu laden. Zum Beispiel, indem es explizit darauf hinweist, wo sich Ladestationen befinden, oder mit einer Benachrichtigung aktiv einen Ladevorgang vorschlägt.

Sind Plug-in-Hybride also noch interessant?

Inwieweit der Plug-in-Hybrid als Antriebsform noch interessant ist, lässt sich nur schwer eindeutig sagen. Die einen meinen, sie seien ‚abgeschrieben‘, weil es keine staatlichen Anreize mehr gibt und sie in der Praxis ohnehin nicht aufgeladen werden. Andere meinen, dass sie eine relevante Technologie bleiben, weil jede Form der Elektrifizierung besser ist als nichts. Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen, aber selbst dann kann sie von Region zu Region variieren.

Für die Niederlande wird die Rolle der Plug-in-Hybride wahrscheinlich immer kleiner werden. Heutzutage können Sie für den Preis eines Plug-in-Hybrids auch ein vollelektrisches Auto kaufen, dessen Reichweite für die meisten Ihrer Fahrten mehr als ausreichend ist. Außerdem verfügen die Niederlande über eine gute Ladeinfrastruktur, so dass Ihnen die Ladestationen nicht so bald ausgehen werden. Damit ist auch dieses Argument für PHEVs hinfällig. Kurzum, wer seinen Verkehr elektrifizieren möchte, kann sich bereits jetzt problemlos für ein reines Elektroauto entscheiden.

Auf breiterer (internationaler) Basis werden Plug-in-Hybride wahrscheinlich noch lange Zeit relevant bleiben. Bei weitem nicht überall gibt es ein so dichtes Ladenetz wie bei uns, und in einigen Ländern machen die Menschen im Durchschnitt viel häufiger lange Fahrten. In diesem Fall bleibt der Plug-in-Hybrid eine interessante Option. Sie können unbesorgt lange Fahrten unternehmen und haben trotzdem eine Form der Elektrifizierung, um Kraftstoffkosten (und Emissionen) zu sparen. Wie bereits erwähnt, ist er in dieser Hinsicht immer noch besser als gar keine Elektrifizierung. Aus demselben Grund gibt es in einigen Ländern weiterhin Steuererleichterungen für Plug-in-Hybride: ein weiteres Argument für diese Antriebsform.

Fazit: Plug-in-Hybride stehen am Scheideweg

In den letzten Jahren haben Plug-in-Hybride viel für die Elektrifizierung der niederländischen Autoflotte bedeutet. Sie waren eine attraktive Alternative zum traditionellen Benzinauto, als ‚Brücke‘ für diejenigen, die den Schritt zum rein elektrischen Fahren noch nicht machen konnten. In diesem Sinne boten sie das Beste aus beiden Welten.

Inzwischen ist der Plug-in-Hybrid sozusagen an einem Scheideweg angekommen. Jetzt, da sich das rein elektrische Fahren durchgesetzt hat und die finanziellen (staatlichen) Vergünstigungen für Plug-in-Hybride ausgelaufen sind, gibt es in den Niederlanden eigentlich keinen Grund mehr, sich für einen Plug-in-Hybrid zu entscheiden, wenn Sie elektrifizieren wollen. Dennoch bleibt er international vorerst ein relevanter Antriebsstrang. Die weiterentwickelte Technologie ermöglicht es Plug-in-Hybriden auch, über längere Strecken vollelektrisch zu fahren, was sie zu einer guten Alternative für Regionen macht, in denen die volle Elektrifizierung vorerst noch eine schwierige Geschichte ist.

Wer jetzt über den Kauf eines PHEV nachdenkt, tut gut daran, seine eigenen Fahrgewohnheiten, die Ladeinfrastruktur in seiner Umgebung und die langfristigen Kosten kritisch zu prüfen. PHEVs sind ohnehin keine ‚abgeschriebene Zwischenlösung‘, vor allem wenn sie wie vorgesehen eingesetzt werden, aber in den Niederlanden können Sie sich genauso gut für ein reines Elektroauto entscheiden.